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Erstaufführung vor Ostern

Telemanns Matthäuspassion in Sendling

Der Chor der Himmelfahrtskirche bei der Aufführung der Markuspassion von Johann Sebastian Bach. (Bild: Martin Feldtkeller)

Dass Georg Philipp Telemann (1681-1767) einmal einer der bedeutendsten deutschen Barockkomponisten werden würde, war in seiner Kindheit nicht abzusehen. Seine Familie missbilligte sein Interesse für die Musik, so dass sich der junge Georg das Musikhandwerk und insbesondere das Spiel von insgesamt zwölf Instrumenten über die Jahre selbst beibringen musste. Seine Leidenschaft und sein Ehrgeiz waren letztlich stärker als der familiäre Druck, und mit Hartnäckigkeit und geschicktem Netzwerken brachte es Telemann bald zu musikalischem Ansehen und gelangte als Musiker in wichtige Schlüsselpositionen seiner Zeit.

Als Komponist war er ohne Zweifel ebenso fleißig wie vielseitig. Obwohl sein Schaffen breit gefächert war und eine Vielzahl musikalischer Gattungen umfasste, galt seine große Liebe immer der Kirchenmusik. In seiner Hamburger Zeit (1721-67), in der er als Kantor an der Lateinschule Johanneum, Musikdirektor der fünf Hauptkirchen und später auch Leiter der Hamburger Oper fungierte, entstanden etliche Kirchenkantaten und sage und schreibe 46 Passionen – jedes Jahr eine! Dass Telemann bei aller Routine auch gerne experimentierte, wird in seiner Matthäuspassion von 1746 besonders deutlich: Hier kombinierte er die damals vorherrschende italienisch-melodiöse Ausrichtung der Arien frech mit dem Rezitativ-Stil der französischen Oper.

Erstaufführung vor Ostern

Der Chor der Himmelfahrtskirche Sendling, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert, führt Telemanns Matthäuspassion in seinem diesjährigen Passionskonzert eine Woche vor Ostern (am Samstag, 24. März, um 19 Uhr) als Münchner Erstaufführung auf.

Der rund 100 SängerInnen umfassende Chor der ev. Himmelfahrtskirche unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus Geitner hat sich durch Konzerte und Rundfunkaufnahmen einen guten Ruf über die Grenzen Münchens hinaus erworben. Er wird begleitet vom Barockorchester „La Banda“. Als Solisten wirken Anna Karmasin (Sopran), Andreas Pehl (Altus), Manuel Günther (Tenor - Evangelist), Nikolaus Pfannkuch (Tenor - Judas), Thomas Schütz (Bass - Jesus) und Virgil Mischok (Bass - Pilatus). Das Konzert wird vom Bezirksausschuss Sendling und vom Kulturreferat der Landehauptstadt großzügig gefördert.

Hier gibt es Karten

Karten (22 bis 32 Euro) gibt es an allen Vorverkaufsstellen mit München-Ticket-Anschluss bzw. unter www.muenchenticket.de. Kartenreservierung ist im Pfarramt (Oberländerstr. 36, Tel. 089/30907610, Mail: karten@himmelfahrtskirche-musik.de) möglich. Restkarten und Ermäßigungen (50 %) gibt es eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.


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