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"Das Ding auf die Schiene bringen"

Bezirksausschuss 7 diskutiert Tram-Westtangente

Die Unterführung an der Fürstenrieder Straße, Höhe Haupteingang Waldfriedhof, soll nicht aufgegeben werden. Dafür sprach sich der Bezirksausschauss in seiner Stellungnahme zum Trassierungsbeschluss der Tram-Westtangente aus. (Bild: job)

Mit dem Trassierungsbeschluss der Trambahn-Westtangente beschäftigte sich der Münchner Stadtrat am Mittwoch (Ergebnisse darüber lagen bei Redaktionsschluss nicht vor). Eine Woche zuvor debattierte der Bezirksausschuss (BA) 7 das Projekt. Kritik an dem Papier gab es insbesondere aus Reihen der CSU: Es fehlten Aussagen zur langen Übergangszeit, der Tramtrasse hafteten immer noch ungelöste Probleme an und es werde zu Lärm, Erschütterungen und Umweltfragen nicht Stellung genommen, hieß es. Aus diesem Grund stellte CSU-Fraktionssprecher Alfreg Nagel den Antrag, den Trassierungsbeschluss abzulehnen, fand dafür allerdings keine Mehrheit.

Sicherheitsrisiko minimieren

In einem detaillierten Katalog von Anmerkungen begrüßte das Gremium, dass eine Reihe von Änderungswünschen von Politikern wie Bürgern berücksichtigt worden sein. Dazu zählen etwa die Linksabbiegemöglichkeiten von der Fürstenrieder Straße in die Meier-Helmbrecht- und die Ossingerstraße, in die Höglwörther Straße und in die Ehrwalder- und Guardinistraße. Ausdrücklich begrüßt wird auch, dass es in südlicher Richtung an der Andreas-Vöst-Straße keine Linksabbiegemöglichkeit mehr geben soll. Damit entfällt für die Schüler des Erasmus-Grasser- und des Ludwigs-Gymnasiums die Möglichkeit, mit dem Fahrrard die Fürstenrieder Straße diagonal in Richtung Schietweg zu überqueren. Diese Überquerungsmöglichkeit werde von Lehrern und Schülermitverwaltung beider Schulen als großes Sicherheitsrisiko eingestuft, verlautete in der Sitzung.

Unterführung nicht aufgeben

Diskussionsbedarf gab es bei Rad- und Fußgängerunterführung am Haupteingang des Waldfriedhofs. Das Gremium ist mehrheitlich der Meinung, dass diese "Jahrzehnte lange bewährte" Unterführung nicht aufgegeben werden darf. Anderer Meinung war da Jens Röver (SPD). "Ich kann das Festhalten an der Unterführung nicht nachvollziehen", sagte er. Die Unterführung sei nicht mal ansatzweise barreriefrei, es gebe Riesenprobleme beispielsweise für Rollstuhlfahrer. Zudem befinde sich eine Ampel nur wenige Meter entfernt. Alfred Nagel wies indes darauf hin, dass die Unterführung vor Jahren eigens für Radfahrer eingerichtet worden und sinnvoll für die Ost-West-Querung der Fürstenrieder Straße sei. Eine knappe Mehrheit sah das ebenso.

Radfahrer berücksichtigen

Weiterhin möchte der BA sicherstellen, dass bei der Umsetzung der Tram-Westtangente die Belange des Radfahrer berücksichtigt werden. Deswegen soll geprüft werden, ob auf der gesamten Strecke jeweils auf beiden Fahrbahnseiten ein zwei-Richtungs-Radverkehr möglich ist. Zudem sollen in der Nähe der Haltestellen genügend Abstellmöglichkeiten für Fahrräder installiert werden. Und schlussendlich fordert das Gremium, dass den BAs vor der Planfeststellung die detaillierten Pläne vorgelegt werden.

"Es wird künftig noch mehr Verkehr in der Zeit geben, wo wir noch keine Tram haben", schloss Walter Sturm (SPD) die Diskussion. Dass es kein Normalbetrieb sei, dürfe jedem klar sein. "Wir sollten deshalb schauen, dass wir das Ding auf die Schiene bringen", sagte er.


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