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Besonders schützenswert

Ensemble der Pasinger "Gymnasiumskolonie" in Denkmalliste aufgenommen

Die so genannte Gymnasiumskolonie entlang der Paul-Hösch-, Paoso- und Otilostraße fand Aufnahme in die Liste der Ensembledenkmäler. (Bild: us)

In Pasing und Obermenzing gibt es eine sehr lange Reihe von Einzel- und auch Ensembledenkmälern – allesamt haben eine herausragende Bedeutung im Städtebau oder sind historisch besonders geprägt. Zu den schützenswerten Ensembles gehört die Villenkolonie I, die von August Exter angelegt und ab 1892 gebaut wurde. Sie erstreckt sich nördlich der Bahn bis zum Nymphenburger Kanal an der Marsopstraße und gilt als erstes Beispiel für den großangelegten Bau von Einfamilienhäusern.

Die Villenkolonie II schließt westlich an und bezeichnet das Gebiet entlang der Alten Allee und der Marschnerstraße. Auch dieses Viertel ist geprägt von mittelständischem Einfamilienhausbau entlang der expandierenden Bahnlinie nach Augsburg. Beide Ensembles zeigen, wie die Bahn als neues Verkehrsmittel den Vorortbereich von München maßgeblich beförderte. In Obermenzing wird der Ortskern als Ensembledenkmal gezählt, aber auch Schloss Blutenburg oder Pipping mit der kleinen Kirche St. Wolfgang.

Jetzt nahm die Stadt ein weiteres Quartier im Stadtbezirk Pasing/Obermenzing in die Liste der Ensembledenkmäler auf: die Pasinger Gymnasiumskolonie. Sie erstreckt sich in unmittelbarem Umfeld des heutigen Karlsgymnasiums von der Paul-Hösch-Straße bis zur Paoso- und Otilostraße und wurde ab 1894 beginnend am Avenariusplatz als damalige Waldkolonie gebaut. Ziel war es, geeigneten Wohnraum für das Lehrerpersonal zu schaffen. Typisch für diese Siedlung sind die experimentell gebauten Reihen- und Doppelhäuser, die auf kleineren Grundstücken kompakt errichtet wurden.

Die Prüfung auf Aufnahme in die Denkmalliste hatte übrigens das Kulturforum West initiiert. Der Bezirksausschuss 21 (BA) hatte die Initiative unterstützt und nahm nun die Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege erfreut zur Kenntnis. „Es stellen sich aber doch eine Reihe von Fragen“, so die Vorsitzende des Unterausschusses Kultur im BA, Maria Osterhuber-Völkl. „Was passiert mit den vielen teils unschönen Neubauten im Viertel? Wie ist hier der Ensembleschutz zu bewerten? Und warum wurde genau das Gebiet zwischen Paul-Hösch- und Otilostraße ausgewählt? Hier brauchen wir einfach mehr Infos“, betonte sie. Der BA lud einen Vertreter der Behörde zu weiteren Gesprächen in den BA ein.


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