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Jetzt ist der Willibaldplatz dran

Fünf Plätze in München sollen schöner werden

Früher oder heute? Der Willibaldplatz sieht heute fast genauso aus wie vor zehn Jahren. (Bild: kö)

Damals wie heute, der Willibaldplatz sieht seit Jahren und Jahrzehnten nahezu gleich aus. Man mag sich fast in einer Zeitschleife gefangen fühlen. Der Blick auf Archivbilder zeigt den Willibaldplatz vor zehn Jahren: Vor Ort herrscht vor allem Verkehr und Wildwuchs. Heute ist das kaum anders. Wenige kosmetische Maßnahmen, wie etwa das Stutzen der Büsche, haben nur unmerkliche Besserung gebracht. Immer noch dient der Platz vor allem als Funktionsfläche. Busspur, Taxistellplätze, Trambahngleise, Wendeschleife und Parkplätze dominieren und nehmen den Größten Teil der Fläche ein. Aufenthaltsqualität gibt es hier keine. Die Laimer wollen daran seit jeher etwas ändern und rufen unaufhörlich nach Umgestaltung. Nun endlich hat der Stadtrat den Startschuss gegeben. Fünf Plätze in München, darunter der Willibaldplatz, sollen neu gestaltet werden und wurden in den Investitionsplan der Stadt aufgenommen.

Der Platz und sein Potential

St.-Pauls-Platz, Siegestor, Ubostraße/ Altostraße, Rosenheimer Straße / Lilienstraße / Zeppelinstraße und Willibaldplatz – diese fünf Plätze sollen in den nächsten Jahren umgestaltet werden. Bereits im April 2013 beauftragte der Stadtrat das Baureferat damit, Bürgerbeteiligungsverfahren durchzuführen, um den Münchnern die Gelegenheit zu geben, bei der Platzgestaltung mitzuwirken. Im November 2013 kamen die Nachbarn vom Willibaldplatz zusammen und äußerten Wünsche für die Neugestaltung „ihres“ Platzes. 2015 gab es eine zweite Bürgerveranstaltung. Welche Potentiale der Willibaldplatz überhaupt hat und was an Neuerung möglich ist, obwohl auch künftig Bus, Tram, Taxis und Individualverkehr am Platz vertreten sind, zeigte ein vom Büro des ortsansässigen Landschaftsarchitekten Otto Bertram entwickeltes Konzept, das den Laimern vorgestellt wurde.

Demnach könnte der Platz in drei Zonen geordnet werden: Im Süden eine Fußgänger- und Geschäftszone, zwischen Trambahngleisen und Busspur eine Grünzone, die mit Bäumen und Bänken Rastmöglichkeiten bietet, und eine „Trottoire-Zone“ mit Baumallee und verbreitertem Bürgersteig, die zum Flanieren einlädt. Um diese Aufenthaltsqualität am Willibaldplatz zu schaffen, müsse jedoch der sogenannte ruhende Verkehr reduziert werden, erklärten Baureferat und Landschaftsarchitekten. Weniger Parkplätze, dafür aber mehr Grün, Rast- und Flanierfläche – dieser Entwurf fand unter den Nachbarn Gegenstimmen.

Parkplätze oder Grün?

Die Frage nach der Priorisierung, Parkplätze oder Grün, bietet bis heute Diskussionsstoff. Auf Stadtbezirksebene ebenso wie im Stadtrat beschäftigt sie die Gemüter und ruft jetzt – nach der jüngst im Stadtrat abgesegneten Beschlussvorlage – wieder verschiedene Antragssteller auf den Plan. Auch die Laimer Anwohner und Geschäftsleute bleiben dran und wollen ihre Forderungen an den Platz beachtet wissen. „Wir freuen uns darüber, dass endlich etwas passiert, aber wir haben auch die Befürchtung, dass die Bürgerwünsche nicht eingeplant sind. Bei der Bürgerbeteiligung 2015 gab es einige Anträge gegen die Planung. Wie kann man wissen, was schließlich berücksichtigt wurde?“, fragte jüngst eine ortsansässige Geschäftsfrau bei der öffentlichen Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Laim nach. BA-Vorsitzender Mögele wiegelt ab: „Es gibt noch Einflussmöglichkeiten, denn die Detailplanung kommt erst noch.“ Jetzt ist das Baureferat beauftragt, die Ausführung vorzubereiten. Das Projekt Willibaldplatz, mit Projektkosten in Höhe von 2.300.000 Euro, ist jedenfalls grundsätzlich beschlossen. Die Durchführung ist ab 2019 vorgesehen.


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