Wochenanzeiger München Wir sind Ihr Wochenblatt für München und Umland

Schönste Fassade

Preisgekröntes Haus in Lochhausen

Wunderschön nach altem Vorbild saniert wurde das ehemalige Lehrerhaus aus dem Jahr 1900. (Bild: maurer und sigl GmbH / Landeshauptstadt München )

Mit den ehrwürdigen Innenstadt-Bürgerhäusern mit ihren prunkvollen Fassaden und der imposanten Architektur können die Häuser in Aubing normalerweise nicht mithalten.Umso größer ist die Freude, wenn beim traditionellen Fassadenwettbewerb der Stadt München auch einmal ein Haus aus dem Stadtviertel 22 einen Preis bekommt.

Ende September hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung 23 Fassadenpreise vergeben. Sieben Gebäude der öffentlichen Hand wurden lobend erwähnt. Insgesamt hatten 97 Anwesen mitgemacht. Einer der begehrten Fassadenpreise ging in die Schussenrieder Straße 3a. Dort hat das ehemalige Lehrerwohnhaus die Jury beeindruckt. "Nach langem Leerstand ohne jegliche Instandsetzungsarbeiten ist das Gebäude nun nach einer aufwändigen Grundsanierung fachgerecht und vorbildlich hergerichtet worden", lobte die Jury. Der Mansardwalmdachbau mit Eckerker wurde 1900 nach Plänen des Bezirksamts-Ingenieurs Adolf Fraas im sogenannten Heimatstils errichtet. Die Fassade haben die Bauherren in Farbe und Struktur nach historischem Vorbild gestaltet. Auch das Dach und die originalen Kastenfenster wurden nach altem Vorbild instand gesetzt. Die Gestaltung der Einfriedung und des Rankgitters runden die Gesamtmaßnahme ab. "Durch die umfangreichen Arbeiten ist es gelungen, das Erscheinungsbild des Hauses erheblich aufzuwerten und seine Bedeutung für das Ensemble “ehemaliger Ortskern Lochhausen“ wieder gebührend zur Geltung zu bringen", urteilte die Jury.

Originalität und handwerkliche Qualität

Bei ihren Untersuchungen prüfte die Gutachterkommission die Kriterien Originalität, Reichtum und Erhaltungsaufwand der Fassade, farbliche Gestaltung, stadtgestalterische Bedeutung sowie künstlerische und handwerkliche Qualität der Ausführung. Gewürdigt wurden in den Jahren 2015 und 2016 fertiggestellte mustergültige Renovierungen von Stuckfassaden der Gründerzeit und des Jugendstils sowie vorbildliche Fassadenmalereien. Bewerbungen für renovierte Fassaden anderer Bauepochen (bis einschließlich der Architektur der 1950er Jahre) und von architektonisch und städtebaulich herausragenden Bauten der 1960er Jahre konnten ebenfalls eingereicht werden.

885 historische Fassaden in 48 Jahren ausgezeichnet

Seit Wettbewerbsgründung im Jahr 1969 wurden die Eigentümer von insgesamt 885 historischen Münchner Anwesen mit dem Fassadenpreis ausgezeichnet. Auch 148 Fassaden von Gebäuden im Eigentum der öffentlichen Hand (Staat, Stadt, Kirchen etc.) wurden seit 1988 mit einer Lobenden Erwähnung bedacht. Seit 2011 findet der Fassadenwettbewerb nur noch alle zwei Jahre statt.

1969 war das Straßenbild geprägt von altersgrauen, rußgeschwärzten und stark vernachlässigten Fassaden. Bei Renovierungen wurden nicht selten die Stuckverzierungen und Gliederungselemente historischer Bauten entfernt, um den Fassaden glatte, "moderne", dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende Oberflächen zu geben. Zahlreiche bedeutende Fassaden - vor allem aus der Gründerzeit - sind diesen Maßnahmen zum Opfer gefallen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Öffentlichkeit über die kunsthistorische, architektonische und städtebauliche Bedeutung historischer Fassaden aufzuklären, wurde der Münchner Fassadenwettbewerb geschaffen.


Verwandte Artikel

Startseite Anzeige aufgeben Zeitung online lesen Jobs Kontakt Facebook Anfahrt