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Grünes Licht für Baumgräber

Neue Bestattungsform bald auch in Pasing und Obermenzing möglich

Alternative Bestattung sind im Trend, wie See-, Wiesen-, Baumbestattungen oder Bestattungen in gemeinschaftlichen Friedgärten. Im Bild der neue Friedgarten im Gautinger Waldfriedhof, der auf der früheren Grabstätte der Gautinger Bildhauerin Hanna Koschinsky (1884-1939) entstand. (Bild: us)

Erst im Sommer machte sich die Obermenzinger Seniorenbeauftragte Franziska Miroschnikoff für die neue Bestattungsform, die Baumgräber, stark. „Ich bin aus der Bürgerschaft angesprochen worden“, erklärte sie ihrem Antrag bei der Städtischen Friedhofsverwaltung, „und habe mich gern dafür eingesetzt". Zwar gebe es diese neue Bestattungsform im Münchner Umland des Öfteren, in München sind Baumgräber allerding erst auf den Friedhöfen in Hadern und Solln sowie auf dem Westfriedhof möglich.

Bei Baumgrabbestattung werden die sterblichen Überreste des Verstorbenen verbrannt und in einer biologisch abbaubaren Urne in einem Radius von zwei bis drei Metern um dem Baum begraben. Jeweils vier Gräber gibt es um einen Baum herum.  Diese Form der letzten Ruhestätte ist in der Regel anonym, aber auch eine kleine Namenstafel mit den Lebensdaten der Verstorbenen kann angebracht werden.

Schon 2018 möglich

„Es ist eine neue Variante der Gedenkkultur und eine schöne Erinnerung an den Verstorbenen“, so Miroschnikoff. In Zeiten, in denen die Familien oft in der ganzen Welt verstreut leben würden, falle es den Hinterbliebenen schwer, sich ausreichend um die Grabpflege zu kümmern, meinte sie. „Und ich glaube, dass es auch ein schönes Zeichen für die Hinterbliebenen ist, dass der Baum weiter wächst und damit an die Angehörigen erinnert.“

Ihrem Antrag habe die Stadt schnell stattgegeben. Miroschnikoff berichtete erfreut, dass die Stadt bereits Vorbereitungen treffe, passende Bäume oder Baumgruppen auf dem Pasinger und dem Obermenzinger Friedhof auszusuchen. „Die Bürger, die den Anstoß für die Anfrage gegeben hatten, werden sich über diesen positiven Bescheid freuen“, so Miroschnikoff. „Schon im nächsten Jahr sollen Baumgräber bei uns im Stadtviertel möglich sein.“

In der Stadt sieht man dem neuen Trend offen entgegen. „Baumgräber werden anhaltend gut nachgefragt“, so die Pressemitteilung des Referats für Gesundheit und Umwelt. Bisher gibt es 1.050 Baumgräber in München, wovon nur noch 101 zu belegen seien. Bei den Kosten müsste allerdings leider tiefer in die Tasche gegriffen werden, so Miroschnikoff. Denn Baumgräber müssten mindestens 25 Jahre belegt werden, „das kostet“. Laut Friedhofsatzung kostet eine Baumgrabstätte unter einem Familienbaum jährlich 205 Euro, unter einem Gemeinschaftsbaum jährlich 103 Euro. Die Bestattung in einem Erdgrab kostet ab 35 Euro jährlich. Ein anonymes Urnengrab kostet dagegen einmalig 450 Euro.


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