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Bayrisch Bossing

Von Korruption und Spezlwirtschaft

Paula Paulus ist Agraringenieurin und hat aufgrund ihrer Kenntnisse auf dem Gebiet die Handlung ihres Romans in die Landwirtschaft verlegt. (Bild: Elisabeth Zach )

Am Dienstag, 13. März, um 19.00 Uhr kommt die Autorin Paula Paulus nach Karlsfeld in die Gemeindebücherei am Rathausplatz 73. Sie liest aus ihrem Roman "Bayrisch Bossing". Darin erzählt die Autorin den unfreiwilligen Abgang der Protagonistin Christa aus einem bayerischen Landwirtschaftsverband.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Um Reservierung wird gebeten, entweder unter der E-Mail Adresse buecherei@karlsfeld.de oder telefonisch unter (08131) 99130.

Ihr Chef hat Christa Informationen vorenthalten, ihre Kompetenzen beschnitten, sie nicht mehr zu Meetings eingeladen, sie isoliert. Sie bekam keinerlei Feedback. Das alles sind typische Mobbing- oder Bossing-Handlungen. Mobbing ist mittlerweile ein geläufiger Begriff, Bossing weniger: Hier schikaniert der Chef einen Mitarbeiter oder will ihn kaltstellen. Christa ist eine fiktive Romanfigur, steht aber laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für rund eine Million Menschen in der Bundesrepublik, die Ähnliches erlebt haben.

"Der Fisch stinkt vom Kopfe her"

Das Thema ist brisant. Mobbing hat weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen. Sie werden oft krank und verlieren mitunter ihre Anstellung. Man stelle sich nur einmal vor, der eigene Chef würde einen auf der Arbeit drangsalieren. Ausgerechnet die Person, die mit gutem Beispiel vorangehen, seine Angestellten organisieren und ein gutes Arbeitsklima wahren sollte. Das Sprichwort "der Fisch stinkt vom Kopfe her" kommt einem da in den Sinn. Paula Paulus führt den Leser mit Wut, Zorn und Betroffenheit aber auch Schmunzeln und Zuversicht durch Christas Geschichte.

Und wo bleibt das "Bayrisch"?

Eine Geschichte die von Korruption und Spezlwirtschaft wird hier erzählt. Auch Christas neuer Chef wurde aufgrund privater Beziehungen Geschäftsführer. Er hat profitiert von der 'Bayrisch Christlichen Spezlwirtschaft', von dem in Bayern gewachsenen, schwarzen Filz. Klar hätte diese Geschichte so auch in einem anderen Bundesland spielen können. Hätte Bayern über 60 Jahre eine SPD-Regierung gehabt, dann wäre der Filz eben ein roter.

Dennoch lässt Paulus, entgegen aller Betroffenheit die der Roman auslöst, den Leser mit Positivem zurück. Trotz der Aussichtslosigkeit von Christas Situation schafft sie es, dass "aus ihrem Herzen (k)eine Mördergrube" wird. Aufgefangen hat sie ihr soziales Netz – ein Plädoyer für die Herzensbildung.


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