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19.05.2010 - 08:19 Uhr
 

"Mit deutschen Kräften nicht zu lösen"

Arbeitgeberverband fordert Greencard gegen Fachkräftemangel

 
(Foto: )

Der Arbeitgeberverband Pflege fordert eine Greencard für ausländische Pflegekräfte. Im deutschen Gesundheitswesen fehlten rund 50.000 Pflegekräfte und schon heute gebe es einen akuten Fachkräftemangel in manchen Regionen, der mit deutschen Kräften nicht zu lösen sei, so der Verbandsvorsitzende Thomas Greiner. Auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 könne man nicht warten. Deshalb fordert er, dass ausländische Kräfte ohne bürokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse nach Deutschland kommen und arbeiten dürfen.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) wendet sich entschieden gegen die Forderung nach einer Greencard für ausländische Pflegefachkräfte. „Hier fordern ausgerechnet diejenigen einen neuen politischen Schnellschuss, die die Ursachen für den Fachkräftemangel in der Altenpflege mit zu verantworten haben“, so Johanna Knüppel, Referentin des DBfK. Anstatt nach Einwanderung aus dem Ausland zu rufen müssten die Arbeitsplätze in der Pflege in Deutschland konkurrenzfähig gemacht werden. „Bei schneller, konsequenter und spürbarer Verbesserung der Rahmenbedingungen ließe sich auch im eigenen Land eine große Reserve ausgebildeter Pflegefachkräfte erschließen. Denn wir haben keinen Mangel an Pflegefachkräften, sondern einen Mangel an Pflegefachkräften, die in der Pflege arbeiten wollen.“ Die Forderung nach einer Greencard werde den Personalmangel nicht lösen.

„Kommunikationzentrales Element“

Völlig inakzeptabel ist für den DBfK, dass Sprachkenntnisse nach Auffassung des Arbeitgeberverbandes nicht so wichtig seien. „Damit werden die pflegebedürftigen Menschen reduziert auf rein körperliche Bedürfnisse. Die Kommunikation und Beziehung als zentrales Element und Grundlage einer guten Pflege werde damit zur Disposition gestellt“, so Knüppel.Die Gründe, warum immer weniger junge Menschen einen Pflegeberuf in Betracht ziehen und ausgebildete Pflegefachkräfte ihn verlassen, seien zum großen Teil hausgemacht: Politische Fehlsteuerung, aber auch die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen durch die Arbeitgeber hätten zu hohen und krank machenden Arbeitsbelastungen, unattraktiven Rahmenbedingungen und geringer Wertschätzung der Leistung der Pflegenden geführt. Knüppel: „Nicht zuletzt durch Personalabbau, Tarifausstieg und Dumpinglöhne hat man die Pflegekräfte verschlissen und um jeden Preis versucht, auch noch die kleinste Effizienzreserve zu erschließen.“ Immer weniger Pflegende seien bereit, unter solchen Bedingungen zu arbeiten.
An Deutschland vorbeiZudem sei es ein Trugschluss, dass im Ausland qualifizierte Pflegekräfte nur darauf warteten, nach Deutschland gerufen zu werden: „Wer in der Ukraine, Russland, aber auch in Asien oder Afrika eine Pflegeausbildung (in der Regel akademisch) absolviert hat und mobil ist, wandert an Deutschland vorbei in solche Länder, die angemessene Bedingungen bieten: die Schweiz, Skandinavien, USA und Australien.“ Zumal man dort den sich abzeichnenden Fachkräftemangel frühzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet habe.Der Arbeitgeberverband Pflege fordert eine Greencard für ausländische Pflegekräfte. Im deutschen Gesundheitswesen fehlten rund 50.000 Pflegekräfte und schon heute gebe es einen akuten Fachkräftemangel in manchen Regionen, der mit deutschen Kräften nicht zu lösen sei, so der Verbandsvorsitzende Thomas Greiner. Auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 könne man nicht warten. Deshalb fordert er, dass ausländische Kräfte ohne bürokratische Auflagen wie perfekte Sprachkenntnisse nach Deutschland kommen und arbeiten dürfen.Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) wendet sich entschieden gegen die Forderung nach einer Greencard für ausländische Pflegefachkräfte. „Hier fordern ausgerechnet diejenigen einen neuen politischen Schnellschuss, die die Ursachen für den Fachkräftemangel in der Altenpflege mit zu verantworten haben“, so Johanna Knüppel, Referentin des DBfK. Anstatt nach Einwanderung aus dem Ausland zu rufen müssten die Arbeitsplätze in der Pflege in Deutschland konkurrenzfähig gemacht werden. „Bei schneller, konsequenter und spürbarer Verbesserung der Rahmenbedingungen ließe sich auch im eigenen Land eine große Reserve ausgebildeter Pflegefachkräfte erschließen. Denn wir haben keinen Mangel an Pflegefachkräften, sondern einen Mangel an Pflegefachkräften, die in der Pflege arbeiten wollen.“ Die Forderung nach einer Greencard werde den Personalmangel nicht lösen.
„Kommunikationzentrales Element“Völlig inakzeptabel ist für den DBfK, dass Sprachkenntnisse nach Auffassung des Arbeitgeberverbandes nicht so wichtig seien. „Damit werden die pflegebedürftigen Menschen reduziert auf rein körperliche Bedürfnisse. Die Kommunikation und Beziehung als zentrales Element und Grundlage einer guten Pflege werde damit zur Disposition gestellt“, so Knüppel.Die Gründe, warum immer weniger junge Menschen einen Pflegeberuf in Betracht ziehen und ausgebildete Pflegefachkräfte ihn verlassen, seien zum großen Teil hausgemacht: Politische Fehlsteuerung, aber auch die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen durch die Arbeitgeber hätten zu hohen und krank machenden Arbeitsbelastungen, unattraktiven Rahmenbedingungen und geringer Wertschätzung der Leistung der Pflegenden geführt. Knüppel: „Nicht zuletzt durch Personalabbau, Tarifausstieg und Dumpinglöhne hat man die Pflegekräfte verschlissen und um jeden Preis versucht, auch noch die kleinste Effizienzreserve zu erschließen.“ Immer weniger Pflegende seien bereit, unter solchen Bedingungen zu arbeiten.
An Deutschland vorbeiZudem sei es ein Trugschluss, dass im Ausland qualifizierte Pflegekräfte nur darauf warteten, nach Deutschland gerufen zu werden: „Wer in der Ukraine, Russland, aber auch in Asien oder Afrika eine Pflegeausbildung (in der Regel akademisch) absolviert hat und mobil ist, wandert an Deutschland vorbei in solche Länder, die angemessene Bedingungen bieten: die Schweiz, Skandinavien, USA und Australien.“ Zumal man dort den sich abzeichnenden Fachkräftemangel frühzeitig erkannt und Maßnahmen eingeleitet habe.

Greencard: Lösung für denPersonalmangeloder nur Nachschubbilliger Arbeitskräfte? Diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu unsere Kommentarfunktion!

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Woche: 20 - 2010
Autor: MR
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