Münchner Wochenanzeiger - 

lokale Wirtschaft München

 
rss icon  
Friday, 25. May 2012 · 01:43 Uhr  · 
Teils Bewölkt 16°

Donnerstag

Klar (Nacht)  T: 12° / H: 23°

Freitag

Sonnig  T: / H: 22°
 
 
 
 
21.04.2010 - 13:53 Uhr
 

Optimum statt Minimum

dm-Geschäftsführer Erich Harsch stellt Position des Unternehmens zum Thema Mindeslöhne dar

Münchner Wochenanzeiger : dm-drogerie markt plädiert für die allgemeinverbindliche Regelung der Entgelttarife. Eine Mindestlohndebatte zielt in die falsche Richtung. (Foto: dm)
 
dm-drogerie markt plädiert für die allgemeinverbindliche Regelung der Entgelttarife. Eine Mindestlohndebatte zielt in die falsche Richtung. (Foto: dm)

Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung von dm-drogerie markt, hat sich in der vergangenen Woche in Karlsruhe zum Thema Mindestlöhne/Tariflöhne geäußert.

Harsch plädiert in seiner Rede dafür, einen branchenadäquaten Entgelttarif zu erarbeiten und für allgemeinverbindlich zu erklären. Ein gesetzlicher Mindestlohn führt für den dm-Geschäftsführer in die falsche Richtung, weil dieser nicht das Optimum, sondern das Minimum in den Vordergrund der Einkommensfindung stelle. Harsch: "Die Politik darf keine Löhne und Gehälter bestimmen, auch keine Mindestlöhne." Die Politiker seien zu weit weg von der Lebenswirklichkeit in den Branchen und Betrieben. Im Einzelhandel tätige Menschen sollten von ihrem Einkommen auskömmlich leben und ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Zudem gibt Erich Harsch zu bedenken, dass sich die Branche nicht auf eine Diskussion um gesetzlich fixierte Mindestlöhne hinter die sozialen Errungenschaften differenzierter Entgelttarife zurückwerfen lassen darf, sondern die Differenzierungsspielräume der Tarife braucht. Außerdem fordert er die Allgemeinverbindlichkeit der Entgelttarife und nicht nur die Allgemeinverbindlichkeit für ein Basisentgelt.

Bei dm sei der Ertrag nicht das Ziel, sondern die Folge der Zusammenarbeit, konstatiert Harsch. "Die Vokabeln 'Arbeitnehmer' und 'Arbeitgeber' sind also bei uns nicht geläufig. Die Grundhaltung
ist deshalb nicht die eines Gegeneinanders, sondern die eines empathischen Mit- und Füreinanders.
Nach unserer Auffassung sind die Menschen, die bei dm arbeiten, nicht für das Unternehmen da, sondern das Unternehmen ist für die Menschen da, damit sie in einer Gemeinschaft einen aktiven Beitrag zum Wohlergehen aller Bürger leisten können. Deshalb sprechen wir von Mitarbeitereinkommen statt von Personalkosten, deshalb ist in unserer Wertbildungsrechung der Mitarbeiter kein Kostenfaktor, sondern ein Leistungsträger und Kreativposten."

Im zweiten Teil der Rede ging der dm-Geschäftsführer auf die gute Geschäftsentwicklung des Unternehmens ein und berichtete über ein Wachstum von 9 Prozent auf 2 Mrd. Euro im ersten Geschäftshalbjahr in Deutschland. Der Konzernumsatz betrage insgesamt 2,774 Mrd. Euro (plus 8,9 Prozent), die Zahl der dm-Märkte habe sich in Deutschland in den ersten Monaten um 42 und im Konzern um 90 auf 2.311 erhöht.

Mit Blick auf aktuelle Studien, die dm an der Spitze der Beliebtheitsskala und der Marken-Rankings sehen, hält Harsch eine Fortsetzung des überdurchschnittlichen Wachstums für wahrscheinlich.
 

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
Woche: 16 - 2010
Autor: BB
Artikelkommentare
Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar hinterlegt.
Verwandte Artikel