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18.08.2010 - 13:43 Uhr
 

Langfinger unterwegs

Ladendiebstahl in Bayern weiterhin auf hohem Niveau

Dem bayerischen Einzelhandel entstehen jährlich Millionenschäden durch Ladendiebstähle. Wie der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern (HBE), Bernd Ohlmann, sagte, haben Langfinger im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 340 Millionen Euro mitgehen lassen. Ohlmann: „Sorgen machen uns professionell organisierte Diebesbanden und die steigende Gewaltbereitschaft der Täter. Die Diebe werden immer dreister und entwickeln immer wieder neue Methoden, um die Sicherheitsvorkehrungen zu überlisten.“

Die Mehrzahl der erwischten Langfinger sind jedoch Gelegenheitsdiebe. Gerade bei Kindern und Jugendlichen steht oft nicht der kriminelle Aspekt im Vordergrund, sondern Abenteuerlust und vermeintliche Mutproben.

In Bayern wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der Kriminalpolizei 43.586 Ladendiebstähle angezeigt. Dies bedeutet ein Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohlmann: „Die Zahlen sind nur die Spitze des Eisberges, denn die Dunkelziffer liegt bei über 90 Prozent. Nur einer von zehn Dieben wird bei seiner Tat überhaupt erwischt und angezeigt.“ Die offizielle Statistik der Polizei besitze daher nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit.

Für den leichten Rückgang der Anzeigen sind moderne Technik, schärfere Kontrollen und höhere Aufwendungen des Einzelhandels verantwortlich. Moderne Sicherungstechnik schreckt viele Diebe ab, da das Risiko steigt, entdeckt zu werden. Neben elektronischen Sicherungssystemen werden vor allem in größeren Geschäften Detektive eingesetzt.

Bei den Ladendieben ist alles besonders begehrt, was klein und teuer ist. Laut einer Studie des Handelsinstituts EHI gehören Rasierklingen, Parfüm und Kosmetik in Lebensmittelgeschäften und Drogerien zum häufigsten Diebesgut. Im Elektronikhandel verschwinden vor allem CDs, Konsolenspiele und DVDs. In Modegeschäften lassen Langfinger vor allen Dingen Jeans und Dessous mitgehen. pm