| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 31 - 2010 |
| Autor: | red |
„Das bayerische Bäckerhandwerk hat das Krisenjahr 2009 recht gut überstanden.“ Auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes zog Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger, MdL a. D. für das bayerische Bäckerhandwerk eine verhalten positive Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr. Als Wirtschaftszweig, der ausschließlich für den Binnenmarkt produziert, kann die backende Branche im Freistaat leicht gestiegene Umsätze und Beschäftigtenzahlen für 2009 melden. Einen bedeutenden Teil seiner Ausführungen widmete Landesinnungsmeister Traublinger der Ausbildung und Nachwuchssicherung und bezeichnete sie „als wesentliche Säule, auf der die Zukunft des Bäckerhandwerks ruht“.
Während die Konjunkturindikatoren für die deutsche Gesamtwirtschaft derzeit nach oben zeigen, ist die aktuelle Situation im bayerischen Bäckerhandwerk dagegen angespannt. Auf das positive Jahresende 2009 folgte ein erstes Quartal 2010, das geprägt war durch einen Beschäftigungs- und Umsatzrückgang, eine sehr verhaltene Ordertätigkeit und einen tendenziellen Rückgang der Abgabepreise für Backwaren. Auf der Kostenseite drohen zudem aufgrund der schlechten Ernteprognose zusätzliche Belastungen durch zu erwartende Getreide- und Mehlpreiserhöhungen. Anders als in vielen anderen Branchen ist die Stimmung bei den Betriebsinhabern deshalb – wie die diesjährige Frühjahrsumfrage des Verbandes ergab – eher gedrückt.
Neben Aktivitäten zur Sicherung der Marktposition des Bäckerhandwerks sieht der Landes-Innungsverband einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit in den kommenden Jahren ganz klar im Bereich der Ausbildung und Nachwuchsförderung. Das beste Ausbildungsangebot greift jedoch ins Leere, wenn es nicht genügend qualifizierte und motivierte Bewerber für die jeweiligen Ausbildungsberufe gibt. Mehr als zwei Drittel der Auszubildenden des bayerischen Bäckerhandwerks kommen aus der Hauptschule. Landesinnungsmeister Traublinger begrüßt deshalb die Maßnahmen zur Stärkung der bayerischen Hauptschule, die mit dem Beginn des neuen Schuljahres Mitte September voll greifen werden: „Wichtig ist, dass verbesserte individuelle Förderung, Ganztagsangebote und eine intensivierte Berufsorientierung flächendeckend zum Regelfall werden. Ob das dann unter dem Logo ‚Mittelschule‘ oder – was uns besser gefallen hätte – unter dem traditionellen Begriff ‚Hauptschule‘ passiert, ist letztendlich zweitrangig“, bekräftigte der Inhaber einer mittelständischen Bäckerei. „Wir bewerten diesen Reformansatz positiv“, so Traublinger, der damit gegen den Mainstream der öffentlichen Meinung schwimmt. Im bayerischen Bäckerhandwerk sind auch im kommenden Lehrjahr noch Ausbildungsplätze unbesetzt.
Mit Fachkompetenz und Qualität wollen die bayerischen Innungsbäcker die Verbraucher für sich gewinnen. Als eines der Kernfelder wird derzeit der Frühstücksmarkt beworben mit Slogans wie „Richtig frühstücken – kinderleicht!“ und „Frühstücksfreunde“. Im Herbst ist eine Fortsetzung der Aktionen mit dem Schwerpunkt Take-Away geplant.
Das bayerische Bäckerhandwerk kann von sich behaupten, eine der am besten organisierten Branchen der bayerischen Wirtschaft zu sein. Dementsprechend kraftvoll kann der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk auftreten. Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Heinrich Traublinger bekleidet das Amt des Landesinnungsmeisters seit 1990. Komplettiert wird der Organisationsverbund des bayerischen Bäckerhandwerks auf der wirtschaftlichen Seite durch die insgesamt sieben Bäcker- und Konditoren-Einkaufsgenossenschaften (BÄKOs), die im Freistaat ihren Sitz haben.
| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 31 - 2010 |
| Autor: | red |
Fügen Sie hier Ihren Artikelkommentar hinzu.