Sensation in Friedrichshafen. Generali Haching gelang im dritten Finalspiel am Bodensee ein überraschend deutlicher 3:1 Sieg. Der amtierende deutsche Meister hatte seit 3 Jahren kein Heimspiel mehr verloren, für Paduretus Team war es der erste Erfolg in der ZF-Arena überhaupt. „Darauf haben wir seit zehn Jahren hingearbeitet“, freute sich Hachings Coach nach der Partie. Unterhachings Volleyballer wahren damit die Chance auf den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
Es gab nicht mehr viele Volleyballexperten und Fans, die nach den beiden Auftaktniederlagen Generali Hachings noch an eine Wende geglaubt hatten. Auch in Friedrichshafen bereitete man sich auf die Meisterfeier vor. 4000 Zuschauer sollten in ausverkaufter Halle den stattlichen Rahmen für die Übergabe der Schale bilden. Lediglich Mihai Paduretu ließ sich seinen Optimismus nicht nehmen. „Wir wollen noch nicht in Urlaub fahren. Es wird schwer, aber wenn wir gut angreifen, ist alles möglich“, so der Coach vor dem Spiel.
Als Belohnung für seine gute Leistung im zweiten Finale durfte Tomas Andel für Kapitän Marko Liefke beginnen. Die Häfler zogen schnell mit 4:1 davon, doch Haching hielt dagegen, lag zu den technischen Auszeiten mit 8:7 und 16:15 vorn. Nach der zweien technischen Auszeit brachte Paduretu Liefke für Andel und Armin Dewes brachte sein Team mit einer Aufschlagserie mit 21:18 in Front. Doch Friedrichshafens Superstar Georg Grozer konterte selbst mit einer Aufschlagserie. Trotzdem ging der erste Satz zu 23 an Haching. Auffällig war bereits im ersten Satz eine deutlich bessere Körpersprache als am Mittwoch und echter Teamgeist. Auch Mihai Paduretu betonte nach dem Spiel diesen Aspekt: „Das Team hat Charakter bewiesen, wir sind als echtes Team aufgetreten.“
Den zweiten Satz hatte Friedrichshafen im Griff. Der Meister lag stets mit 3 bis 4 Punkten vorn, nahm zur Mitte des Satzes Grozer raus, brachte Gontariu und blieb stark. Mihai Paduretu versuchte durch personelle Wechsel die wende zu schaffen. Andel kam für Liefke, Bakumovski für Kaliberda, den Boer für Steuerwald. Doch es half nichts, die Häfler holten den Satz zu 19.
Der dritte Satz begann sehr eng, keinem Team gelang es sich abzusetzen. Mitte des Satzes kam Grozer wieder ins Spiel. Beim Stand von 17:17 erhielt Friedrichshafens Zuspieler Lukas Tichacek die gelbe Karte, Friedrichshafen haderte mit den Unparteiischen, Haching nutzte die Unkonzentriertheit des Gegners und holte sich den Satz mit 25:23.
Auch der letzte Satz war sehr eng, Haching blieb aber stets knapp in Führung. Denis Kaliberda beendete den Satz wieder zum 25:23.
Somit hatte Optimist Paduretu mit seinem unerschütterlichen Glauben an den Sieg Recht behalten. Georg Grozer war deutlich überrascht vom Ergebnis. „Ich bin schockiert. Ich kann mir das nicht erklären“, fand er nach dem Spiel kaum Worte. Sebastian Schwarz, der beste Scorer seines Teams, war natürlich zufrieden: „Wir haben ein besseres Spiel gemacht, als zuvor. Mehr Mut, mehr Leidenschaft, besserer Angriff, das zahlt sich aus. Am kommenden Mittwoch müssen wir so spielen wie heute.“
Mihai Paduretu setzt am kommenden Mittwoch auf eine ähnlich starke Leistung seines Teams und auf die Unterstützung der Fans in ausverkaufter Halle. „Die Fans waren schon im zweiten Finale eine tolle Hilfe, gemeinsam ist der Ausgleich zum 2:2 nach Spielen möglich.“
Das vierte Finale findet am Mittwoch, den 5. Mai um 19.30 in der Generali-Sportarena statt.
Jochen Wessels
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