| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Gräfelfing |
| Woche: | 20 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
„Dieser Verein ist einer der lebendigsten und ungewöhnlichsten Vereine“, meinte Gräfelfings Bürgermeister in seiner Glückwunschrede zum 25. Geburtstag der Gräfelfinger Gelegenheitsschreiber (GRÄGS). „Dabei zielte die Vereinsgründung auf die Schwächung der Gemeinde ab. Darüber sollte sich kein Bürgermeister freuen“, so sein ironischer Hinweis auf die Vereinsanfänge.
Denn die Saalmiete im neugebauten Bürgerhaus vor 25 Jahre kostete die Veranstalter 750 Mark, sofern sie nicht in einem gemeindlichen Verein organisiert waren. „Wir wollten in Gräfelfing unbedingt die Lesung wiederholen, mit der wir im Münchner Literaturbüro so viel Erfolg hatten. Also haben wir uns flugs einen Verein ausgedacht“, erinnerte sich Vereinsgründer und Vorstand Johannes Glötzner. „Ich hätte ja nie gedacht, dass aus diesem Scherz ein wirklicher Verein wird. Und dazu noch einer mit solch langem Atem.“
Nun, 25 Jahre und vier Anthologien später zählen die GRÄGS bereits beachtliche 181 Mitglieder. „Die kommen aus dem ganzen Würmtal. Auch wenn wir sicherlich einige Karteileichen haben, treffen wir uns regelmäßig zum Lesen und Diskutieren“, gab Glötzner Göbel recht. „Bei uns hält sich Schreiben und Lesen die Waage“, ergänzte Vorstandsmitglied Inge Rassaerts. "Wir haben eine ganz große Bandbreite von Interessen. Die Textgespräche und Diskussionen sind immer sehr, sehr bereichernd."
Höhepunkt des Jubiläumsfestakts war nach vielen Lesungen das Theaterspiel der Bürgermeister. Göbel, sein Stellvertreter Peter Köstler und der für die nicht erschienene dritte Bürgermeisterin Heidi Plank-Schwab eingesprungene Florian Ernstberger liefen zur Höchstform auf, als sie gemeinsam mit Glötzner aus dem kommunalpolitischen Literaturstück „Kasperl als Garibaldi“ von Franz Graf von Pocci spielten.
Göbel ehrte Glötzner als „treibende Kraft der GRÄGS“. „Mit unglaublicher Kreativität, Feinsinn, Verstand bis zur Nachdenklichkeit führen Sie den Verein. Vielen Dank für diese 25 Jahre!“ Doch nicht nur die vielen Aktivitäten seien zu loben, so Göbel. „Sie können auch auf ein beachtlich lebendiges Nachwuchsleben blicken.“ Gerade für junge Literaturen um die zwanzig seien die GRÄGS ein Magnet. „Ihre neue Anthologie „Lesen ist Silber“ schreit nach dem Gegenstück „Schreiben ist Gold“. In dem Sinne wünsche ich den GRÄGS weitere viele Jahre aktives Vereinsleben.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Gräfelfing |
| Woche: | 20 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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