| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Neuhausen |
| Woche: | 29 - 2010 |
| Autor: | red |
„Mit dem Trachten- und Schützentag wollen wir das Brauchtum fördern und stärken“, erklärt Ingeborg Staudenmeyer, die Vorsitzende des Neuhauser Bezirksausschusses (BA 9). „Die Brauchtumspflege nimmt in der heutigen Zeit immer mehr ab. Trachten- und Schützenvereine haben kaum Möglichkeiten sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren.“ Dies möchte der Bezirksausschuss als Initiator des Trachten- und Schützentages, der am kommenden Sonntag, 25. Juli, nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet, ändern.
Beginn ist um 9 Uhr am Rotkreuzplatz. Dort treffen sich die Festzugteilnehmer. Um 10 Uhr setzt sich der Festzug mit den insgesamt 29 Trachten- und Schützenvereinen in Bewegung. Über die Winthir-, Nibelungen-, Arnulf- und Guntherstraße geht es in Richtung Hirschgarten. Mit dabei sind auch die Blaskapelle Aubing sowie die Jungen Samerberger Musikanten. „Die Augustiner Brauerei stellt uns sogar ihr Brauereigespann vom Oktoberfest zur Verfügung“, so Staudenmeyer. Insgesamt werden rund 530 Trachtler und Schützen erwartet. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.
Um 11 Uhr beginnt dann im Hirschgarten der Festgottesdienst mit dem Trachtenpfarrer des Isargau, Monsignore Erwin Hausladen. Der „Feldmochinger Zwoagsang“ präsentiert die Bauernmesse von Annette Thomas. Nach dem Gottesdienst ist Böllerschießen mit den Böllerschützen vom Schützenkranz Moosach angesagt. Offiziell eröffnet wird der Trachten- und Schützentag im Hirschgarten durch kurze Reden von Ingeborg Staudenmeyer, Peter Ludwig (Almrausch-Stamm), Wolfgang Kosak (Schützengau Neuhausen-Altstadt) und Johann Eichinger (Hirschgarten).
Ab 13 Uhr findet auf und um die Bühne dann ein Bayerischer Nachmittag mit Schuplattl’n, Goaßlschnalz’n und Volkstänzen statt. „Wir legen natürlich großen Wert darauf, dass die Besucher auch mittanzen“, betont Peter Ludwig vom Almrausch-Stamm, der seinen Sitz in Neuhausen hat. Für die dafür nötige Tanzlmusik sorgen die Jungen Samerberger Musikanten und die Siegmertshauser Klarinettenmusik. Moderiert wird das Ganze von Gerhard Holz, der nicht nur Teil des „Feldmochinger Zwoagsangs“ ist, sondern auch Vorstand im Förderverein „Bairische Sprache und Dialekte“. Zudem gibt es einen Trachtenmarkt. „Hier dreht sich alles rund um das Thema Tracht – Dirndl, Lederhosen, Hüte, Gamsbärte und vieles mehr“, so Ludwig. „Insgesamt wird es im Rahmen des Trachtenmarktes 23 Stände geben.“
„Besonders in der Stadt haben die Vereine große Probleme mit der Anonymität“, betont Franz Schröther von der Geschichtswerkstatt Neuhausen. „Da sieht es auf dem Land ganz anders aus, weil die Mitgliederzahl im Verhältnis bei weitem höher ist als bei Vereinen hier in München.“ Aus diesem Grund sei es wichtig, die richtigen Partner zu haben, ergänzt Staudenmeyer. „Mit dem Hirschgarten als Veranstaltungsort und der Augustiner Brauerei sind wir sehr gut aufgestellt. Zudem bekommen wir noch Unterstützung von der Haberland-Stiftung. Sonst könnte man das gar nicht organisieren. Zumal die Kosten von 13.000 Euro auch gedeckt werden müssen.“
Im Isargau sind insgesamt 65 Trachtenvereine organisiert. „Das sind zwar eine Menge Vereine, aber die Mitgliederzahl sieht eher mau aus“, sagt Ludwig. „Ganz schlimm ist, dass uns in der letzten Zeit die Vereine regelrecht wegsterben, weil wir wenig Nachwuchs haben.“ Deshalb freue man sich über jedes neue Mitglied.
„Als traditionsbewusste Brauerei fördern wir natürlich gerne das Brauchtum und unterstützen das Engagement der Vereine“, erklärt Norbert Brüggen von Augustiner-Bräu, der ältesten Brauerei Münchens. „Mir gefällt die Brauchtumspflege“, sagt Hirschgartenwirt Johann Eichmeier, der zusammen mit Ingeborg Staudenmeyer seit vergangenem Jahr auch Mitglied im Almrausch-Stamm ist. „Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass das Brauchtum stärker gefördert gehört. Gerade in der heutigen Zeit, in der sich die Gesellschaft ständig ändert.“ Zudem hätten die Vereine in München kaum die Möglichkeit sich zu zeigen. „Im Hirschgarten haben wir die Kapazitäten, um solch eine Veranstaltung zu organisieren.“
Schon im vergangenen Jahr fand im Rahmen der Stadtteilwoche Neuhausen ein Trachtentag statt. Nachdem im Jahre 2008 der veranstaltete Schützen-, Jäger- und Trachtenball ein großer Erfolg war, möchte man den Trachten- und Schützentag etablieren. „Dabei wird es jetzt bleiben“, betont Staudenmeyer. „Die Veranstaltung soll in dieser Form jedes Jahr stattfinden.“ Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist der Festzug allerdings länger. „Es ist sehr wichtig, dass der Festzug durch den Stadtteil führt, damit die Leute etwas mitbekommen“, erklärt Franz Schröther. „Wir gehen praktisch von Neuhausen nach Nymphenburg. So können wir die beiden Stadtteile wunderbar verbinden.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Neuhausen |
| Woche: | 29 - 2010 |
| Autor: | red |
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