Münchner Wochenanzeiger - 

Vereine, Verbände und Brauchtum

 
rss icon  
Thursday, 24. May 2012 · 23:10 Uhr  · 
Klar (Nacht) 19°

Donnerstag

Gewitter  T: 12° / H: 23°

Freitag

Sonnig  T: / H: 22°
 
 
 
 
02.08.2011 - 09:04 Uhr
 

Bierprobe zum Jubiläum

Freiflächenverein München-Aubing feiert 30-jähriges Bestehen

Münchner Wochenanzeiger : Assistiert von Sebastian Kriesel und Augustiner-Gebietsleiter Norbert Brüggen (rechts) zapft hier Helmut Pfundstein das Fass zur Bierprobe an. (Foto: Eva Schraft)
 
Assistiert von Sebastian Kriesel und Augustiner-Gebietsleiter Norbert Brüggen (rechts) zapft hier Helmut Pfundstein das Fass zur Bierprobe an. (Foto: Eva Schraft)

Zur Bierprobe anlässlich des diesjährigen Aubinger Herbstfestes hat der Freiflächenverein München-Aubing e.V. gemeinsam mit Festwirt Lorenz Stiftl und der Augustiner Brauerei München vor kurzem ins Aubinger Feuerwehrhaus eingeladen – und bei dieser Gelegenheit hat der Freiflächenverein auch gleich sein 30-jähriges Gründungsjubiläum mitgefeiert. Begrüßt wurden die eingeladenen Politiker sowie die Vertreter der Aubinger Traditionsvereine vom Freiflächenvereinsvorsitzenden Sebastian Kriesel, der im Oktober vergangenen Jahres Gründungsvorstand Helmut Pfundstein abgelöst hatte.

Dabei ging Kriesel auch auf die Vorgeschichte der Vereinsgründung ein: Wegen des „eklatanten Mangels an Veranstaltungsräumlichkeiten“ für größere Feste und Jubiläen der Aubinger Vereine sei bei solchen Anlässen seit den Sechzigerjahren auf dem Privatgrundstück eines nach Amerika ausgewanderten kinderlosen Aubinger Ehepaares, Josef und Maria Beland, mit deren Einverständnis ein Festzelt aufgestellt worden. Nach der Rückkehr der Belands in den Siebzigerjahren habe der mit dem Ehepaar befreundete Aubinger Josef Grünwald einen direkten Kontakt der Vereine mit der Familie Beland hergestellt und auch „langjährige Vertrauensarbeit“ geleistet. Schließlich entschlossen sich die Eheleute Beland, das besagte Grundstück, also die Belandweise am Germeringer Weg, den Aubinger Vereinen als dauerhaften Veranstaltungsplatz zu vererben.

Traditionsvereine

Besonderes Anliegen der Eheleute Beland sei es dabei gewesen, sicherzustellen, dass die Verfügungsgewalt über das Grundstück dauerhaft bei den Aubinger Vereinen verbleiben könne. Der von ihnen beauftragte Josef Grünwald besprach die Angelegenheit mit Otto Preis. Beide beschlossen, den damals noch jungen Vorstand des Männergesangvereins Germania Aubing, Helmut Pfundstein, zu Rate zu ziehen, da dieser in Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten erfahren war. „Helmut Pfundstein schlug schließlich die Gründung eines gemeinnützigen Vereins durch Aubinger Traditionsvereine vor, die in Abstimmung mit den Eheleuten Beland bestimmt werden sollten“, berichtet Sebastian Kriesel.

Die Grundidee des neuen Freiflächenvereins war es, sicherzustellen, dass der Kreis der Entscheidungsträger möglichst klein bleibt, um klare Entscheidungsstrukturen zu schaffen und trotzdem eine große Zahl interessierter Bürger, in Form der Mitglieder der Einzelvereine, an die Vereinsinteressen zu binden. „Daher wurde für jeden Verein nur je eine Stimme in der Vereinssatzung vorgesehen. Die Belands legten dabei großen Wert darauf, nur Traditionsvereine aufzunehmen, die sich durch langjährige erfolgreiche Arbeit in Aubing ausgezeichnet hatten“, erzählt Helmut Pfundstein, „Josef Grünwald sollte als einzige natürliche Person als eine Art Treuhänder der Eheleute Beland Vereinsmitglied werden, um auch über die Anlaufzeit des Vereines hinaus als Wahrer des Vermächtnisses darauf zu achten, dass die ursprüngliche Idee der Erblasser beachtet wird.“

So trafen sich schließlich am 6. Dezember 1981 die Vorsitzenden der ausgewählten Aubinger Traditionsvereine MGV Germania, Freiwillige Feuerwehr, Schützengesellschaft, Burschenverein, GTEV Almfrieden, Veteranen- und Kameradschaftsverein und Josef Grünwald zur Gründungsversammlung des Freiflächenvereins München-Aubing; zum Vereinsvorsitzenden wurde Helmut Pfundstein bestimmt. Unmittelbar nach der Gründung des Vereins übertrugen die Eheleute Beland dem Freiflächenverein die Verwaltung des Grundstücks und verfügten in ihrem Testament ein Legat zu Gunsten des Freiflächenvereins, das zwischenzeitlich erfüllt wurde.

Aubinger Herbstfest

Nachdem das Grundstück in den Besitz des Freiflächenvereins übergegangen war, entwickelte der Vereinsvorsitzende Helmut Pfundstein die Idee, jährlich zu einem festen Termin auf der Belandwiese ein Festzelt aufzustellen und ein Volksfest zu veranstalten, um den Aubinger Vereinen die Möglichkeit bieten zu können, eigene Großveranstaltungen und Vereinsjubiläen durchzuführen. So konnte im Jahr 1990 das erste Aubinger Herbstfest unter der Schirmherrschaft des damaligen Stadtrats Anton Fürst starten. Der bekannte Aubinger Maler Josef Wahl schenkte dem Verein 1991 ein Volksfestbild, das seither als Plakatmotiv verwendet wird.

Bis zum Jahr 2010 haben die Aubinger Vereine 30 Mal die Möglichkeit genützt, im Festzelt auf der Belandwiese  eigene Veranstaltungen durchzuführen. Heuer findet das 22. Aubinger Herbstfest von Donnerstag bis Sonntag, 8. bis 11. September, statt (das genaue Programm für alle vier Tage ist im Aubinger Werbe-Spiegel, Ausgabe 36 vom 7. September, abgedruckt). Den Auftakt bildet am Donnerstag traditionsgemäß der Tag der Vereine; zudem laden auch wieder zwei Vereine zu Festen ein: Am Freitag feiert der Eigenheimerverein Neuaubing und Umgebung sein 75-jähriges Gründungsjubiläum, am Samstagabend der GTEV Almfrieden Aubing sein 90-jähriges Bestehen – erstmals gibt es außerdem am Samstag ab 11 Uhr ein großes Schafkopfrennen in Zusammenarbeit mit dem Werbe-Spiegel-Verlag im Festzelt.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Aubing
Woche: 31 - 2011
Autor: E.S.

Bildergalerie

Diese Bildgalerie enthält 5 Bilder.

Artikelkommentare
Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar hinterlegt.
Verwandte Artikel