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05.08.2010 - 10:32 Uhr
 

Zum besseren Miteinander gefunden

Positive Bilanz für das LILALU-Projekt "Bildung! Lernen! Spielend!"

Münchner Wochenanzeiger : Hand in Hand bilden die Schüler der Grundschule am Winthirplatz eine menschliche Pyramide - ohne jedes Vorurteil. (Foto: Thomas Wobido)
 
Hand in Hand bilden die Schüler der Grundschule am Winthirplatz eine menschliche Pyramide - ohne jedes Vorurteil. (Foto: Thomas Wobido)

Integration - hier zu Lande eher als Problem denn als Pflicht verstanden – hat sich seit diesem Jahr ein neues LILALU-Projekt zur Aufgabe gemacht und beschäftigte sich deshalb das gesamte letzte Schuljahr über an acht Münchner Grundschulen überwiegend mit den Ganztagesklassen der Stufen 1 bis 4, um das Miteinander und Verständnis von Kindern unterschiedlichster Nationalitäten und Kulturen zu stärken und für ihre Zukunft eine Basis aus Respekt zu schaffen.

"Diese Kinder kommen aus ganz verschiedenen Kulturen, aus Ländern wie dem Irak, dem Senegal, Vietnam oder Bulgarien. Da gab es viele Vorbehalte und Abneigungen und ganz unterschiedliche Vorstellungen von Toleranz und Verständnis", sagt Eva Wobido, Rektorin der Grundschule am Winthirplatz. Die Kinder seien nicht mit einander klar gekommen. Beim Sommerfest war davon nichts mehr zu spüren. Hand in Hand bildeten die Kids, die den Akrobatikkurs besucht hatten, eine lebende Pyramide.

Extreme Nachfrage

Ähnlich verhält es sich an der Grundschule in der Grafinger Straße, die größtenteils von Kindern mit Migrationshintergrund besucht wird. Konrektorin Barbara Hetzenecker berichtet sogar von einem Ansturm auf den dort angebotenen Breakdance und Trampolinkurs, der so groß war, dass die Plätze verlost wurden und viele Kinder leider nicht teilnehmen konnten. Und auch die Kleinfeldschule in Germering sah sich wegen der extremen Nachfrage gezwungen, statt nur zwei Kursen vier anzubieten, um möglichst wenige Schüler zu enttäuschen und 50 Sechs- bis Zehnjährigen die Möglichkeit zu geben, sich in Jonglage, Clownerie und Bühnenmalerei zu probieren und sogar ihr eigenes Stück "Eine Flugreise um die Welt" aufzuführen. "Ich finde es sehr gut, dass die Kinder sich trauen, vor jemandem aufzutreten, und dass bei den Workshops das kreative Gestalten einen großen Raum einnahm", so Rektorin Anita Bock, die auch einen Vorteil für die Kinder sieht, die nicht an dem Projekt teilnehmen konnten: Das Schulhaus wurde von den Gruppen verschönert, so dass sich dort nun jeder wohler fühlt.

Diese Kreativität, die Möglichkeit der Fantasie und auch der Energie freien Lauf zu lassen, ist es, die es den Kindern ermöglichte, nicht nur miteinander die deutsche Sprache zu lernen, sondern auch tatsächlich miteinander zu kommunizieren und Vertrauen aufzubauen.

Nun hoffen die Schulen, dass sie das für sie kostenfreie, erfolgreiche Projekt auch im nächsten Schuljahr durch die Unterstützung des Europäischen Integrationsfonds (EIF) weiterführen können, um weiteren Schülern die Möglichkeit zu geben, Vorurteile abzubauen und über ihren kulturellen Tellerrand zu blicken.

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 31 - 2010
Autor: red
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