| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 34 - 2010 |
| Autor: | rf |
Gebärdensprache besteht aus Mimik, speziellen Handformen, Bewegungen des Oberkörpers und dem Mundbild. Erklären, witzeln, schreien, flüstern: Mit Gebärdensprache ist alles möglich. Sie hat eine eigene Grammatik, ist national unterschiedlich und in Bayern etwas anders als an der Nordseeküste: Sie besitzt also sogar Dialekte.
Was viele nicht wissen: Gebärdensprache wurde 1880 für den Unterricht Gehörloser verboten. Es sollte beinahe ein Jahrhundert dauern, bis man begriff: Der Einsatz von Gebärdensprache fördert die Wissensvermittlung und schadet ihr nicht. Ein Meilenstein war 2009 das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. In Artikel 24 wurde das Recht Gehörloser festgeschrieben, Unterricht in einer Sprache zu haben, die sie am besten verstehen – der Gebärdensprache. Doch auch heute noch ist dies keineswegs selbstverständlich
Verbreitete Vorurteile gegenüber Gehörlosen aufgreifen und Aufmerksamkeit erregen, war auch das Ziel der Kampagne mit dem Motto „Wir können alles, nur nicht hören“ (www.wir-sind-nicht-stumm.de). Plakatwände wurden am Münchner Hauptbahnhof und in fünf anderen deutschen Großstädten gezeigt. Auch in Form von CityCards wurde das Thema publik gemacht.
Die neueingerichtete Gebärdensprachschule des Gehörlosenverbandes München und Umlandes e.V. (GMU) in der Lohengrinstraße 11 bietet ein vielseitiges Kursangebot. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Fachpersonal, egal ob hörend oder gehörlos - im Gruppen- oder Einzelunterricht werden den Teilnehmern verschiedene Lerninhalte geboten. Auch Firmen können für Ihre Mitarbeiter spezielle Kurse buchen. Tauchen Sie ein in eine faszinierende Sprache und in die Welt der Gehörlosen! Mehr Informationen unter www.gmu.de.
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 34 - 2010 |
| Autor: | rf |
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