| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 15 - 2011 |
| Autor: | ann |
Unterbezahlung der Hochschuldozenten, Zeitmangel durch Nebenjob und daraus resultierender Qualitätsverlust - dieser Teufelskreis spielt sich derzeit an den bayerischen Universitäten ab.
Schon als kleiner Bub entdeckte Heiko Steiner seine Leidenschaft für die Philosophie - die Liebe zur Weisheit. Auf den Spuren der alten Denker führte ihn ein mühsamer und zeitintensiver Weg über ein Philosophiestudium hin zu einer Stelle als Lehrbeauftragter an einer Münchner Universität. Doch Früchte trägt der ganze Aufwand nicht. Für schlappe 10 Euro pro Unterrichtsstunde ohne Vergütung der mehrstündigen Vorbereitungszeit hat sich der ganze Fleiß scheinbar nicht gelohnt.
„Diese miserable Bezahlung unserer Lehrbeauftragten muss sich ändern“, fordert jetzt Michael Piazolo, stv. Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher der Freien Wähler im Landtag. Des Weiteren fordert er eine Bezahlung, die dem Arbeitsaufwand und der Qualifikation der Dozenten entspricht.
Im Gegensatz zu anderen Lehrbeauftragten in geisteswissenschaftlichen Fächern, die zum Teil für ihre Habilitation umsonst arbeiten, kann sich Heiko Steiner noch glücklich schätzen.
Eine von den unentgeltlich arbeitenden Dozentinnen ist Sonja Bauer. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, jobbt sie nebenbei in der Gastronomie und klagt darüber, dass die dadurch eingeschränkte Vorbereitungszeit oft zu einer Qualitätsverminderung des Unterrichts führt.
Allein an der LMU sind in den letzten vier Semestern 1000 von 5800 Lehrveranstaltungen nicht bezahlt worden.
Michael Piazolo fordert auf Basis eines vorgelegten Gesetzentwurf bei der Bayerischen Staatsregierung einen Mindestbetrag von 40 Euro pro abgehaltener Stunde und betont: „Eine aktive Politik muss jetzt über einen angemessenen Mindestsatz nachdenken.“
| Ausgabe: | Sendlinger Anzeiger München |
| Woche: | 15 - 2011 |
| Autor: | ann |
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