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06.09.2010 - 12:44 Uhr
 

Bildungsbaustelle Migration

Barriere statt Karriere - Ausstellung im EineWeltHaus

Münchner Wochenanzeiger : Der Irak war jahrzehnte lang das am weitesten entwickelte Land der arabischen Welt, die Bildung hatte ein höheres Niveau, als in vielen europäischen Ländern. (Foto: pi)
 
Der Irak war jahrzehnte lang das am weitesten entwickelte Land der arabischen Welt, die Bildung hatte ein höheres Niveau, als in vielen europäischen Ländern. (Foto: pi)
Münchner Wochenanzeiger : Obwohl sie für ihre Regierung zu intelligent waren, traut ihnen so mancher Arbeitgeber gerade einmal genug zu, um einen einfachen Job auszuführen. (Foto: pi)
 
Obwohl sie für ihre Regierung zu intelligent waren, traut ihnen so mancher Arbeitgeber gerade einmal genug zu, um einen einfachen Job auszuführen. (Foto: pi)

In Deutschland leben viele gut qualifizierte Migranten und Migrantinnen, die meist wegen mangelnder Anerkennung ihrer Qualifikation unter ihrem Niveau beschäftigt sind. Dennoch tönt die Broschüre "Willkommen in Deutschland" des Bundesministeriums des Inneren: "Integration bietet viele Chancen: Sie eröffnet Ihnen als Zuwanderin oder Zuwanderer die Möglichkeit, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben".

Nach solch einer freundlichen Begrüßung stellt sich die Frage, warum so viele hochqualifizierte Zuwanderer hier in Deutschland nicht ihren erlernten Beruf ausüben können. Das EineWeltHaus zeigt derzeit eine Ausstellung dazu. Warum wird einem langjährigen Gesichtschirurgen und Leiter einer entsprechenden Klinik die Kompetenz abgesprochen, weiter in diesem Gebiet zu arbeiten? Warum schneidet ein gelernter Politologe nun Haare? Beispiele wie diese sind in Deutschland gang und gäbe. Aber wie kommt es zu solch abstrusen Lebenslinien? Betroffen sind insbesondere Akademiker/innen aus Drittländern, also solchen Ländern, die nicht zur EU gehören und mit denen auch keine entsprechenden Abkommen geschlossen wurden.

Für die Ausstellung, die bis zum Montag, 27. September, im Foyer des EineWeltHauses, Schwanthalerhöhe 80, täglich von 10 bis 19 Uhr zu sehen ist, haben sich Bürger der Stadt München bereit erklärt, ihr Schicksal mit Eingeborenen zu teilen, und erzählen aus ihrem Leben - vom Damals und vom Heute.

Die Ausstellung besteht aus Baustellentafeln, die die Bildungsbaustellen symbolisieren, mit denen viele Migranten konfrontiert sind, wenn ihre im Heimatland erworbenen Berufsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden. Die Fotografin Andrea Huber und der Grafik-Designer Matthias Weinzierl haben diese Menschen und deren berufliche Geschichte porträtiert.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 36 - 2010
Autor: red

EineWeltHaus München e.V.

Schwanthalerstr. 80
80336 München-Theresienhöhe

Kartenansicht

EineWeltHaus München e.V.

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