| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 36 - 2010 |
| Autor: | red |
In Deutschland leben viele gut qualifizierte Migranten und Migrantinnen, die meist wegen mangelnder Anerkennung ihrer Qualifikation unter ihrem Niveau beschäftigt sind. Dennoch tönt die Broschüre "Willkommen in Deutschland" des Bundesministeriums des Inneren: "Integration bietet viele Chancen: Sie eröffnet Ihnen als Zuwanderin oder Zuwanderer die Möglichkeit, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben".
Nach solch einer freundlichen Begrüßung stellt sich die Frage, warum so viele hochqualifizierte Zuwanderer hier in Deutschland nicht ihren erlernten Beruf ausüben können. Das EineWeltHaus zeigt derzeit eine Ausstellung dazu. Warum wird einem langjährigen Gesichtschirurgen und Leiter einer entsprechenden Klinik die Kompetenz abgesprochen, weiter in diesem Gebiet zu arbeiten? Warum schneidet ein gelernter Politologe nun Haare? Beispiele wie diese sind in Deutschland gang und gäbe. Aber wie kommt es zu solch abstrusen Lebenslinien? Betroffen sind insbesondere Akademiker/innen aus Drittländern, also solchen Ländern, die nicht zur EU gehören und mit denen auch keine entsprechenden Abkommen geschlossen wurden.
Für die Ausstellung, die bis zum Montag, 27. September, im Foyer des EineWeltHauses, Schwanthalerhöhe 80, täglich von 10 bis 19 Uhr zu sehen ist, haben sich Bürger der Stadt München bereit erklärt, ihr Schicksal mit Eingeborenen zu teilen, und erzählen aus ihrem Leben - vom Damals und vom Heute.
Die Ausstellung besteht aus Baustellentafeln, die die Bildungsbaustellen symbolisieren, mit denen viele Migranten konfrontiert sind, wenn ihre im Heimatland erworbenen Berufsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden. Die Fotografin Andrea Huber und der Grafik-Designer Matthias Weinzierl haben diese Menschen und deren berufliche Geschichte porträtiert.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 36 - 2010 |
| Autor: | red |
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