| Ausgabe: | SamstagsBlatt Sendling |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | RP |
Im Raum München leben schätzungsweise 126.000 alleinerziehende Familien – Tendenz steigend. Sandra Spicker ist eine von ihnen. Zusammen mit ihrem Sohn Louis (3) lebt die 37-jährige in Sendling und versucht, ihren Alltag ohne die Unterstützung eines intakten Familiennetzes zu bewältigen.
Die gelernte Bürokauffrau, die sich vor ihrer Mutterrolle mit Saisonarbeit ihr Geld verdiente, lebt momentan von Hartz IV. Geplant war das so nicht. „Wenn Sie dem Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch erklären, dass Sie alleinerziehend sind, schlägt dieser die Hände über den Kopf zusammen“, schildert Sandra Spicker ihre Erfahrung bei der Stellensuche. „Besonders schwierig wird es, wenn man, wie ich, auf keine Unterstützung seitens Mutter, Oma, Familien- oder Freundeskreis zurückgreifen kann.“ Dieses fehlende soziale Netz möchte sich die Alleinerziehende gerne aufbauen. Schon länger schlummert in ihr die Idee, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun, um sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu bieten.
Auch ihre berufliche Zukunft möchte sie mithilfe dieses Netzwerkes verwirklichen. Sandra Spicker hat bereits konkrete Pläne. Gesunde, ökologische Ernährung für Kinder, schadstofffreie Kinderbekleidung oder Spielzeug – intensiv hat sie sich mit diesen Themen auseinandergesetzt und möchte in diese Richtung aktiv und kreativ tätig werden. Sie spricht mit Überzeugung:.„Ich möchte meine Kompetenzen mit anderen teilen, mich dadurch ergänzen. Wir könnten miteinander arbeiten, die Kinderbetreuung aufteilen und uns gegenseitig als Ersatzfamilie dienen.“ Um das Projekt voranzutreiben, bräuchte sie jedoch einen Businessplan. Da ihr die notwendigen Mittel dazu fehlen, ist die alleinerziehende Mutter über jede fachliche Unterstützung dankbar.
Gerade weil sie selbst betroffen ist, hat Sandra Spicker großen Respekt vor alleinerziehenden Elternteilen. Sie weiß, zu welchem Kraftakt ihresgleichen fähig ist. Dieses Potential möchte sie bündeln. „Man kommt sich oft so vor, als ob man im Sand buddelt – je mehr Kraft man in den Alltag legt, desto mehr versinkt man darin.“ In der Gemeinsamkeit sieht sie das Ziel und möchte daher einen Aufruf starten. „Wer sich angesprochen fühlt, ist herzlich willkommen. Ich freue mich über jeden Kontakt.“ Zu erreichen ist Sandra Spicker unter der Tel. 15890022 oder per Email unter Saspick@hotmail.com.
| Ausgabe: | SamstagsBlatt Sendling |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | RP |
Henriette Borowski (02.09.10)
habe eben diesen Artikel gelesen und graturliere Dir zu Deinem Ethusiasmus, solche Dinge anzugehen.
ich finde es sehr schade, dass bisher niemand einen Kommentar hinterlegt hat , das würde ihr sicherlich Mut machen und ihr Engegement stärken.
Man muß etwas tun, um verändern zu wollen, nicht nur reden oder jammern, es sollte sich doch jemand finden, der ihr hilft.
Auch hier bei uns im " Osten" besteht das genannte Problem und die Frauen werden oft dermaßen im Stich gelassen -auch dann noch, wenn sie sich gedanken machen, um ihre und die Sitation anderer zu verbessern.
es sollten alle daran denken, es geht um unsere Kinder, wacht auf und schließt Euch zusammen, es kann nur besser werden.
Alles Gute für Dich Sandra und für Louis, ich wünsche es Euch von herzen, dass sich etwas bewegt , die Hoffnung stirbt zuletzt !!!