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02.02.2012 - 10:39 Uhr
 

Es kommt auf jeden einmal zu

Der Mobile Soziale Dienst hilft dabei, die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten

Münchner Wochenanzeiger : Sandra Hirner (r.), vom Mobilen Sozialen Dienst, unterstützt die 80-jährige Antonia Obermair im Haushalt und bietet ihr damit auch ein Stück mehr Lebensqualität. (Foto: BK)
 
Sandra Hirner (r.), vom Mobilen Sozialen Dienst, unterstützt die 80-jährige Antonia Obermair im Haushalt und bietet ihr damit auch ein Stück mehr Lebensqualität. (Foto: BK)

„Wir bieten ein Hilfsangebot, das jeden betrifft und auf jeden einmal zukommt“, erklärt Harald Sedlmeier, Leiter des Mobilen Sozialen Dienstes (MSD) in der Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk. Mit etwa 50 geschulten Mitarbeitern bietet der MSD sogenannte „präventive haushaltsunterstützenden Maßnahmen“ und hilft damit Senioren, im eigenen Zuhause alt werden zu können. Dabei stammen die Einsatzkräfte, die nebenberuflich oder ehrenamtlich tätig sind, aus den unterschiedlichsten Berufen, so wie auch die Senioren vielfältige Lebensläufe haben und verschiedenste Geschichten erzählen. Von der Hausfrau bis hin zum pensionierten Akademiker, die Einsatzkräfte sind ein „buntes Völkchen“, wie Karin Ferst, stellvertretende Leiterin des MSD, schmunzelt. Und dies ist auch die große Qualität beim MSD. Denn Ferst und Sedlmeier legen besonderen Wert darauf, Einsatzkräfte und Kundschaft gut miteinander zu kombinieren, so dass auch gemeinsame Interessen und Gesprächsthemen ein Bindeglied darstellen. „Das Besondere ist das Individuelle, dass man auch immer wieder schaut, wer passt zu wem“, meint Ferst.

Gemeinsam Kuchen backen

Im Fall von Antonia Obermair und ihrem Sohn ist dies gut gelungen. In Sandra Hirner haben sie eine Betreuerin gefunden, die sich fürsorglich um den Haushalt kümmert, den die 80-jährige Witwe und ihr Sohn nicht mehr alleine bewältigen können. „Ich freu mich immer. Sie ist so liebenswürdig und nett“, beschreibt es Antonia Obermair. Von dem gesetzlichen Betreuer der Familie wurde der MSD gerufen. Drei Mal pro Woche sieht nun Sandra Hirner bei den Obermairs nach dem Rechten und freut sich über den Erfolg: „Vor einem Jahr haben sie noch nicht mal jemanden reingelassen.“ Bei Frau Obermaier griff ein ganzes Versorgungsnetz, so dass die Dame nun rundum gut versorgt wird. Während der Pflegedienst sich um die medizinisch und pflegerische Versorgung kümmert und per „Mittag auf Rädern“ das Mittagessen organisiert wird, sorgt Hirner vom MSD für das häusliche Umfeld. Dabei sei vor allem die aktive Teilhabe der Senioren ein wichtiger Faktor: „Wir backen Kuchen, und wir putzen zusammen. Ich bringe sie immer wieder mit ein. Denn jeder muss noch ein bisschen das Gefühl haben, dass er es noch machen kann. Und das ist das Schöne, dass wir uns die Zeit dafür nehmen können.“

Auch mal „ratschen“

Denn die Mitarbeiter des MSD nehmen sich auch für die zwischenmenschliche Belange Zeit. Dies genießt auch der 79-jährige Anton Fischbacher. Erst seit vier Wochen besucht Betreuerin Monika Gallaun den Rentner und doch haben beide sehr schnell eine Gemeinsamkeit gefunden: „Wir unterhalten uns über unser Lieblingsthema Pferde“, meint Monika Gallaun. „Wir machen halt einen Ratsch“, lächelt Fischbacher. Früher besaß der Rentner eigene Pferde, ritt über 30 Jahre lang und engagierte sich im Pferdeverein. Gallaun bringt ihm nun, nachdem er das Reiten aufgeben musste, aktuelle Zeitungsartikel über Dressurpferde mit oder berichtet über die eigene Reitleidenschaft und knüpft damit an Fischbachers Lebenslauf an. Neben der hauswirtschaftlichen Unterstützung bildet dieser soziale Aspekt einen wichtigen Bestandteil der präventiven Maßnahmen des MSD. Fischbacher wohnt bereits seit den 70-er Jahren in seiner Laimer Wohnung. Indem er zwei Mal pro Woche die Tagespflege besucht und zusätzlich die Unterstützung von Einsatzkraft Gallaun bekommt, ist es dem Rentner auch weiterhin möglich, im eigenen Zuhause zu bleiben.

Zusammen alt werden

„Das ist unser oberstes Ziel, dass Menschen in ihrer Umgebung bleiben können und gut versorgt sind und vor allem auch die Angehörigen entlastet werden“, erklärt Sedlmeier. Durch den MSD solle auch „ein Stück Leben und ein Stück Freude“ ermöglicht werden, ergänzt Ferst. Bei dem seit 60 Jahren verheirateten Rentnerehepaar Magdalena (90) und Josef (92), gelingt dies indem Silvia Wölfel im Haushalt hilft. „Das ist das, was einen sehr belastet, dass man alleine nichts mehr unternehmen kann“, erklärt der 92-jährige Josef. Nachdem er früher als Geschäftsführer einer großen Firma voll berufstätig war, fiel es ihm schwer, die Einschränkungen, die durch das Alter kamen, zu akzeptieren. Daher wollte das Ehepaar anfangs auch keine Hilfe annehmen. Doch, „auf einmal ist es nicht mehr gegangen“, berichtet der Rentner. Seit zwei Jahren besucht Silvia Wölfel auf Anfrage des Sohnes das Ehepaar und wurde zur Vertrauensperson. „Es ist das beste Verhältnis. Wir haben keinerlei Klagen“, versichert Josef. Silvia Wölfel begleitet zu Arztterminen, geht einkaufen und wäscht die Wäsche. „Ich komm sehr gern her. Es ist schön, und zum Lachen gibt es auch immer etwas", sagt sie.

Wenn auch die Arbeit beim MSD die Mitarbeiter täglich fordert und ihnen viele menschliche Qualitäten abverlangt, so sind sich die Einsatzkräfte doch einig: „Wir arbeiten gern mit Menschen“. Und für Harald Sedlmeier ist seine Arbeit nicht nur ein Job: „Ich kann mir nichts anderes vorstellen.“

Informationen zum Angebot der Stiftung und dem Mobilen Sozialen Dienst gibt es unter www.familien-altenpflege.de.

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 05 - 2012
Autor: BK

Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk

Mitterfeldstr.
80689 München-Laim/Blumenau

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Stiftung Katholisches Familien- und Altenpflegewerk

 

 

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