| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Westend |
| Woche: | 40 - 2011 |
| Autor: | SE |
Feierlich eingeweiht hat der Verein Generationengerechtes Wohnen am vergangenen Freitag ein neues Wohnhaus im Hof des 1928 erbauten Barthblocks im Münchner Westend. Bereits Anfang August sind die neuen Bewohner, elf Seniorinnen und Senioren, in das moderne Gebäude mit insgesamt neun schwellenfrei und seniorengerecht ausgebauten Wohnungen eingezogen. So verbindet ein Aufzug alle Stockwerke miteinander, die Duschen sind ohne Duschwannen gebaut und herunterklappbare Sitze oder Halterungen sorgen, wenn gewünscht, für Sicherheit. „Drei Männer und acht Frauen im Alter von Anfang 60 bis Ende 80 leben hier selbstständig und aktiv bis ins hohe Alter“, erklärt Verena Lindacher, Sozialpädagogin des Vereins, der der Wohnungsgenossenschaft München-West nahesteht.
Grundgedanke des Projektes "Wohnen in der Gemeinschaft" ist, dass die Bewohner unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ zwar jeder für sich eine eigene vollständige Wohnung mit Küche und Badezimmer haben, sich aber auch zu gemeinsamen Veranstaltungen in der Gemeinschaftsküche, den beiden Gemeinschaftsräumen oder auf der Dachterrasse treffen können. In Absprache mit den Bewohnern werden auch verschiedene Aktivitäten wie gemeinsames Kochen, Kartenspielnachmittage, Gesprächskreise, Info- und Filmvorträge oder Hausfeste stattfinden. „Ziel ist es aber vor allem auch, dass die Bewohner sich gegenseitig bei den kleinen Dingen des Alltags, wie beispielsweise beim Einkauf oder beim Arztbesuch, unterstützen können“, erklärt Lindacher.
Da für das innovative Konzept eine gute Hausgemeinschaft wichtig ist, hat die Sozialpädagogin bereits vor eineinhalb Jahren damit angefangen, die rund 20 Bewerber für das Wohnprojekt miteinander bekannt zu machen und zu einem regelmäßigen Stammtisch und gemeinsamen Ausflügen einzuladen. „Es hat sich interessanterweise relativ schnell herauskristallisiert, wer wirklich hier einziehen wird und welche Menschen zueinander passen“, erklärt Lindacher. Teilweise, so gibt sie zu, habe man wohl auch etwas Glück gehabt, dass die Vergabe der Wohnungen so reibungslos geklappt hat.
„Mit dem neuen Senioren-Wohnprojekt setzt der Verein und die Wohnungsgenossenschaft München-West neue Maßstäbe“, erklärte Thomas Schimmel, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft, auf der Einweihungsveranstaltung. Es handle sich auch um eine große Investition, die man hier getätigt habe. „Vorher waren hier im Innenhof nur Garagen, die wir jetzt alle abgerissen und dafür eine neue Tiefgarage gebaut haben“, erklärt Ludwig Wörner, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Generationengerechtes Wohnen und nebenamtlicher Vorstand der Wohnungsgenossenschaft. „Die Stadt könnte sich das Konzept von uns abschauen, um auf diese Weise auch an anderen Standorten noch weiteren Wohnraum zu schaffen.“
Der neue Gemeinschaftsraum und die Küche werden aber nicht nur den Seniorinnen und Senioren des neuen Wohnhauses zu Gute kommen. Vielmehr wird hier auch ein neuer Nachbarschaftstreff für alle Bewohner des Barthblocks entstehen, in dem auch allgemeine Kurse und Veranstaltungen stattfinden. Insgesamt sieben dieser Nachbarschaftstreffs unterhält der Verein Generationengerechtes Wohnen bereits in München. „Die Mieter des Barthblocks haben aber auch immer die Gelegenheit sich hier einzubringen und den Raum individuell zu nutzen“, so Schimmel. Dabei soll es sich vor allem um einen Raum für Jung und Alt handeln. „Schließlich heißt der Verein ja nicht umsonst Generationengerechtes Wohnen.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Westend |
| Woche: | 40 - 2011 |
| Autor: | SE |
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