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21.07.2011 - 16:37 Uhr
 

"Unbedingt dranbleiben!"

Wer jetzt noch keine Lehrstelle hat, kann noch vieles bewegen

Münchner Wochenanzeiger : Auch ein Blick auf eher unpopuläre Ausbildungsberufe lässt die Chancen steigen: Sarah Barton aus Erdweg (li. zusammen mit einer Kollegin) hat sich für eine Lehre zur Industriemechanikerin entschieden.  (Foto: ar)
 
Auch ein Blick auf eher unpopuläre Ausbildungsberufe lässt die Chancen steigen: Sarah Barton aus Erdweg (li. zusammen mit einer Kollegin) hat sich für eine Lehre zur Industriemechanikerin entschieden. (Foto: ar)

Mit großen Schritten geht das Schuljahr dem Ende entgegen. Was für viele Schulabgänger den Schritt ins Berufsleben und damit in die Ausbildung bedeutet, lässt einen Teil der Jugendlichen eher ratlos zurück: Sie haben noch keinen Ausbildungsvertrag. Oft reichen schon allein die schulischen Leistungen nicht aus, um sich den begehrten Platz zu sichern. Andere wissen auch jetzt immer noch nicht so recht, was sie eigentlich machen wollen. Die Qual der Wahl ist schwer. So können Jugendliche in Deutschland auf rund 350 zugelassene Ausbildungsberufe zurückgreifen, ungefähr 120 davon entfallen allein auf das Handwerk.

Jede Menge offene Lehrstellen

"Unbedingt dranbleiben!", rät Jens Christopher Ulrich, Pressesprecher der Handwerkskammer München, "es gibt noch fast in allen Handwerksberufen offene Lehrstellen". Auch Daniela Meier von der Agentur für Arbeit München hat Hoffnungsvolles zu berichten: "Im Bezirk der Agentur für Arbeit München gibt es noch rund 4.770 unbesetzte Berufsausbildungsstellen" (Stand Juni 2011: 4.778). Wer sich jetzt engagiert, kann noch vieles bewegen. Zuerst gilt einmal: Auch wer bis zum Start des Ausbildungsjahres am 1. September keine Lehrstelle gefunden hat, muss nicht bis zum nächsten Jahr warten. Im Gegenteil. HWK München Pressesprecher Jens Christopher Ulrich: "Selbst wer am 1. September noch nichts hat, sollte dranbleiben. Man kann sich auf alle Fälle auch im angelaufenden Ausbildungsjahr noch bewerben". Oft hilft die "Flucht nach vorne": Wer mit einer sorgfältigen und aussagekräftigen Bewerbung beim Ausbildungsbetrieb direkt vorbeischaut, kann damit punkten und eventuelle Schwachstellen im Zeugnis wett machen. Hat man im Bewerbungsanschreiben vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden, kann sich der potentielle Ausbilder gleich selbst einen persönlichen Eindruck machen. Auf alle Fälle gilt auch hier die Etikette. So sollte man stets passend gekleidet, gut vorbereitet und mit Interesse beim Betrieb erscheinen. Schlau ist, wer sich vorher auf der Internetseite über die Ausbildungsstätte informiert.

Bewerbungsunterlagen "pimpen"

Eine gelungene Bewerbung ist das A und O. Wer unsicher ist und Hilfe benötigt, kann auch hier aktiv werden. Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an Tipps zu kommen. Unter anderem findet man auf der Internetseite www.12job.de ein fundiertes Beispiel, wie ein Bewerbungsschreiben aussehen kann. Ebenso bietet die Agentur für Arbeit ein sogenanntes Bewerbertraining an. Darin erhält man praktische Tipps und Informationen, worauf es bei der schriftlichen Bewerbung ankommt, wie man Auswahltests bewältigt und worauf es im Bewerbungsgespräch ankommt. Ein Termin bei der Berufsberatung macht auf alle Fälle Sinn.

Ein Blick in die Azubibörse

Daneben bietet die Agentur für Arbeit unter www.planet-beruf.de Einblicke in Berufsbilder und unter der Rubrik "Überbrücken" gute Tipps, wie man doch noch an den begehrten Ausbildungsplatz herankommt. Auch ein Blick in Ausbildungsbörsen ist wichtig. So bietet ebenfalls die Agentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de sowie die Handwerkskammer Münchne unter www.hwk-muenchen.de eine Börse mit offenen Lehrstellen. Sollte es dennoch so schnell nicht klappen mit dem Ausbildungsvertrag, kann man sich bei den Betrieben Bonuspunkte verdienen, in dem man um ein Praktikum anfrägt. Wer sich Mühe gibt und mit Begeisterung dabei bleibt, kann im Anschluss vielleicht die begehrte Unterschrift unter dem Vertrag als Lohn ernten. Selbst wenn es in diesem Ausbildungsjahr nicht mehr klappen sollte, das nächste kommt bestimmt!

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 29 - 2011
Autor: RP
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