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31.05.2011 - 12:43 Uhr
 

„Die Hauptschule ist keine Sackgasse“

Bayerisches Handwerk setzt sich für das dreigliedrige Schulsystem ein

Münchner Wochenanzeiger : Nach Angaben des Bayerischen Handwerkstages  kommen zwei Drittel der bayerischen Handwerkslehrlinge aus der Haupt- bzw. Mittelschule. (Foto: photos.com)
 
Nach Angaben des Bayerischen Handwerkstages kommen zwei Drittel der bayerischen Handwerkslehrlinge aus der Haupt- bzw. Mittelschule. (Foto: photos.com)

Das bayerische Handwerk wendet sich entschieden gegen die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems, wie es von der CDU-Bildungskommission unter Vorsitz des sächsischen Kultusministers Prof. Roland Wöller vorgeschlagen wird. „Bewährte Strukturen soll man nicht einfach zerschlagen. Bayern jedenfalls hat sehr gute Erfahrungen mit dem dreigliedrigen Schulsystem gemacht und die bayerische Hauptschule gerade zur Mittelschule mit sehr viel Praxisbezug weiter entwickelt“, erklärt der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D.

Der BHT-Präsident fordert die bayerische Staatsregierung auf, sich gegen eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zur Oberschule, zumindest in Bayern, zu stemmen. Traublinger erinnert daran, dass rund zwei Drittel der bayerischen Handwerkslehrlinge aus der Haupt- bzw. Mittelschule kommen. Die Hauptaufgabe dieses Schultyps sei es, die Jugendlichen optimal auf die Arbeitswelt vorzubereiten und ihnen die nötige Ausbildungsreife zu vermitteln. „Ob das eine 'Einheitsschule Oberschule' leisten kann, darf bezweifelt werden“, sagt Traublinger.

Für Bayern trifft die Behauptung Wöllers, die Hauptschule sei nicht mehr zu retten, weil sie von den Eltern schlichtweg abgelehnt werde, so nicht zu, betont der BHT-Präsident weiter. Die Tatsache, dass Handwerksmeister und -gesellen an bayerischen Hochschulen studieren können, biete auch Hauptschülern, die eine Berufsausbildung erfolgreich absolviert haben, alle weiteren Bildungschancen. „Haupt- bzw. Mittelschule bedeutet in Bayern absolut keine Sackgasse, sie eröffnet im Gegenteil alle Möglichkeiten“, so Traublinger.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 22 - 2011
Autor: red
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