| Ausgabe: | SamstagsBlatt |
| Woche: | 46 - 2011 |
| Autor: | red |
Die 1999 von 29 europäischen Bildungsministern im italienischen Bologna unterzeichnete Bologna-Erklärung führte in Deutschland in den vergangenen Jahren zu einer grundlegenden Reform der Studiengänge und Abschlüsse. Ziel der Bologna-Erkärung war die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes mit vergleichbaren Hochschulausbildungen und -abschlüssen. Das deutsche Hochschulsystem wurde von Magister, Diplom und Staatsexamen auf internationale gängige Abschlüsse – Bachelor und Master – umgestellt, die Studienzeiten verkürzt und der Praxisbezug intensiviert. Die internationale Mobilität der Studierenden sollte durch die Einführung des sogenannten ECTS (European Credit Transfer System) erleichtert werden. Ein Kernelement der deutschen Umsetzung des Bologna-Prozesses bestand auch darin, dass für die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge ein Akkreditierungsverfahren nach US-amerikanischem Vorbild eingeführt wurde.
Die Regelstudienzeit für Bachelorstudiengänge beträgt sechs bis acht Semester und für Masterstudiengänge zwei bis vier Semester. Bei konsekutiven Studiengängen (Studiengängen mit aufeinander aufbauenden Abschlüssen, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind und einen fachlichen Zusammenhang haben) darf die Gesamtregelstudienzeit höchstens zehn Semester betragen. Diese Vorgaben werden in der Regel durch sechssemestrige Bachelor- und viersemestrige Masterstudiengänge umgesetzt. Daraus ergeben sich mindestens 180 ECTS-Leistungspunkte (durchschnittlich 30 Credits pro Semester) für den Bachelorabschluss und mindestens 300 ECTS-Punkte für den Masterabschluss (einschließlich der im ersten Studiengang gesammelten Punkte).
Mit dem Bachelor erwirbt der Student einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss, mit dem er in einen Beruf einsteigen kann. Er ist aber auch der Qualifikationsnachweis für ein anschließendes Masterstudium. In Studiengängen, an deren Ende bislang Staatsexamina standen, reicht der Bachelor nicht aus, hier ist ein vertiefendes Masterstudium notwendig.
| Ausgabe: | SamstagsBlatt |
| Woche: | 46 - 2011 |
| Autor: | red |
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