Münchner Wochenanzeiger - 

Politik in München

 
rss icon  
Thursday, 24. May 2012 · 16:10 Uhr  · 
Heiter 19°

Donnerstag

Gesonderte Gewitterregen  T: 12° / H: 23°

Freitag

Sonnig  T: / H: 22°
 
 
 
 
09.08.2010 - 12:22 Uhr
 

"Zwei Wochen Ausnahmezustand"

BA Schwanthalerhöhe will Parkdruck zur Wiesnzeit durch "Bewohnerparken" lindern

Münchner Wochenanzeiger : Der Zeltaufbau auf der Theresienwiese geht voran. Für die Anwohner nehmen die Belastungen zu. Während der Wiesn werden sich drei Sperrringe um die Wiesn ziehen. (Foto: tg)
 
Der Zeltaufbau auf der Theresienwiese geht voran. Für die Anwohner nehmen die Belastungen zu. Während der Wiesn werden sich drei Sperrringe um die Wiesn ziehen. (Foto: tg)

Die Theresienwiese nimmt in diesen Tagen wieder ihre frühherbstliche Gestalt an: Auf ihr wachsen die Zeltgerippe fürs Oktoberfest 2010 in die Höhe. Das ist für die Anwohner so lästig wie der Honigseim, den die Linden im Sommer auf ihre geparkten Autos absondern oder die Blätter, die bald von den Bäumen zu fallen beginnen und mit der Feuchtigkeit des Frühnebels einen glitschigen Belag auf den Straßen bilden. Die Zeit des Aufbaus der gigantisch großen Bierzelte und der Fahrgeschäfte ist den Menschen, die um das Festgelände herum wohnen, Last und Hindernis, weil das gesamte Areal während der Aufbauphase als Baustelle gilt. Und die ist aus Gründen der Sicherheit für alle Menschen, die nicht am Bau beteiligt sind, gesperrt.

Das Aufbauen der „Hochfahrgeschäfte“ beginnt am 23. August. So lange wird es für Fußgänger und Radfahrer eine Nord-Süd-Querung geben. Die verläuft von der Paulskirche bis zur Stielerstraße über die Schaustellerstraße. Die West-Ost-Querung beginnt hinterm Käfer-Zelt an der Bavaria-Abfahrt, sie endet am Esperantoplatz. Vom 18. September an allerdings, dem Tag an dem die Wiesn beginnt und Gäste aus aller Welt die Landeshauptstadt bevölkern, wird alles dicht sein. Rund ums Festgelände werden sich dann drei sogenannte Sperrringe ziehen. Im vergangenen Jahr war ein „Sicherheitsring” eingeführt worden, weil mit Terroranschlägen gedroht worden war. Zum Jubiläum soll das „größte Volksfest der Erde” durch drei solche Ringe gesichert werden. An 17 Zufahrten zur Theresienwiese werden 50 Betonstelen (Durchmesser ein Meter, Höhe zwei Meter) aufgestellt werden. Die Zufahrtswege zum Bavariaring und zur Theresienhöhe sollen mit 70 Pflanztrögen abgesichert werden.

„Massive Absperrungen“

Der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe (BA 8) sieht der Jubiläumswiesn mit Sorge entgegen. Gerhard Mayer (SPD), sagte bei der jüngsten Sitzung: „Das bedeutet zwei Wochen Ausnahmezustand.“ „Als sehr massiv“ wertete Myriam Schippers, (Grüne) die Absperrungen. Der Unterausschuss Verkehr war vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) über die Vorkehrungen informiert worden. Demnach, so die Vorsitzende des Ausschusses, Schippers, werde der gesamte Ring um die Wiesn komplett gesperrt sein. Für die Anwohner gebe es für diese Zeit spezielle Ausweise. Weil viele Straßen dicht seien, müsse mit erhöhtem Parkdruck gerechnet werden. Der BA-Vorsitzende Ludwig Wörner (SPD): „Wir leiden am stärksten darunter. Im Grunde sollten die Wiesnwirte für die Bewohner Tiefgaragen anmieten.“ Wörner griff den Vorschlag von Schippers auf – den hatte das KVR angeregt – den Druck dadurch zu mindern, in bestimmten Straßen das „Mischparken” in ein „Bewohnerparken” umzuwidmen. Wörner: „Die ganze Schwanthalerhöhe sollte zur Wiesnzeit Bewohnerparkplatz werden.“

Pilotprojekt

Um dem Gewerbe einige Stellplätze zu erhalten, nahm das Lokalparlament aber davon Abstand. Es konzentrierte sich auf einige Straßen, die zeitweilig umgewidmet werden sollen. Das wird nach dem Beschluss des BA zwei Wochen vorm Start der Wiesn geschehen. Schippers: „Es handelt sich um ein Pilotprojekt, um zu sehen, ob es den gewünschten Effekt bringt und den Parkdruck zumindest lindert.“ Hundertprozentig könne wohl keine Lösung sein. Die Wiesn werde immer Belastungen für die Bewohner mit sich bringen. Die Schwanthalerstraße (zwischen Schießstätte-/Holzapfelstraße und Bavariaring/Martin-Greifstraße) und die Gollierstraße (zwischen Parkstraße und Theresienhöhe) sollen nun vorübergehend umbeschildert werden. Sie werden für die Zeit des Oktoberfestes von Räumen mit der Möglichkeit zum „Mischparken” oder zum „Misch-/Bewohnerparken” in Straßen, in denen nur Bewohner ihr Auto abstellen dürfen, umgewandelt. Die Maßnahme soll zur Wiesnzeit für die Anwohner Parkmöglichkeiten schaffen. Myriam Schippers: „Selbstverständlich werden die Anwohner der Straßen vom KVR vorab mit Flyern darüber informiert.“

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Westend
Woche: 32 - 2010
Autor: TG

Bildergalerie

Diese Bildgalerie enthält 4 Bilder.

Artikelkommentare
Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar hinterlegt.
Verwandte Artikel