| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 48 - 2011 |
| Autor: | red |
Der geplante Bau einer dritten Startbahn am Airport München sorgt für reichlich Munition zwischen den Befürwortern und Gegnern. Wird dieser Ausbau, der mit rund einer Milliarde Euro zu Buche schlagen wird, auf der Pro-Seite als zwingend notwendig erwiesen, um etwa im globalen Wirtschaftswettbewerb mithalten zu können und Arbeitsplätze zu schaffen, sind es genau diese Argumente, die die Contra-Seite in Rage bringen. Glaubt man den Widerständlern, hätten ein Großteil der durch den Ausbau geschaffenen Arbeitsplätze nur eine begrenzte Dauer und eigneten sich keinesfalls als Zukunftsperspektive, etwa für den Familienvater mit abzuzahlender Immobilie. Ein weiteres Gegenargument liefert eine Statistik, die verdeutlicht, dass die Kapazitätengrenze der beiden vorhandenen Startbahnen noch lange nicht erreicht sei.
So regt sich Widerstand gegen den von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angestrebten Bau der dritten Start- und Landebahn am Airport im Erdinger Moos. Nicht nur bei den lärmgeplagten Anwohnern sondern auch mitten in der Landeshauptstadt. Der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz haben mit den Grünen, den Freien Wählern und anderen Organisationen und Parteien ein Bürgerbegehren ins Leben gerufen. Der Stadt München gehören 23% des Flughafens. Sie muss dem Bau einer weiteren Startbahn zustimmen. Das soll mit dem Bürgerbegehren verhindert werden – 34.000 Unterschriften sind nötig, damit es einen Bürgerentscheid gibt.
Eine Unterschrift gegen die dritte Startbahn unter dem Christbaum? Dort, wo sonst Apfel, Nuss und Mandelkern oder das neueste Smartphone zu finden sind, wird bei Elisabeth Fuchs und Sascha Knöchel diesmal ein besonderes Weihnachtspräsent liegen. Sie wollten ihren Kindern und Enkeln ein Stück Zukunft schenken, erzählen sie, indem sie beim Bürgerbegehren gegen die dritte Startbahn auf dem Münchner Flughafen unterschreiben.
Elisabeth Fuchs hat sich schon eingetragen. Das sei sie den kommenden Generationen schuldig. Tatsächlich leide besonders der Süden Bayerns darunter, dass immer mehr Natur zubetoniert wird. Das ungebrochene Wachstum in der Region München habe eben seinen Preis. Und auch das Erdklima leide. Mehr Flüge, mehr Abgase, so lautet ihre Gleichung.
Eingetragen hat sich auch Sascha Knöchel, obwohl er selbst öfter aus beruflichen Gründen den Flieger nimmt. Er ist der Meinung, dass die dritte Startbahn gar nicht nötig sei. Die Statistik gebe ihm Recht. Knapp eine halbe Million Flüge jährlich würde der Flughafen im Erdinger Moos schaffen, 390.000 waren es 2010. Selbst in den bislang erfolgreichsten Jahren 2007 und 2008 sei noch Luft nach oben gewesen, so Knöchel. Beide hoffen auf viele Nachahmer, denn "ein Stück Zukunft ist wohl das wertvollste Geschenk, das man machen kann", bekräftigen sie. Freilich, so lassen beide durchblicken, hat das Christkind für die Kinder und Enkel auch noch was anderes im Gepäck. Aber das wird hier natürlich nicht verraten.
Wer sich ebenfalls in die Bürgerbegehrenliste contra Dritte Startbahn eintragen möchte, muss 18 Jahre alt sein, in München den ersten Wohnsitz haben und die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Landes besitzen. Die Liste der Eintragungsmöglichkeiten findet man im Internet unter www.keinestartbahn.de. Dort können auch Unterschriften heruntergeladen und ausgedruckt werden. Weitere Informationen telefonisch unter (089)211597-0.
Unter dem folgenden Link kann die Unterschriftenliste heruntergeladen und ausgedruckt werden. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass die zwei Seiten doppelseitig auf einem Blatt ausgedruckt werden, sonst ist die Unterschriftenliste ungültig. Vielen Dank.
| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 48 - 2011 |
| Autor: | red |
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