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28.09.2010 - 15:57 Uhr
 

Und es geht doch – ein Markt am Laimer Anger

Wo jetzt der Bauernmarkt stattfindet, soll ein Haus für sozial Schwache entstehen

Münchner Wochenanzeiger : Angela Christof, Sprecherin des Bauernmarktes, wünscht sich am Laimer Anger endlich einen sicheren Standort für die Marktleute und ihre Kunden. (Foto: tg)
 
Angela Christof, Sprecherin des Bauernmarktes, wünscht sich am Laimer Anger endlich einen sicheren Standort für die Marktleute und ihre Kunden. (Foto: tg)
Münchner Wochenanzeiger : Der Bauernmarkt, der an jedem Freitag an der Agnes-Bernauer-Straße/Ecke Fürstenrieder Straße stattfindet, ist bei den Laimern sehr beliebt. (Foto: tg)
 
Der Bauernmarkt, der an jedem Freitag an der Agnes-Bernauer-Straße/Ecke Fürstenrieder Straße stattfindet, ist bei den Laimern sehr beliebt. (Foto: tg)
Münchner Wochenanzeiger : Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger gibt es auf dem Bauernmarkt. Auch die Kunden wollen für einen festen Standort „ihres” Marktes kämpfen. (Foto: tg)
 
Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger gibt es auf dem Bauernmarkt. Auch die Kunden wollen für einen festen Standort „ihres” Marktes kämpfen. (Foto: tg)

Die Katze ist aus dem Sack: Neben den Agnes-Bernauer-Arkaden soll ein Haus für hilfsbedürftige, sozial schwache Münchner entstehen. Dieses sogenannte Kompro-B-Haus wird den Bauernmarkt, der jetzt stets freitags von 7.30 bis 13 Uhr an der Stelle stattfindet, von dort verdrängen. Er soll auf den Laimer Anger verlegt werden. Heißt es. Dem hat der Stadtrat allerdings noch nicht zugestimmt. Aber die Pläne liegen auf dem Tisch. Der Bezirksausschuss Laim (BA 25) erfuhr davon eher am Rande aus Schreiben des Kommunal- und des Sozialreferates und ist sauer. Das Gremium fühlt sich – wieder einmal – übergangen. Denn wie jetzt beim Bauernmarkt, um dessen Erhalt er seit langem kämpft, erreichen ihn manche Informationen mehr oder weniger zufällig. Auch auf dem Areal der Siglstraße 19 ist ein „KomproB-Haus“ geplant. Das soll „Bürgern mit erhöhtem Betreuungsbedarf, die unter der Einkommensgrenze des sozialen Wohnungsbedarfs liegen und die keine passende bezahlbare Wohnung auf dem Münchner Wohnungsmarkt finden“, zur Verfügung stehen. Das Lokalparlament will, dass auf das Gelände, auf dem jetzt schon zwei Kindergarten-Pavillons stehen, ein Kinderhaus gestellt wird in dem auch Schulkinder betreut werden können. Das hat er mehrfach gefordert. Dass nun alles bereits anders verplant ist, will der BA nicht hinnehmen.

„Grünanlagensatzung anpassen“

Bernd Plank, Pressesprecher des Kommunalreferats, verweist bei beiden „Kompro-B-Projekten“ darauf, dass die Planung nicht abgeschlossen sei. Sie müsse unter den städtischen Referaten noch abgestimmt werden. Der Vorschlag den Markt an den Laimer Anger zu verlegen, stamme aus dem Kommunalreferat. Dorthin umziehen zu dürfen – weg vom gefährlich engen Platz unmittelbar vor den Arkaden – wünschen sich die Marktbeschicker schon lange. Das war bislang stets mit der Begründung abgeblockt worden, dagegen stehe die Grünanlagensatzung. Die lasse regelmäßige Veranstaltungen an dieser Stelle nicht zu. Bernd Plank sieht das nicht so eng. „Eine Grünanlagensatzung kann man auch anpassen.“ Es gebe zwar noch offene Fragen, aber fest stehe: „Der Bauernmarkt soll erhalten bleiben.“ Das sieht Peter Kastl, beim Kommunalreferat zuständig für Gründstücksverkehr, ähnlich. In einem Brief an das Baureferat schreibt er: „Unserer Ansicht nach kann die Grundstücksflächennutzung über einen Befreiungstatbestand in der Grünflächensatzung für den Zweck genutzt werden.“ In der Bebauungsplansatzung stehe, dass die Grünfläche eine vielfältig nutzbare Grünfläche sein solle, warum dann nicht auch für einen Bauernmarkt. So könne darüber nachgedacht werden, den Bebauungsplan zu diesem Zweck „per Änderung der Satzung” den Vorgaben anzupassen.

„Befreiungsschlag“

Angela Christof, Sprecherin des Bauernmarktes, sagt zu der neuen Entwicklung: „Wir kommen schon noch dahin, wo wir hin wollen.“ Für sie wäre ein Umzug zum Anger ein „Befreiungsschlag“, die Marktleute bräuchten endlich einen sicheren Standort. Angela Christof: „Wir sitzen hier auf einem Pulverfass. Wir wünschen uns und das tun auch die Kunden, dass endlich Klarheit herrscht.” Noch ist sie indes skeptisch: „Es ist noch alles in der Schwebe. Unsere Sache ist noch längst nicht in trockenen Tüchern.“ Dabei weiß sie: „Unsere Kunden unterstützen uns. Viele haben angeboten, Unterschriften zu sammeln.” Jeder wolle für den Markt und die Lebensqualität, die der den Laimern bringe, kämpfen. Vor allem schätzten die Kunden das persönliche Gespräch, weiß Christof. „Im Supermarkt gibt es das nicht.“

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 39 - 2010
Autor: TG

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