| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Krailling |
| Woche: | 22 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
Klimawerkstätten finden zur Zeit überall im Landkreis München statt. Der Grund ist die gemeinsame Absicht der Kommunen, sich bis 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen – ein hohes Ziel, dessen Erreichung die Kommunalpolitiker bereits jetzt einläuten wollen.
Die Planung und Moderation des Prozesses haben das Weßlinger Büro „Identität und Image“, die Green City Energy GbmH und das Büro „architektur&energie“ übernommen. „Wir möchten in den stattfindenden Klimawerkstätten bis Herbst mit den Gemeinden einen Fahrplan über möglich und nötige Veränderungen erstellen“, sagte Prof. Manfred Miosga vom Weßlinger Büro „Identität und Image“ während der Werkstatt in Krailling. „Wenn dann die Ergebnisse alle 15 Klimawerkstätten vorliegen, nutzen wir diese als Arbeitsgrundlage, damit die ersten Energieveränderungen schon im kommenden Haushaltsplan der Gemeinden festgehalten werden können.“
Nach Angaben der Green City Energie GmbH herrsche in Krailling und Gauting ein großes Potenzial für den Umbau von fossilen bis hin zu regenerativen Energiequellen. Referent Peter Keller verwies auf die bestehenden vorbildlichen Anlagen in der KIM. „Mit der Photovoltaik, Biogasanlagen und Hackschnitzelheizkraftwerken könnten wir schon jetzt mehr als zwei Drittel unseres derzeitigen Energiebedarfs decken“, sagte er. Außerdem gäbe es die noch ungenutzte Geothermie in der Region. „Die magische Grenze für eine effektive Nutzung der Erdwärme liegt bei 100 Grad Celsius. Und dies ist in weiten Teilen des Landkreises gegeben.“ Wärme und Strom könnten somit auch aus der Erde kommen.
Im Landkreis-Vergleich rangieren Krailling und Gauting oft im unteren Drittel, was die Nutzung regenerativer Energiequellen beträfe. Spitzenreiter ist hier die Gemeinde Seefeld mit 912 Watt pro Einwohner. Gauting kommt lediglich auf 69 und Krailling gar nur auf 40 Watt pro Einwohner. „Das Potenzial ist also noch lange, lange nicht erschöpft“, ermunterte Keller die anwesenden Kraillinger und Gautinger.
In der anschließenden Diskussion hatte das Publikum die Gelegenheit, eigene Ansätze für alternative Energie und zum Energiesparen einzubringen. Rund 50 Vorschläge wurden so zusammengetragen und reichten von „Dorfbus zum Senken des Verkehrs“ über eine Energiemesse, „um viele Nachbarn wachzurütteln“ bis hin zu Vorschlägen für Bürgerbeteiligungen an Solarstromanlagen. „Auch wir sehen gewaltige Möglichkeiten für die Solarenergie im Würmtal“, gestand Miosga. So falle im Würmtal auf jeden Quadratmeter eine Strahlung von 1150 Kilowattstunden. „Das sind allerbeste Voraussetzungen im Hinblick auf den weit darunter liegenden bundesweiten Durchschnitt.“
Auf die Wunschliste der Kraillinger kam auch ein „Tag der offenen Tür“ in Wohnungen und Häusern, die bereits nach Passivhaus-Standards saniert worden sind. Miosga: „Manchen sind die möglichen Maßnahmen für eine energetische Sanierung gar nicht bewusst und scheuen sich eigentlich zu Unrecht vor den Kosten.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Krailling |
| Woche: | 22 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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