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19.07.2011 - 09:41 Uhr
 

„Schildbürgerstreich“ gefürchtet

SV Aubing will Rasennebenplatz ab September bespielen

Münchner Wochenanzeiger : Manfred Spannagl, Vorsitzender des SV Aubing, blickt optimistisch in die Zukunft, denn er hofft, dass die nun initiierte Gesprächsrunde positive Ergebnisse bringt – allerdings hat sein Verein in den letzten beiden Jahren wegen der schlechten Platzverhältnisse bereits mehr als 100 Mitglieder verloren. (Foto: Eva Schraft)
 
Manfred Spannagl, Vorsitzender des SV Aubing, blickt optimistisch in die Zukunft, denn er hofft, dass die nun initiierte Gesprächsrunde positive Ergebnisse bringt – allerdings hat sein Verein in den letzten beiden Jahren wegen der schlechten Platzverhältnisse bereits mehr als 100 Mitglieder verloren. (Foto: Eva Schraft)
Münchner Wochenanzeiger : Der Rasennebenplatz ist nach dem Einsatz von Vereinsmitgliedern wieder eben. Er ist nun bis September gesperrt, damit das Gras in Ruhe wachsen kann.  (Foto: Eva Schraft)
 
Der Rasennebenplatz ist nach dem Einsatz von Vereinsmitgliedern wieder eben. Er ist nun bis September gesperrt, damit das Gras in Ruhe wachsen kann. (Foto: Eva Schraft)
Münchner Wochenanzeiger : Ist der Rasennebenplatz gesperrt, dann steht für das Training nur noch der nicht mehr zeitgemäße Rote-Erde-Platz zur Verfügung. (Foto: Eva Schraft)
 
Ist der Rasennebenplatz gesperrt, dann steht für das Training nur noch der nicht mehr zeitgemäße Rote-Erde-Platz zur Verfügung. (Foto: Eva Schraft)

Ein Dauerbrenner ist seit Jahren das Thema „Kunstrasen für den SV Aubing“ – nach einer aktuellen Anfrage bei der Bürgerversammlung und einem Bürgeranliegen bei der letzten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied hofft der Verein nun auf neue Gespräche und eine rasche Lösung. Gemeinsam mit dem FC Kosova nutzt der SV Aubing die drei Fußballplätze der städtischen Bezirkssportanlage an der Kronwinkler Straße in Aubing mit seinen rund 20 Fußballmannschaften, darunter viele im Kinder- und Jugendbereich. Dass der Verein seit einiger Zeit auch als einziger Fußballverein Münchens eine Integrationsmannschaft hat, in der behinderte und gesunde Kinder gemeinsam spielen, ist nach Meinung des BA-Vorsitzenden Josef Assal ein wichtiges und neues Argument für ein Vorrücken auf der Kunstrasen-Prioritätenliste.

Emotional bewegend schilderte bei der BA-Sitzung die Mutter eines der behinderten Kinder, wie es zur Gründung der Integrationsmannschaft beim SV Aubing gekommen ist: Sie habe ihrem jüngeren, fußballbegeisterten Sohn immer wieder erklären müssen, warum sein gesunder, älterer Bruder beim SV Aubing in einer Mannschaft spielen darf, er aber nicht – und wie glücklich es ihren jüngsten Sohn mache, nun richtig Fußball spielen zu dürfen. In der Integrationsmannschaft des SV Aubing, die vor rund zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, spielen momentan neun Buben mit den unterschiedlichsten Handicaps mit. Trainiert wird jeden Samstagvormittag gemeinsam mit vielen gesunden Jungs; der Verein hat die Mannschaft inzwischen mit Trikots ausgestattet und stellt zwei Trainer zur Verfügung.

Eigenhändig ausgebessert

Knapp und sachlich fiel der Bericht von Manfred Spannagl, Vorstand des SV Aubing, bei der Bezirksausschusssitzung aus: Er schilderte, wie erst im Juni einige Freiwillige des SV Aubing und des FC Kosovo auf der städtischen Bezirkssportanlage (BSA) an der Kronwinklerstraße den Rasennebenplatz, auf dem zeitweise bis zu vier Mannschaften trainieren müssen, mit zirka 20 Kubikmeter Erde und jeder Menge Grassamen eigenhändig ausgebessert haben, damit der Platz Ende September wieder bespielbar ist. „Weitere Maßnahmen sind und werden in Zukunft dennoch nötig sein“, betonte Manfred Spannagl, „ein Spiel der Zweiten Mannschaft Anfang Mai wollte der zuständige Schiedsrichter auf Grund der erhöhten Verletzungsgefahr beinahe nicht anpfeifen. Nur Zuspruch und das Einverständnis beider Mannschaften konnten den Schiri umstimmen.“

Seiner Meinung nach, würde nur ein „zeitnah errichteter“ Kunstrasenplatz Abhilfe schaffen, denn dadurch würden die beiden Rasenplätze erheblich entlastet und zudem könnten viele Sanierungsarbeiten und damit erhebliche Kosten eingespart werden. Doch laut Prioritätenliste lasse dieser Kunstrasen wohl noch einige Jahre auf sich warten: „Aufgrund der schlechten Platzverhältnisse und den dadurch erheblich eingeschränkten Trainings- und Spielbedingungen hat der SV Aubing in den letzten zwei Jahren über 100 Mitglieder verloren.“

Sanierungsmaßnahmen

Zudem legte Spannagl in der BA-Sitzung eine zweiseitige, detaillierte Aufstellung aller Sanierungsmaßnahmen seit 2008 vor – die ständigen Reparaturmaßnahmen betreffen nicht nur alle drei Fußballplätze, sondern die Sanitäreinrichtungen. Der Kunstrasen soll auf den bisherigen, sogenannten Rote-Erde-Nebenplatz, denn dieser ist nicht mehr zeitgemäß: Bei Dauerregen verwandelt er sich in ein Schlammfeld, bei Trockenheit in eine knallharte Schotterpiste – beides bedeute enorme Verletzungsgefahr für die jungen und älteren Fußballspieler.

Momentan fürchtet der SV Aubing jedoch am meisten einen „Schildbürgerstreich“ durch das Gartenbauamt der Stadt München, Eigentümerin der Bezirkssportanlagen. Ein Vertreter dieses Amtes hatte nämlich bei der Bürgerversammlung erklärt, dass der Rasennebenplatz jetzt im August abgetragen, komplett saniert und dann bis März gesperrt werden soll. Dabei waren im Frühjahr nicht die kahlen Stellen das Problem, sondern die bis zu zehn Zentimeter tiefen Löcher, die über den gesamten Platz verteilt waren und eben im Juni durch den Verein verfüllt wurden. „Wir haben sofort nach Ende der Punktspielsaison angefangen, damit unsere Mannschaften im Herbst und Winter wieder auf dem Platz trainieren können“, sagt Manfred Spannagl. Es sei ein Unding, wenn dies alles jetzt zunichte gemacht würde und die Mannschaften für das Training und die Spiele wieder auf umliegende Plätze und Hallen ausweichen müssten – doch das werde sich hoffentlich noch abwenden lassen!

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Aubing
Woche: 29 - 2011
Autor: E.S.

SV Aubing

Kronwinkler Str. 25
81245 München-Aubing/Pipping

Kartenansicht

SV Aubing

 

 

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