| Ausgabe: | SamstagsBlatt Gauting |
| Woche: | 05 - 2012 |
| Autor: | U.S. |
Das Büro des Regionalwerks Würmtal (RW) ist geöffnet. Im Gautinger Bahnhofsgebäude haben die beiden Manager Heinz-Leo Geurtsen und Peter Michalek ihre Räume bezogen. „Jetzt starten wir mit der Struktur drumherum“, erklärte Geurtsen beim Pressetermin. Das heißt, die Telefone werden geschaltet, der Internetauftritt vorbereitet, Mitarbeiter in den künftigen Zweigstellen in den Rathäusern von Gauting, Krailling und Planegg geschult und die Werbekampagnen festgelegt.
Und die allerwichtigste Arbeit für die nächsten Wochen: „Wir kalkulieren unsere Strompreise. Wahrscheinlich werden wir einen normalen und einen Öko-Tarif anbieten. Den Ökostrom werden wir aller Voraussicht nach aus österreichischem Wasserkraftwerken beziehen“, meinte er weiter.
„Das ist eine Menge Arbeit“, schätzte auch die Gautinger Bürgermeisterin Brigitte Servatius. Und die Zeit bis zum 1. April ist knapp bemessen, denn dann sollen die ersten Stromkunden fürs RW ihren regionalen Strom beziehen können.
Doch erst einmal muss das RW die Konzessionen der Gemeinden zugeteilt bekommen. „Das ist ein offenes Verfahren, das die Gemeinderäte entscheiden. Wir rechnen bis Ende Februar mit dem Abschluss dieses Prozesses“, so Manager-Partner Michalek, der von den Münchner Stadtwerken (SWM) entsandt ist. Die SWM sind zu 49 Prozent Teilhaber der RW, die drei Gemeinden halten 51 Prozent.
Erhält RW die Konzession, dann können die Würmtaler Gemeinden ihren Regionalstrom bekommen. „Die Erlöse fließen direkt in die Gemeinden zurück und finanzieren gemeindliche Einrichtungen“, so Servatius. „Man kann also nur allen raten, ihre Strom hier zu beziehen. Dann bleibt das Geld auch bei uns und verschwindet nicht in irgendwelchen Konzernzentralen.“
Der nächste Meilenstein wäre die Netzübernahme von E.on. „Dafür haben wir uns den 1.1.2013 vorgenommen“, betonte Michalek. Und Geurtson ergänzte: „Es werden ganz sicher keine leichten Verhandlungen sein. Wir stellen uns auf einen langwierigen und juristisch begleiteten Prozess ein.“ Niemand gebe gern ab, was er verloren habe. Das gelte im Kleinen, wie auch beim Konzessionsverlierer E.on.
In der Zwischenzeit möchte man das Logo und die Ziele in einer Werbekampagne bekannt machen. „Wir setzen auf unsere Vorteile: grün, klar und nachhaltig“, so Geurtsen, der schon den Start des Regionalwerks Bodensee erfolgreich begleitet hat. „Klappern gehört zum Handwerk und die Leute sollen wissen, mit wem sie es bei ihren Regionalwerk zu tun haben.“
| Ausgabe: | SamstagsBlatt Gauting |
| Woche: | 05 - 2012 |
| Autor: | U.S. |
Fügen Sie hier Ihren Artikelkommentar hinzu.