| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 25 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
„An erster Stelle aller gesundheitspolitischen Überlegungen sollte die Prävention von Krankheiten stehen“, vertritt Theresa Schopper, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, vehement ihre Ziele. „Prävention, egal in welchem medizinischen Spezialbereich, kommt heutzutage viel zu kurz. Das darf nicht sein“, kritisiert sie.
Dabei gebe es eine lange Reihe von anschaulichen Beispielen, die die Wichtigkeit einer breit angelegten Krankheitsvorsorge belegen würde. „Allein die Tatsache, dass es jährlich in Bayern rund 3.000 Herzinfarkte durch Passivrauchen gibt, ist alarmierend.“ Dazu käme die steigende Zahl Diabetiker und Herz-Kreislauf-Erkrankten.
„Wir müssen es schaffen, dass diese Krankheitsbilder und deren Prävention ins Bewusstsein der Bürger rückt. Hier geht es zum einen um die Gesundheit der Bevölkerung, aber auch um volkswirtschaftliche Überlegungen, denn die Folgekosten der Erkrankungen sind immens.“
Check-Ups, Blutwertbestimmungen und Krebsvorsorgen ab dem 40. Lebensjahr sollten nach Schoppers Meinung viel stärker beworben werden. „Wer weiß schon, dass für diese Checks keine Praxisgebühren anfallen?“ Sparen an dieser Stelle sei eben der völlig falsche Weg, appelliert sie. In dem Sinne würden die Grünen auch weiterhin ihre Gesundheitspolitik betreiben.
Erster Ansprechpartner im Falle einer Erkrankung bleibe ihrer Meinung nach der Hausarzt. Deswegen liege ihr ein Generationswechsel der Haus- und Landärzte sehr am Herzen. „In München kennen wir dieses Problem nicht. Nur auf dem Land muss man sich darauf einstellen, dass die Anfahrten zum Arzt länger werden“, umschreibt sie das Problem der sinkenden Hausarztzahlen. „Das Medizinstudium ist nach wie vor heiß begehrt. Doch nur 60 Prozent aller Absolventen gehen tatsächlich in die medizinische Versorgung.“
Der typische Landarzt von heute sei ein Einzelkämpfer, der nicht auf die Uhr schaut. „Für junge Leute ist das nicht akzeptabel. Deswegen denke ich, dass auch in diesem Berufsfeld Netzwerke die Zukunft sein werden.“ Die Städte machten dies schon vor.
Auch die gute, alte Gemeindeschwester könnte in Schoppers Augen eine Renaissance erleben. „Ich sehe hier deren Kümmerfunktion. Im Idealfall könnte die Gemeindeschwester eine Grundversorgung im pflegerischen Bereich mitbringen. Damit wäre der Landarzt schon wieder entlastet.“ Generell gelte nach wie vor, dass ein Arzt enorm viel Verantwortung übernehmen müsse. Entsprechend viel solle er verdienen. „Dazu stehen wir.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel München |
| Woche: | 25 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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