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29.06.2010 - 13:03 Uhr
 

Obacht an Automaten: "Datenklau!"

Chef der Polizeiinspektion 14 warnt vor neuen Kriminalitätsformen

„Wer aufmerksam und sozial im Umgang miteinander, in der Hausgemeinschaft ist“, könne mithelfen, Straftaten zu verhindern, erklärte der Leiter der Polizeiinspektion Westend (PI 14), Hans Reisbeck. Er legte bei der Bürgerversammlung seinen Sicherheitsbericht fürs Westend vor und appellierte an die Anwesenden, durch „Hinsehen” und durch das Alarmieren der Polizei, dabei zu helfen, Straftaten zu verhindern. Gleichzeitig bot er die Hilfe der Polizei an, „damit Sie kein Opfer werden.“ Reisbeck rät: „Informieren Sie sich über Kriminalitätsgefahren, über Sicherungen gegen Einbruch, über Tricks von Betrügern.“ Broschüren der Polizei gäben Ratschläge, um sich vor Einbrüchen, Überfällen oder gegen Fahrzeugdiebstahl zu schützen. Er warnte vor „Haustürgeschäften”. Würden welche abgeschlossen, bedürfe es besonderer Vorsicht.

Die Leute im Westend und auf der Schwanthalerhöhe leben nicht gefährlicher als anderswo in München. Im Gegenteil. Reisbeck berichtete von einem fallenden Trend bei den Straftaten. Insgesamt weise die Statistik etwa 1.900 solche Ereignisse aus. Für 2008 seien es noch gut 2.200 gewesen. Die Fälle von schwerem Diebstahl, also Einbrüche, seien rückläufig, berichtete der Dienststellenleiter. Das betreffe sowohl den Einbruch in Gaststätten als auch in Büros. 2009 habe es wie im Jahr zuvor 20 Wohnungseinbrüche gegeben. Keller seien 40 Mal aufgebrochen worden. Die positive Statistik setzt sich beim Fahrzeugdiebstahl fort. Sie sank von etwas über hundert Fällen auf weit unter 50. Auch die Gewaltstraftaten sind im 8. Stadtbezirk entgegen dem allgemeinen Trend gesunken. Von 370 Fällen im Jahr 2008 auf 286 Fälle im Jahr 2009. Reisbeck: „Die Aufklärungsquote liegt bei beachtenswerten gut 80 Prozent.“ Sinkende Unfallzahlen aber anhaltend viele Unfälle mit Unfallflucht: „Bei jedem dritten Schaden fährt ein Unfallverursacher einfach davon.“ Das weise die Statistik zur Verkehrssicherheit aus, die den 2. und 8. Stadtbezirk betreffe.

Dazu erklärte der Beamte: „Eine Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt. Aber leider ist das innenstadttypisch.“ Und weiter: „Alkohol und das Führen von Fahrzeugen, auch von Fahrrädern, verbieten sich.“ Als besonders positiv meldete Reisbeck, dass sich seit der vorigen Bürgerversammlung kein Schulwegunfall ereignet habe.

Kontoauszüge öfter überprüfen

Sorgen machen der Polizei neue Kriminalitätsformen, wenn es um den bargeldlosen Zahlungsverkehr geht. Reisbeck: „Achten Sie auf Ihre EC- und Kreditkarten, auf Ihre Dateneingabe am Geldautomaten oder bei Zahlungen im Internet. Sprechen Sie mit Ihrer Bank über Verfügungsgrenzen Ihres Kontos. Informieren Sie sich über die Kontosperrung, überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge stets in kurzen Zeitabständen.“ Zur „persönlichen Sicherheit und Wehrhaftigkeit“ rät der Beamte, einen Polizei-Kurs zu besuchen: „Sie trainieren dabei ein ausgewogenes, bewährt hilfreiches Verhalten für den Fall, dass Sie persönlich belästigt oder gar angegriffen werden.“ Er machte Mut: „Stehen Sie, wann immer für Sie möglich und zumutbar, anderen zur Seite oder bitten Sie, wann immer Sie in Not sind, andere um Hilfe und zwar ganz konkret.“ Der Mord an dem 50 Jahre alten Geschäftsmann Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln sei eine schreckliche Tag, die den Einzelnen hilflos erscheinen lasse. Es gebe indes auch Courage zur Hilfe und zur Mithilfe, auch das habe Solln gezeigt.

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Westend
Woche: 26 - 2010
Autor: TG
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