| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 16 - 2010 |
| Autor: | TG |
„Die Unterführung am ehemaligen Hertie-Kaufhaus muss bleiben.” Der Tunnel für Fußgänger, der auf Höhe des ehemaligen „Hertie”-Kaufhauses die Bürgersteige der Fürstenrieder Straße miteinander verbindet, darf nicht der geplanten „Westtangente” der Tram zum Opfer fallen. Das fordert die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Laim (BA 25). Die Christsozialen befürchten, dass, falls es anders kommt, Fußgänger die Straßenseiten nicht mehr gefahrlos wechseln können. Ohne den Tunnel verlöre sich überdies jeder Anreiz beiderseits der autodurchtosten Laimer Hauptschlagader neue Geschäfte anzusiedeln. Die SPD-Fraktion sprach sich bei der jüngsten Sitzung des Lokalparlaments ebenfalls dagegen aus, die Unterführung „vorschnell” zuzuschütten. Josef Mögele (SPD), Vorsteher des BA, begründete das unter anderem damit, dass der Investor des Geschäftshauses, das anstelle des „Hertie” entstehen soll, davon ausgehe, dass der Tunnel erhalten bleibe. Es ist sogar vorgesehen, einen Aufzug zu installieren. Die von der rot-grünen Stadtratsmehrheit geplante Straßenbahn-Strecke soll über 8,7 Kilometer vom Romanplatz bis zur Aidenbachstraße verlaufen. In Laim liefe sie mitten durch das Zentrum des Viertels. Sollte sie realisiert werden, müsse der Tunnel „Aufgrund der zu geringen Überdeckung über der Bauwerksdecke” sowie wegen „fehlender Barrierefreiheit” aufgegeben und – so heißt es im Grundsatzbeschluss des Stadtrats” durch eine „niveaugleiche, gesicherte Querungsmöglichkeit im Zuge der Valpichlerstraße ersetzt werden”. „Unfälle reduzieren” Davon will die CSU-Fraktion nichts wissen. Laurentius Pfäffl (CSU), stellvertretender BA-Vorsitzender, erinnerte daran, dass die Unterführung in den 1970ern gebaut worden sei, um die Zahl der Unfälle, die dort immer wieder passierten, zu reduzieren. Was gelungen sei. Pfäffl: „Das ist heute nicht anders. Die Unterführung ist immer noch besser als viele andere Lösungen. Deshalb wollen wir sie behalten.” Ingo Benn (Grüne) zieht eine oberirdische Querung dem Tunnel vor. Er sähe mit Freuden einer solchen Lösung entgegen. Benn: „Es ist kein Vergnügen die Unterführung im Winter mit dem Kinderwagen zu benutzen.” Alexandra Gaßmann (CSU ) setzt dagegen: „Ein Tunnel ist keine Vergnügungsstätte. Ich fahre seit 20 Jahren mit dem Kinderwagen da durch und war immer froh, dass ich so sicher auf die andere Straßenseite kam.? Josef Mögele fragt sich und andere angesichts der als nicht ausreichend belastbar eingestuften „Bauwerksdecke?: „Wie viele Panzer wollen wir denn da drauf stellen?” Er sagt: „Wir haben den Tunnel! Einerlei, ob der gut oder schlecht ist, das künftige Kaufhaus muss eingebunden sein.” Das müsse passen, bevor voreilig zugeschüttet werde. Der CSU-Antrag wurde gegen die Stimmen der Grünen an die Verwaltung weitergereicht. Darüber hinaus regt Mögele an, im Kompetenz-Team des BA Laim – er ist Mittler zum Thema „Tram-Westtangente” – im Rahmen eines „Workshops” zu diskutieren, wie es mit dem unterirdischen Fußweg weitergehen solle. „Wie viele Fahrgäste?” In einem weiteren Antrag fordert die CSU-Fraktion die Stadtverwaltung auf, Fakten und Zahlen zum Trambahnprojekt Westtangente vorzulegen. Sie will wissen, wie die aktuellen Verkehrszahlen der Fürstenrieder Straße aussehen und was die Prognose sagt. Peter Stöckle, CSU-Fraktionssprecher, interessiert darüber hinaus, wie viele Fahrgäste pro Tag auf den in der Fürstenrieder Straße verkehrenden Buslinien befördert werden. Er fragt: „Wird die geplante Trambahnlinie durch die Fürstenrieder Straße die Buslinie 51/151 voll ersetzen beziehungsweise wird die Buslinie 168 die bisherige Linienführung beibehalten?” Der BA stimmte auch diesem CSU-Antrag mehrheitlich zu. Bürgerinitiative „Contra Tram Westtangente” Zurzeit läuft die Vorplanung fürs Tram-Projekt. Bis die ersten Straßenbahnen fahren, können Jahre vergehen. Das offizielle Genehmigungsverfahren kann frühestens im Jahr 2012 beginnen. Der jüngste Beschluss des Landtags, den zweiten S-Bahn-Tunnel unter der Münchner Innenstadt bauen zu lassen, ist ein Signal für die Tram, denn sie ist an den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke gekoppelt. Nur wenn die kommt, wird die zweite Röhre am Laimer S-Bahnhof gebaut werden, durch die die Straßenbahn einmal fahren soll. Der autobahnähnliche Durchgangsverkehr durch die Fürstenrieder Straße trenne das Viertel, beklagen viele Laimerinnen und Laimer. Sie leiden darunter, dass der Autoverkehr in ihrem Viertel Vorrang vor ihren Bedürfnissen beim Leben, Wohnen, Einkaufen und Arbeiten hat. Sie quasi an den Rand drängt. Die SPD meint, dass die Tram-Linie der Straße ein menschenfreundlicheres Gesicht gäbe, sie liebenswerter und dadurch Laim lebenswerter mache. Die CSU hingegen fürchtet Staus und ein Verkehrschaos. Mittlerweile formiert sich in den Vierteln, durch die die neue Strecke führen soll, eine Bürgerinitiative „Contra Tram Westtangente”.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 16 - 2010 |
| Autor: | TG |
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