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06.07.2010 - 10:44 Uhr
 

Nein zu Gemeindevorhaben

Mehrheiten für Bürgerbegehren Maibaum- und Sanfltwiese in Krailling

Münchner Wochenanzeiger : Bürgermeisterin Christine Borst in der Diskussion mit Bürgern zum Bauvorhaben auf der Maibaumwiese. In Zukunft dürften sich die öffentlichen Diskussionen mehren.   (Foto: US (Archiv))
 
Bürgermeisterin Christine Borst in der Diskussion mit Bürgern zum Bauvorhaben auf der Maibaumwiese. In Zukunft dürften sich die öffentlichen Diskussionen mehren. (Foto: US (Archiv))

Am Sonntag gab es in Krailling eine Menge zu wählen. Neben der Stimme zum Nichtrauchergesetz lagen den Bürgern Ratsbegehren und Bürgerbegehren zu den gemeindlichen Bauvorhaben auf der Maibaum- und auf der Sanftlwiese vor.

Dem Bürgerbegehren zur Sanftlwiese mit einer zweigeschossige Bebauung, einer Geschossflächenzahl (Gfz) von höchstes 0,39 und einer Bauerschließung von der Margaretenstraße her stimmten 62,48 Prozent der Wähler zu. Im Gegensatz dazu bekam das Ratsbegehren nur 37,52 Prozent der Stimmen.

Auch die Bebauungswünsche der Gemeinde auf der Maibaumwiese an der Pentenrieder Straße/Ecke Mitterweg erhielten eine Abfuhr. Mit 71,39 Ja-Stimmen (Ratsbegehren nur 39,56 Prozent) entschieden die Bürger gegen einen Bau, obwohl die Aussicht auf einen neuen Bürgertreff lockte.

Hohe Wahlbeteiligung

Bürgermeisterin Christine Borst freute sich trotz der Niederlage über die überraschende Wahlbeteiligung. „Das Wichtigste bei diesem Bürgerentscheid war mir eine hohe Wahlbeteiligung“, resümierte Borst, „denn sonst kann man mit dem Ergebnis nicht wirklich etwas anfangen.“ Und die lag am Sonntag bei 55 Prozent.

„Der Großteil der Bevölkerung hat sich für die Freihaltung der Maibaumwiese und für eine geringe Bebauungsmöglichkeit auf der Sanftlwiese ausgesprochen. Das muss ich so als Wunsch eines Teils der Bevölkerung hinnehmen, obwohl ich mir natürlich gewünscht hätte, dass ich mit meiner Argumentation bei den Bürgern Verständnis für die zukunftsweisenden Planungen der Gemeinde geweckt hätte.“

Ein Jahr Ruhe

Ein Ort, der sich nicht kontinuierlich weiterentwickele, berge die Gefahr in sich, zur reinen Schlafstadt zu verkommen, die Jugend nicht halten zu können und dadurch zu überaltern. Auch die Gefahr, den Einzelhandel nicht mehr im Ortszentrum halten zu können, sieht Borst.

„Wie wir in Zukunft weiter verfahren, müssen wir im Gemeinderat klären. Ich denke, dass es ohne Bürgerbeteiligung im Vorfeld nicht gehen wird“, so Borst. Sie vertraue darauf, dass sich trotz zukünftiger Bürgerbeteiligung die notwendigen Verfahren nicht endlos hinziehen werden, wie es in anderen Orten der Fall ist.

Borst abschließend: „Fakt ist momentan, dass für ein Jahr die Bebauung der Maibaumwiese generell nicht erlaubt ist und für die Sanftlwiese - falls gebaut werden soll - ein neuer Bebauungsplan gemacht werden müsste, der die Forderungen des Bürgerbegehrens erfüllt.“