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10.01.2012 - 13:01 Uhr
 

LILALU hat Insolvenz angemeldet

Insolvenzverwalter zeigt sich gegenüber einer Rettung „vorsichtig optimistisch“

Münchner Wochenanzeiger : Sind mit ihrem Verein LILALU e.V. in eine finanzielle Schieflage gekommen und mussten Insolvenz anmelden: Willi Wermelt und Anna Seliger. (Foto: sb)
 
Sind mit ihrem Verein LILALU e.V. in eine finanzielle Schieflage gekommen und mussten Insolvenz anmelden: Willi Wermelt und Anna Seliger. (Foto: sb)

LILALU e.V. ist pleite und steht vor dem Aus. Der Verein, der seit 1997 Ferienworkshops für Kinder anbietet, hat am Montag beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet. „Es ist richtig, das LILALU am 9. Januar Insolvenz angemeldet hat“, bestätigte Richterin Ingrid Kaps, Pressesprecherin des Amtsgerichts, auf Anfrage des Werbe-Spiegels. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Maximilian Breitling bestellt. Er müsse jetzt sichten, was noch da ist, betont Kaps. Zudem werde er klären, „ob es noch Chancen zur Fortführung gibt.“ In vier Wochen müsse dem Amtsgericht hierzu das Gutachten vorliegen.

Faschingsveranstaltungen finden statt

Was eine mögliche Rettung von LILALU betrifft zeigt sich Insolvenzverwalter Breitling nach eigenen Angaben vorsichtig optimistisch. Seit Montagnachmittag habe er aber bereits „sehr viel Zuspruch von den verschiedensten Unternehmungen erfahren“, die den Verein durch Spenden oder andere finanzielle Unterstützung unter die Arme greifen wollen. Breitling betonte, dass alle Veranstaltungen, die LILALU in den Faschingsferien plant, durchgezogen werden. „Das habe ich schon freigeben“, sagt er. „Im Grunde ist es so, dass ich mich jetzt von Veranstaltung zu Veranstaltung hangele“, so Breitling. "Das alle für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen stattfinden können ist sehr wahrscheinlich.“ Genaueres ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen, „dafür sind wir noch zu früh im Verfahren.“

Bereits am Montagabend habe er zusammen mit dem Vorstand des Vereins zusammengesessen und die Zukunft geplant und die einzelnen Projekte durchgesprochen. Als erste habe man bei der Arbeitsagentur ein Insolvenzgeldverfahren eingeleitet, „so dass die Löhne und Gehälter bezahlt werden können“, so Breitling. Ihm persönlich liege es sehr am Herzen, den Verein mit seinem sozialen Engagement am Leben zu erhalten, „dafür werde ich alles Nötige tun.“

Der Vorstand des Jugendhilfeträgers strebt nach eigenen Angaben die Aufrechterhaltung aller Angebote für das Jahr 2012 an. Das eingeleitete Insolvenzverfahren gebe die Möglichkeit, den Restrukturierungsprozess weiter zu forcieren und LILALU e.V. durch die schwierige Phase zu steuern. Ein potenzieller Investor sei bereits in Gesprächen mit dem Verein. Zunächst werde auf Basis eines Finanzierungsprogramms der Kapitalbedarf ermittelt.

"Wir kämpfen weiter"

Gründe für die finanzielle Schieflage sind nach Angaben von Willi Wermelt, dem Vorsitzenden von LILALU e.v, eine reduzierte Förderung, unvorhergesehene Ausgaben, ausgefalle Sponsorengelder sowie Altschulden aus dem Jahr 2010, „aus angefangenen dann aber nicht genehmigten EU-Projekten.“ Seit drei Monaten kämpfe der Verein intensiver als je zuvor um eine Alternativ-Finanzierung. „Versprechungen unserer Hausbank in Zusammenarbeit mit unserem Sanierungsteam, aufgestellt von der Bank, sind am 19. Dezember 2011, schlagartig zunichte gemacht worden“, klagt Wermelt. „Wir haben gekämpft – seit Jahren – und kämpfen weiter.".

Unterdessen bekommt LILALU auch Unterstützung aus dem Stadtrat. In einem Dringlichkeitsantrag für die Vollversammlung am 25. Januar fordern Josef Schmid und Marian Offmann, dass die Landeshauptstadt „einmalig und kurzfristig 120.000 Euro, wenn möglich aus Restmitteln, zur Sanierung von LILALU“ zur Verfügung stellt. Nach Ansicht der CSU-Stadträte müsse die Stadt alles daran setzen, das Angebot und den Träger zu erhalten. LILALU stelle an die 6000 Betreuungsplätze zur Verfügung, die „kaum schnell und in dieser Qualität zu ersetzen sind.“ Ein solches Vorgehen fordern die SPD-Stadträte Verena Dietl und Christian Müller in einem Antrag. Ihr Vorschlag: Das Sozialreferat soll „die gegebenenfalls wegfallenden Betreuungsplätze in Absprache mit dem bisherigen Träger LILALU schon im kommenden Jahr durch ein gleichwertiges Angebot ersetzen.“

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
München
Woche: 02 - 2012
Autor: SB

LILALU e.V.

Leonrodplatz 10
80636 München-Neuhausen

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LILALU e.V.

 

 
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