| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Planegg |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
Im allgemeinen Umgestalten des gesamten Bahnhofsareal inklusive Vorplatz und weiterer Verkehrsanbindung fassten die Planegger, insbesondere die Grünen/Gruppe 21 einen Regionalbahnhalt ins Auge. Herbert Stepp (Grüne/Gruppe 21) bekräftigte den Antrag seiner Fraktion im Gemeinderat: „Uns geht es nicht um einen kurz- oder mittelfristigen Bahnhalt, sondern um die Sicherung der Bahnflächen.“
Perspektivisch gesehen sollte die Gemeinde die Fläche für einen möglichen Halt der Regionalbahn oder auch von Güterzügen in die weitere Bahnhofsplanung einbeziehen. „Damit wären wir für den Tourismus attraktiver und könnten gleichzeitig die Güterabwicklung der Gemeinde auf die Schienen verlegen.“
Stepp sieht damit für schlechtere Zeiten vorgesorgt. Außerdem käme man der Idee der Stadt-Umland-Bahn entgegen, „die da ebenso halten könnte.“ Doch die meisten Gemeinderatsmitglieder sahen die Situation anders.
Von rein praktischen Überlegungen wäre ein Regionalbahnhalt durchaus möglich, wie Gemeindemitarbeiterin Ursula Janson recherchiert hatte. Dafür hätte die Kommune auf eigene Kosten die Bahnsteige auf Bahnhöhe anpassen müssen, denn die Gemeinde besäße keinen Bahnsteig, der die erforderlichen Höhen der Züge des Werdenfelser Landes aufweise.
Laut Bahn erhöhe ein zusätzlicher Halt die Fahrzeit des Regionalzugs, was die Akzeptanz der Verbindung sinken lasse und gleichzeitig die Auslastung der S-Bahn mindere. Janson betonte zwar, dass ein solcher Antrag bei der DB-Regio durchaus möglich sei. "Aber die Erfolgsaussichten stehen auf einem ganz anderen Blatt."
„Der Gedanke eines Regionalbahnhaltes in Planegg ist zwar charmant und würde die Wichtigkeit unseres Ortes unterstreichen“, meinte zum Beispiel Benjamin Wittstock (SPD), die Prioritäten in der Gemeinde lägen aber doch anders.
„Es käme doch einem Schildbürgerstreich gleich, wenn wir der Bahn erst das Gelände abkaufen, um dann auf eigene Kosten Bahnsteige zu bauen“, so Wittstock. „Wir haben zwei Bahnsteige nicht aus Jux und Tollerei abgerissen“, ergänzte Alfred Pfeiffer (SPD).
Vehement äußerte sich Gerhard Schleburg (CSU): „Dieser Zug ist längst abgefahren.“ Und sein Fraktionskollege Michael Book erklärte: „Wir sind so gut angebunden, eine Regionalhalt brauchen wir nicht auch noch.“ Er halte dies für Überluxus. „Auch die Diskussion um einen Stückgut-Bahnhof Planegg ist eine Luxus-Debatte."
Bürgermeisterin Annemarie Detsch (SPD) mahnte zur Abstimmung: „Wir müssen den Ideenwettbewerb endlich auf den Weg bringen. Dazu bedarf es einer endgültigen Entscheidung. Im Auslobungstext zum Wettbewerb muss klar stehen, wie wir zum Thema Bahnsteige stehen.“
Bei der anschließenden Abstimmung verzichtete der Gemeinderat einstimmig darauf, bei der DB Regio einen Regionalbahn-Halt zu beantragen.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Planegg |
| Woche: | 27 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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