| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Allach-Untermenzing |
| Woche: | 25 - 2010 |
| Autor: | LS |
Am 30. Juni befasst sich der Stadtrat unter anderem mit künftigen Nutzung des Kirschgeländes. Um sich ein genaues Bild über die aktuelle Situation zu machen und die Wünsche der ansässigen Unternehmer zu hören, lud SPD-Stadtrat Christian Müller vergangene Woche zu einem Rundgang über das 13,5 Hektar große Gewerbegebiet zwischen Allacher-, Kirsch-, Esmarch-, Hintermeierstraße und der Bahnlinie München-Ingolstadt und anschließender Diskussion. Auf dem Kirschgelände sind unter anderem eine Spedition, ein Fitnesstudio, eine Firma für Bodenbeläge, Künstler, ein Feinkosthändler, eine Reinigungs- und eine Sanitärtechnik-Firma ansässig. Außerdem befinden sich dort ein Aktenlager, das Rote Kreuz, ein Asylbewerberheim, Wohnungen und ein privater Kindergarten.
Zunächst hatte Bernd Schmidt das Wort. Er arbeitet für die Gutperle Gruppe, der der Großteil des Kirschgeländes gehört, als Geschäftsführer für den Gewerbepark in Allach. Er vertritt die Ansicht: „Das Kirschgelände und der Oertelplatz gehören zusammen!“ Das solle bei den Planungen berücksichtigt werden. Er versteht nicht, weshalb die Gutperle Gruppe mit einem Bauantrag für einen 800 Quadratmeter großen Super- beziehungsweise Getränkemarkt auf dem Kirschgelände 2007 scheiterte und daraufhin ein Baustopp und eine Veränderungssperre verhängt wurden und nun viel größerer Einzelhandel am Oertelplatz geplant ist. Zudem ärgert er sich darüber, dass die Planungen zur dortigen Umgestaltung eine Verkehrserschließung über Hintermeier- und Elly-Staegmeyr-Straße vorsehen. „Die Elly-Staegmeyr-Straße ist im Besitz der Gutperle Gruppe“, stellt Schmidt fest. „Mit uns hat keiner deshalb Kontakt aufgenommen.“
Karl Leistner macht sich Sorgen um die Zukunft seines Familienunternehmens. Die Leistner Hans GmbH Süddeutsche Metallspritzwerkstätten befindet sich seit 1958 in der Esmarchstraße. Durch die geplante Wohnbebauung am Oertelplatz fürchtet er Einschränkungen im Betrieb wegen Lärms und Emissionen. „Wir sind seit 15 Jahren Eigentümer des Grundstücks. Wir sind auf Rechtssicherheit angewiesen.“ Durch die Krise habe man schon 40 Mitarbeiter verloren. „Die Stadt informiert uns nicht“, sagt Leistner verärgert. „Ich verlange mehr eingebunden zu werden.“ Mehr als 50 Prozent des Personals seien Stadtteilbürger. „Die haben ein Recht auf Information!“
Alexander Reissl, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, machte den Unternehmern Hoffnung: „Wenn die Stadt einen Bebauungsplan aufstellt, haben wir ein offenes Verfahren, an dem man sich beteiligen kann.“ Die Planungsprozesse seien transparent. Zur immer wieder aufkommenden Frage nach Einzelhandel äußerte sich Reissl so: „Die Stadt will den Einzelhandel innerhalb von Ortsteilen, nicht in Gewerbegebieten, weil sie befürchtet, dass die Zentren dann kaputt gemacht werden. Das sei immer eine schwierige Auseinandersetzung.“ Wenn eine Einzelhandelsentwicklung in Allach gebe, dann solle sie sich am S-Bahnhof Allach orientieren. „Es ist nicht unüblich, dass man auf dem Heimweg einkauft.“
„Das Aurelis-Gelände (am Oertelplatz, Anm. d. Red.) wird eine Totgeburt“, glaubt Gerd Bittl sen.. „Der Kern der Entwicklung liegt im Kirschgelände.“ 1995 bezog das Sportgeschäft ein 4000 Quadratmeter großes Lager auf dem Kirschgelände, seit 1997 gibt es dort einen Lagerverkauf. Damit möchte Bittl in Allach bleiben. „Ich will nicht weg! Der Standort ist für uns ideal. Wir wissen keine Alternative.“ Sollte auf dem Kirschgelände endgültig kein Einzelhandel zugelassen werden, müsste Bittl wohl in einen Vorort umziehen. „Bitte helfen Sie uns!“, flehte er die Politiker an. Müller versprach, die Gedanken mit in die Stadtratssitzung zu nehmen und auch Wirtschaftsreferent Dieter Reiter will sich für die Firmen auf dem Kirschgelände einsetzen: „Ich werde Ihre Interessen vertreten.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Allach-Untermenzing |
| Woche: | 25 - 2010 |
| Autor: | LS |
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