| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Martinsried |
| Woche: | 16 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
Auf der Bürgerversammlung in Martinsried in der vergangenen Woche wurde wieder einmal deutlich, wie viele Veränderungen auf die Martinsrieder in den nächsten Jahren zu kommen. Über 200 Bürger kamen in der Turnhalle der Grundschule, um sich aus erster Hand von Bürgermeisterin Annemarie Detsch informieren zu lassen.
Der Dank der Bürger für diesen ausführlichen Abend kam in der Diskussion deutlich zum Ausdruck. „Bei der Gemengelage an Informationen, die teil emotional, teils politisch eingefärbt sind, kann sich ja kein Mensch mehr auskennen“, sprach ein Bürger den Anwesenden aus dem Herzen.
Laut Detsch beginnen die Riesenbauprojekte im kommenden Jahr. Dann ist mit der U-Bahn-Verlängerung zu rechnen. 2011 erfolgt auch der Spatenstich für den dritten großen Gebäudekomplex auf dem Martinsrieder Campus. In nördliche Richtung zur Würmtalstraße hin entstünde das Biomedizinische Centrum (BMC) für rund 1.800 Studenten und Mitarbeiter. „Bauende ist bereits für 2013 avisiert. Deswegen auch meine Eile mit der U-Bahn“, erklärte Detsch.
Neuerliche Verkehrsplanung
Um die baulichen Veränderungen in einem vernünftigen Verkehrskonzept einbetten zu können, habe der Gemeinderat ein integriertes Verkehrskonzept für Martinsried in Auftrag gegeben. „Start war im März, die Ergebnisse erwarten wir im Juli“, so Detsch. Als Inhalte gab sie die U-Bahn-Anbindung an das Straßen- und Wegenetz, ein schlüssiges Parkraumkonzept, ein überplantes Busnetz und optimale Langsamverkehrkorridore an.
„Der Ausgang dieses Gutachtens ist völlig offen. Alles andere weise ich entschieden zurück“, betonte sie im Hinblick auf Unterstellungen seitens der Bürgerinitiative Martinsried (BIM), die Gemeinde wolle sich ihre Meinung bestätigen lassen.
„Die Ortsmitte von Martinsried muss vom Verkehr entlastet werden“, forderte Detsch. Dazu gehöre auch die Ablehnung des Baus einer 2063neu. „Wir brauchen dagegen eine gemeindeeigene Umgehungsstraße.“ Auf die Frage nach dem Gräfelfinger Biomasse-Heizkraftwerk betonte sie, dass Planegg nicht alles glauben werde, was die Firma Glück verspricht. „Wenn uns die Pläne vorliegen, werden wir uns intensiv damit beschäftigen.“
Tiefgarage ja / nein?
Die meisten Wortmeldungen in der anschließenden Diskussion nahmen sich der Frage nach geeignetem Parkraum an. Noch vor der Bürgerversammlung hatte die BIM nach ihren Angaben 1.200 Martinsrieder Unterschriften für eine Tiefgarage ins Rathaus getragen. Doch auch Gegner einer solchen Anlage meldeten sich reichlich.
Ob Tiefgarage oder wieder Park&Ride-Platz – Detsch verwies auf das ausstehende Gutachten. „Alles ist denkbar. Doch ich versichere Ihnen hiermit, dass die Gemeinde keine Parkplätze für die Uni baut. Wir verfolgen ausschließlich unsere eigenen Interessen.“ Den Schlüssel für Parkplätze habe die Gemeinde in der Diskussion mit dem Campus schon auf 1:5 erhöht. „Der gilt bereits jetzt an der Fakultät für Biologie. Und auch dort gibt es kein Verkehrschaos, auch ohne U-Bahn.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Martinsried |
| Woche: | 16 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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