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26.01.2009 - 10:53 Uhr
 

Nein zum Südring

Bürgerprotest gegen den geplanten Südring bei Infoabend

Münchner Wochenanzeiger : Randvolles bosco: Das Interesse an der Veranstaltung war riesig. Rund 400 Bürger folgten der Einladung des Grünzug-Netzwerkes Würmtal e.V. gegen den geplanten Südring. (Foto: US)
 
Randvolles bosco: Das Interesse an der Veranstaltung war riesig. Rund 400 Bürger folgten der Einladung des Grünzug-Netzwerkes Würmtal e.V. gegen den geplanten Südring. (Foto: US)
Münchner Wochenanzeiger : Grünzug-Mitglieder Joachim Bender, Herbert Stepp und Burkhard Gagzow (v.l.) erklärten und kommentierten die Machbarkeitsstudie. (Foto: US)
 
Grünzug-Mitglieder Joachim Bender, Herbert Stepp und Burkhard Gagzow (v.l.) erklärten und kommentierten die Machbarkeitsstudie. (Foto: US)

„Mit uns gibt es überhaupt gar keinen Südring“, begrüßte Gautings Bürgermeisterin Brigitte Servatius entschlossen die rund 400 Zuhörer, die der Einladung des Grünzug-Netzwerkes Würmtal e.V. ins bosco gefolgt waren. Mit ihrer Aussage ging Servatius einen Schritt weiter als ihre Bürgermeisterkollegen Christoph Göbel aus Gräfelfing und Christine Borst aus Krailling, die sich in der vergangenen Woche allenfalls gegen eine oberirdische Trassenführung im Würmtal ausgesprochen hatten.

Zwischen Zorn, Hilflosigkeit und einem entschlossenen „nicht mit uns“ hätte sie geschwankt, sagte Servatius, als sie über die Machbarkeitsstudie informiert wurde. „Wir können nur gemeinsam gegen den Bau des Südringes vorgehen“, bekräftigte sie.

Fragwürdige Entlastung des Würmtals

Der Verein Grünzug-Netzwerk Würmtal e.V. hatte den Abend organisiert, um die Machbarkeitsstudie zum Autobahn Südring ausführlich einer breiten Zuhörerschaft vorzustellen und zu kommentieren.

Da die Autobahndirektion Süd der Einladung nicht gefolgt war, übernahm der Planegger Gemeinderat Herbert Stepp die Präsentation der Studie. „Aus dem ersten Anlauf von 95 Varianten sind nun 18 mögliche Verläufe für den Südring übrig geblieben, die alle ungefähr das gleiche kosten werden“, so Stepp. Alle versprächen eine Entlastung des Umlandes, trug Stepp vor und erntete damit Lacher und Zwischenrufe.

Zehn Varianten führten durchs Gautinger Grubmühlerfeld, ergänzte Joachim Bender, Grünzug-Mitglied aus Gräfelfing. „Das heißt, laut Statistik steht es zehn zu achtzehn, dass das Grubmühlerfeld weichen muss.“

Autobahnraststätte Forst Kasten

Egal, welche Trasse gewählt wird, es müssten jeweils 500 Hektar Wald abgeholzt werden. „Das ist eine wesentliche Beeinträchtigung unserer Naherholungsgebiete und Frischluftschneisen“, empörte sich Bender. Die gesetzlich vorgeschriebene Aufforstung könne dann sonst wo stattfinden, „auch im Bayrischen Wald. Für das Würmtal ist es dann allerdings zu spät.“

Kritik übte der Grünzug-Verein an der Untergliederung in Raumwiderstandszonen. „Die Unterteilung ist eine Verharmlosung von Natur und Siedlungen“, so Bender weiter, insbesondere da Landschaftsschutzgebiete nur mit einem mittleren Raumwiderstand angegeben werden.

Zum Beispiel hätte der Fuchssteg nur mittleren Schutz vor der Bebauung. Auch andere Biotope und Schutzgebiete, wie die Kraillinger Sanatoriumswiese, wären vorm Südring nicht sicher. „An Maria Eich würde ganz nah vorbeigebaut. Auch das Erholungsgebiet um Forst Kasten gäbe es nicht mehr“, warnte Bender und sprach bereits von der „Autobahnraststätte Forst Kasten“.

Bürgerprotest mobilisieren

Ihre große Sorge sei es, formulierte Servatius, dass am Ende nur eine Trasse zwischen Gauting und Stockdorf übrig bleibe. „Und die schreit in den Augen der Planer nach Füllung.“

Außerdem solle man nicht außer Acht lassen, dass künftige Anschlussstellen weitere Bebauung und Siedlungen mit sich bringen, zudem neue Straßen neuen Verkehr nach sich ziehen, betonte sie.

Bis zum Sommer will die Autobahndirektion die Machbarkeitsstudie fertig gestellt haben. Ihr Ziel ist eine Aufnahme des Südrings in den Bundesverkehrsplan. Wenn alle Planungen und Genehmigungen glatt laufen, könnte der Bau frühestens 2020 beginnen. Mit einer Verkehrsfreigabe ist nicht vor 2025 zu rechnen.

„Das führt die beliebte Argumentation, der Südring verhelfe München zur Olympiade 2018 ins Absurde“, unterstrich Grünzug-Mitstreiter Burkhard Gagzow. „Die wesentliche Raumwiderstandskomponente, die sind wir alle, deswegen müssen gemeinsam aktiv werden“, forderte er.

 
Artikelinfo
Ausgabe: wsp+saz
Gauting
Woche: 05 - 2009
Autor: US
Artikelkommentare
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Andreas Eschenwecker (20.07.09)
Ich bin gegen den Südring obwohl ich diesen täglich als Arbeitsweg nutzen könnte!

Das Leben besteht nicht nur aus bequemen Autofahren was Herr Weterings als "Allgemeinwohl" bezeichnet. Wer dies als Lebensqualität bezeichnet soll doch in den Raum Köln/Bochum ziehen. Wahrscheinlich zieht es Herrn Weterings in seine alte Heimat zurück ansonsten würden hier keine so niveaulosen Kommentare fallen wie "der Bayer usw....

Zurück zum Thema: München braucht einen Rest an unzerstörter Naherholungsgebiete wie das Würmtal, Forstenrieder Park, Perlacher Forst und das Gleißental!
Der Landverbrauch durch diverse Gewerbegebiete ist schon Umweltzersörung genug!

A. Eschenwecker
 
Alex Weterings (31.01.09)
Ich bin für den Südring!
Wie viele Jahre schon leidet München, weil der Autobahnring um München nicht komplett ist. Wie lange litt objektiv der Münchner Westen am Verkehr, als der A99 (West) noch diskutiert wurde (ob überhaupt, ob Bundesstr., Verzögerungstaktik usw.). Örtliche Parteien schauen (zurecht) auf ihre örtliche Klientel, ohne Rücksicht auf das übergeordnete allgemeine Wohl, genauer gesagt, auf das übergeordnete kleinere allgemeine Übel. So ist es mit dem Südring schon seit vielen, vielen Jahren. Wäre schon vor vielen, vielen Jahren der gesamte Südring politisch machbar gewesen, hätte der Infrastruktur sich selbstverständlich daran angepasst. Damit wäre der Vorteil (in ökologischer, wie in wirtschaftlicher Sicht) größer und der Schaden kleiner gewesen sein als beim jetzigen Versuch überhaupt noch möglich ist.
Der Bayer will keine Änderung. Der Gemeinnutz ist ihm weniger wichtig als seine eigene Horizont.
Vielleicht stimmt das Raunen, der Südring wurde von mächtigen Politikern boykottiert, weil ihre Wohnungen auch betroffen wären. Statt den Südring wurden von Gemeinden genau an diesen Stellen öffentliche Gebäude hin gestellt. Dieses tragische Spiel scheint jetzt wieder an zu laufen.

Alex Weterings