| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Karlsfeld |
| Woche: | 44 - 2011 |
| Autor: | A.R. |
Eine leere Gemeindekasse – mit Ach und Krach wird es Karlsfeld in diesem Jahr vermutlich gelingen, keine Schulden aufzunehmen – und zahlreiche Anfragen „moderner und innovativer Betriebe“ nach geeigneten Gewerbeflächen, dies waren die Hauptgründe, die Bürgermeister Stefan Kolbe für den Vorschlag der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes angab.
Nachdem erst im Dezember beim Bürgerbegehren das ursprünglich geplante Gewerbegebiet im Grünzug zwischen Dachau und Karlsfeld abgelehnt worden war, wagte die Gemeinde nun einen neuen Vorstoß. Von Anfang an sollten diesmal die Bürger mit ins Boot geholt werden, so dass Kolbe am vergangenen Mittwoch Abend zu einer Informationsveranstaltung in den Bürgerhaus Festsaal einlud. Es kamen etwa 120 Bürger, die sich zunächst die Planungen vorstellen ließen und anschließend zahlreiche Fragen stellten.
Das geplante Gewerbegebiet liegt im Dreieck zwischen Hoch- und Bajuwarenstraße und umfasst fünf Hektar. Die bereits in Karlsfeld ansässige Firma Artdeco wartet bereits auf den Startschuss, um zwei Hektar entlang der Hochstraße mit einem maximal neun Meter hohen Flügelbau als Produktionsstätte zzgl. Lagerbereich zu bebauen.
Wie Bürgermeister Stefan Kolbe betonte, sei eine Steigerung der Einnahme von Gewerbesteuern neben dem Verkauf von Grund die einzige Möglichkeit, die Gemeindekasse zu sanieren. Dazu sei es aber erforderlich, neue Gewerbeflächen auszuweisen und bis auf ein kleineres Areal am „Burgfrieden“, das nur für kleinere Betriebe geeignet sei, gäbe es keine Alternativen.
Bei der anschließenden Diskussion unter den Besuchern, zeigten sich vor allem Bedenken bezüglich des zu erwartenden Verkehrsaufkommens. Bürgermeister Stefan Kolbe versicherte, dass die Erschließung zunächst von Norden her erfolgen werde und der Verkehr daher über die Bajuwarenstraße Richtung B 471 abfließen werde. „Einen exorbitanten Verkehr über die Hochstraße wird es nicht geben!“, betonte Kolbe. Auch bezüglich der nötigen Lärmschutzmaßnahmen, die durch weitere Gewerbeansiedlungen eventuell notwendig werden würden sowie die Nähe zum Naherholungsgebiet Karlsfelder See, beruhigte der Bürgermeister die Bürger. Selbstverständlich würden alle diese Dinge im Bebauungsplan berücksichtigt werden. Die Erschließungskosten für das neue Grundstück würden sich, da es bereits an die Straßen angebunden ist, in Maßen halten und außerdem auf den Käufer zurückfallen. Welche zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen Karlsfeld von Artdeco zu erwarten hat, war nicht zu erfahren. Allerdings sei geplant 100 bis 120 Mitarbeiter am neuen Standort zu beschäftigen und durch den Verkauf des Grundstückes – ein Teil gehört der Gemeinde Karlsfeld, ein Teil dem Landkreis, der seine Zustimmung bereits signalisiert hat – würde ebenfalls Geld in die Gemeindekasse kommen.
Was mit den drei verbleibenden Hektar geschehen würde, wurde nicht weiter erörtert. Erst müsse entschieden werden, ob der Vorschlag für das Gewerbegebiet weiter verfolgt wird. Artdeco würde Anfang 2014 den neuen Standort beziehen, welche Gewerbebetriebe für die restliche Fläche in Frage kommen, müsse erst geprüft werden.
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Karlsfeld |
| Woche: | 44 - 2011 |
| Autor: | A.R. |
Fügen Sie hier Ihren Artikelkommentar hinzu.