| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 31 - 2010 |
| Autor: | TG |
Es musste ein schrecklicher Unfall passieren, um am Bauernmarkt in Laim – er findet freitags zwischen 7.30 und 13 Uhr nahe den Laimer Arkaden statt – das Parken so zu regeln, dass das Geschehen auf der Agnes-Bernauer-Straße, an der die Stände stehen, künftig für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher ist als bisher. Das ist die Konsequenz aus dem tragischen Unglück auf der Agnes-Bernauer-Straße, bei dem am 9. Juli eine 62-jährige Radlerin ums Leben kam. Sie hatte nach Angaben der Polizei auf Höhe des Anwesens Nummer 86, den Fahrstreifen nach links gewechselt und war dabei mit dem Vorderrad ihres Fahrrades in ein Gleis der Tram geraten. Ein nachfolgender LKW-Fahrer konnte nicht rechtzeitig abbremsen, er überrollte die zu Boden gestürzte Frau.
Eine „Unfallkommission“ – bestehend aus Mitarbeitern des Kreisverwaltungsreferats (KVR), des Baureferats und der Polizei – legte daraufhin fest, dass die Marktleute in Zukunft freitags zwischen 7 und 14 Uhr auf der Südseite der Agnes-Bernauer-Straße parken dürfen. Bisher mussten sie auf der dem Markt gegenüber liegenden Nordseite parken. Das bedeutete, sie waren gezwungen, ihre Waren und sonstigen Utensilien mühsam über die Fahrbahn zu ihren Ständen zu schleppen oder zu karren. Das soll nun weniger mühevoll sein. Vor allem jedoch weniger gefährlich. Daniela Schlegel, Pressesprecherin des KVR, erklärte, überdies werde geprüft, ob auf der nördlichen Seite der Agnes-Bernauer-Straße der Gehweg teilweise zum Parken freigegeben werden könne. Schlegel: „Wenn die Autos mit jeweils einem Vorder- und einem Hinterrad auf dem Gehweg parken, reichen sie nicht mehr so weit, wie das jetzt noch der Fall ist, in den Fahrbahnraum hinein.“ Auf den Gedanken seien die Experten gekommen nachdem die Radfahrerin zu Tode gekommen sei. Die angedachte neue Regelung werde helfen, riskante Ausweichmanöver von Radlern zu vermeiden.
Die Verkehrsdichte auf der Agnes-Bernauer-Straße und der tödlich ausgegangene Unfall war jüngst Thema im Bezirksausschuss Laim (BA 25). Ein Anwohner regte an, die Agnes-Bernauer-Straße – zwischen Fürstenrieder- und Agnes-Bernauer-Platz, besser noch bis zum Westbad – „deutlich zu entschleunigen”. Darüber hinaus will der Laimer Geschwindigkeitskontrollen und einen sicheren Fußgängerüberweg auf Höhe der Konditorei Detterbeck. Gerhard Krämer (CSU) stellte sich hinter diese Forderung, schränkte aber gleichzeitig ein: „Ein solcher Antrag ist schon einmal gestellt worden. Wegen der beschleunigten Straßenbahn ist jedoch nichts geschehen.“ Daraufhin der Laimer: „Wieso soll nicht auch die Trambahn mal stehen bleiben?“
„Weshalb findet der Bauernmarkt nicht auf dem Laimer Anger statt?“, fragte während der Sitzung ein anderer Anwohner. Eine Frage, die bereits vor dem Unglück von sehr vielen Laimerinnen und Laimern gestellt worden ist. Der Wechsel dieses winzigen Viktualienmarktes auf das attraktive Gelände am Anger – ein Marktplatz wie er im Buche steht – sei allein wegen der jetzt knappen und unerfreulich beengten Fläche und der dichten Verkehrlage längst angezeigt. Es sei nicht zu verstehen, so zwei Laimer, die sich zu Wort meldeten, weshalb dem Fischmarkt, der Anfang Juni für zwei Wochen seine Zelte auf dem „geschützten Grüngelände” des Angers aufschlagen hatte, dort ein „Marktrecht” eingeräumt worden sei. Einer derart „niveaulosen Veranstaltung” das angeblich schützenswerte Grün zur Verfügung zu stellen, sei ihnen unverständlich. Dort finde „ununterbrochenes Gedudel” statt und das bei „miesester Qualität.“ Der Bauernmarkt hingegen sei ein wunderbarer Markt mit guter Qualität, der hervorragend dazu beitragen könne, das Gemeinschaftsgefühl in Laim zu fördern. Deshalb sei er auf dem Anger viel besser platziert.
Mit sich widerstrebenden Interessen erklärte Josef Mögele (SPD), BA-Vorsitzender, das Gerangel um den Bauernmarkt. Ingo Benn(Grüne) sagte: „Wir sind uns innerhalb des BA einig darüber, dass der beste Platz für den Bauernmarkt der am Anger wäre.” Die Stadt verhindere das mit dem Hinweis auf die „Grünanlagensatzung”, die lasse dort keine kommerziellen Veranstaltungen zu.
Zur Qualität des Laimer Fischmarktes wollte sich Benn nicht äußern. „Darüber will ich mir kein Urteil erlauben.“ Alexandra Gaßmann (CSU) warf ein, der Fischmarkt werde von den Laimerinnen und Laimern gern angenommen. Bereits bei der Planung des Fischmarktes war es zu Irritationen gekommen, weil der BA nicht verhindern konnte, dass der Fischmarkt den Anger zwei Wochen lang belegte. Deshalb schlug Jutta Hofbauer von den Grünen vor, zu beantragen, dass die Stadt den BA in die Planung für die Veranstaltung im Jahr 2011 einbezieht. „Damit wir nicht wieder ausgebootet werden.“ Josef Mögele unterstrich: „Wir wollen künftig vorab informiert und nicht noch einmal vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 31 - 2010 |
| Autor: | TG |
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