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16.08.2010 - 11:16 Uhr
 

Denn im BA geht's nicht so schnell

BA Laim bemängelt erst jetzt die Pläne fürs neue Geschäftshaus in Laim

Münchner Wochenanzeiger : Der vertraute Anblick des „Hertie” wird den Laimern noch eine Zeitlang erhalten bleiben. Es soll frühestens im September abgerissen werden. (Foto: tg)
 
Der vertraute Anblick des „Hertie” wird den Laimern noch eine Zeitlang erhalten bleiben. Es soll frühestens im September abgerissen werden. (Foto: tg)
Münchner Wochenanzeiger : Die Lieferzone für LKW am geplanten Geschäftshaus in der Hogenbergstraße, das anstelle des „Hertie“ (links) entstehen soll, sei zu eng. Auch gebe es zu wenige Parkplätze, sagt der Laimer BA. (Foto: tg)
 
Die Lieferzone für LKW am geplanten Geschäftshaus in der Hogenbergstraße, das anstelle des „Hertie“ (links) entstehen soll, sei zu eng. Auch gebe es zu wenige Parkplätze, sagt der Laimer BA. (Foto: tg)
Münchner Wochenanzeiger : So soll das neue Stadtteil-Kaufhaus für Laim – hier als Simulation – aussehen. Der Bauantrag für das Gebäude hat im BA Laim viele kritische Fragen aufgeworfen.
 (Foto: Development Partner)
 
So soll das neue Stadtteil-Kaufhaus für Laim – hier als Simulation – aussehen. Der Bauantrag für das Gebäude hat im BA Laim viele kritische Fragen aufgeworfen. (Foto: Development Partner)

Noch steht „das Hertie“ in der Fürstenrieder Straße. Wann es abgerissen und wann an dieser Stelle ein Neubau errichtet werden wird, steht aber noch lange nicht fest. Und das, obwohl ein Entwurf des Architektenbüros „Bieling und Partner“ bei einem Wettbewerb unter Baukünstlern gesiegt hat. Der Neubau eines Geschäftshauses sollte – ginge es nach den Plänen – bis Ende 2011 fertig sein. Der Bezirksausschuss Laim (BA 25) erhebt seit neuem Einwände gegen die Pläne der Eigentümer. Die planen, anstelle des „Hertie“ ein Büro- und Geschäftshaus zu errichten. Bauherren sind die Development Partner AG und die Bucher Properties GmbH. Der Unterausschuss (UA) Bau des BA äußerte sich bei der jüngsten Sitzung in mehreren Punkten kritisch zu dem Vorhaben.

Bei der Diskussion um die Baugenehmigung seien viele offene Fragen zur Sprache gekommen, erklärte Anette Zöllner (CSU), Vorsitzende des Unterausschusses. Sie moniert unter anderem, dass die Probleme, die bei einer „Lieferzone” für Lastkraftwagen in einem Wohnviertel auftreten, „absolut unzureichend gelöst” worden seien. Auch gebe es für ein dreigeschossiges Geschäftshaus mit vier großflächigen Läden zu wenige Parkplätze. Zöllner fehlt auch ein Lärmgutachten. Überdies fordert sie, die Unterführung am „Hertie“ müsse bestehen bleiben. Die Ausschuss-Vorsitzende betonte, wegen der ungeklärten Fragen, der Größe, Bedeutung und Komplexität des Bauvorhabens sei eine ergänzende Beratung in den Gremien des BA dringend erforderlich. Das öffentliche Interesse an dieser Angelegenheit sei groß, deswegen wünsche sich der UA, dass die Lokalbaukommission das Vorhaben bei der Sitzung im September „anschaulich präsentiert”. Zöllner beantragte, die Anhörungsfrist des BA bis zur kommenden Sitzung zu verlängern. Das Lokalparlament wird also über den Antrag auf Baugenehmigung endgültig erst im September entscheiden.

„Enger Ladetunnel“

Hauptkritikpunkt für Zöllner ist der „sehr enge Ladetunnel“ im geplanten Gebäude. Sie verdeutlichte das durch ein Bild: „Wegen der äußerst beengten Situation sind mindestens drei Leute zum Navigieren notwendig.“ Das Anliefern durch LKW spiele sich in der Hogenbergstraße ab, das belaste die Anwohner enorm. Dass von 77 erforderlichen zusätzlichen Stellplätzen nur 46 in die Tat umgesetzt werden sollen – der Rest kann „abgelöst” werden – findet Zöllner nicht akzeptabel. Zudem sei die öffentliche Erschließung nicht dargestellt und es fehle ein Verkehrskonzept, ergänzte sie ihre Mängelliste.

Mit Unverständnis reagierte Martin Bucher, Geschäftsführer von „Bucher Properties“, auf die Kritikpunkte. „Wir haben einen Verkehrsplaner eingeschaltet.“ Auch sei ein Emissionsgutachten erstellt worden. Ebenso sei bei der Planung auf die Einwände der Nachbarschaft in der Hogenbergstraße Rücksicht genommen worden. Die hatte, als der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs präsentiert wurde, beanstandet, die Zufahrt zur Tiefgarage an der Hogenbergstraße sei schon zu „Hertie-Zeiten“ eine Katastrophe gewesen. An ihr stauten sich die Autos, das Gehupe der Wartenden mache sie „kirre”. Der Bauherr versprach daraufhin, beim Neubau die Situation für die unmittelbar benachbarten Anlieger so zu verbessern, dass es keine Rückstau- und Warteprobleme mehr gebe. Bucher: „Die Anlieger sind eingebunden. Wir sind auf deren Wünsche eingegangen.“ Sie hätten die Pläne akzeptiert und unterzeichnet.

„Alle Vorgaben erfüllt“

Der Geschäftsführer von „Bucher-Properties“ zeigte sich befremdet vom Verhalten des Lokalparlaments. „Auch der BA war in den Architekten-Wettbewerb eingebunden.“ Wegen des öffentlichen Interesses sei der öffentlich ausgelobt und das Ergebnis den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt worden. Nur wenige hätten die Gelegenheit genutzt, sich zu informieren. Bucher sagte, er sei erstaunt darüber, dass sich der BA erst jetzt zu Wort melde. Er ist allerdings zuversichtlich, dass der Bauantrag gebilligt werden wird. „Wir haben sämtliche baurechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben erfüllt und eingehalten.“

Thorsten Vogel vom Planungsreferat der Stadt München erklärte auf Anfrage: „Das Genehmigungsverfahren für den Neubau des Büro- und Geschäftshauses läuft noch.” Verschiedene Fachdienststellen seien damit befasst, den Antrag zu prüfen. Vogel bestätigte, dass der Anliefer- und Ladeverkehr laut Plan einspurig erfolge. Weil es im Gebäude keine Wendemöglichkeit gebe, könnten die LKW dann die Tiefgarage auch nur rückwärts verlassen. Das sei jedoch nicht ungewöhnlich. Die öffentliche Anfahrt zu den PKW-Garagen, so Vogel, sei indessen zweispurig geregelt.

Dem „Hertie“ und den in dem Gebäude nistenden Tauben verbleibt noch eine Schonfrist. Mit dem Abriss werde es im Sommer nichts mehr werden, erklärte Bucher: „Ich denke im September kann es losgehen.“ Wenn es um die Unterführung beim „Hertie“ gehe, sei er ein Mitstreiter: „Auch wir fordern, dass sie bestehen bleibt.“

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 33 - 2010
Autor: TG

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