| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Planegg |
| Woche: | 35 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
Zum Thema städtebauliche Gestaltung des Planegger Gebietes rund um den Bahnhof konnten sich schon viele Planer und Planegger Bürger äußern. Denn zur allgemeinen Ideensammlung veranstaltete die Gemeinde Mitte letzten Jahres eigens eine zweitägige, offene Planungswerkstatt.
„Die Planungswerkstatt kam sehr gut an, keine Frage. Doch mir fiel auf, dass damals Kinder und Jugendliche überhaupt nicht vertreten waren“, konstatierte Peter von Schall, der als Parteiloser in der FDP-Gemeinderatsfraktion sitzt. „Wir sollten uns alle fragen, was will diese Altersgruppe überhaupt am Bahnhof vorfinden.“
Auf seine Initiative beschäftigte sich eine zehnte Klasse des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums im vergangenen Schuljahr sehr intensiv mit diesem Thema. Klassenlehrer Christian Frank: „Die Schüler haben je in Vierergruppen sehr erwachsene Ideen entwickelt.“ Dabei sei es den Jugendlichen sowohl um zu lösende Verkehrsprobleme, als auch um die Frage nach der Geschäftestruktur gegangen.
In Fragebögen konnten 350 Schüler aus den Jahrgangsstufen neun bis zwölf ihre Wünsche und Erwartungen loswerden. Ausgewertet und als Abschlussbericht verpackt präsentierten die Zehntklässler ihre Ergebnisse noch vor den Ferien den Lokalpolitikern.
„Die Beruhigung der Zone war allgemeiner Wunsch“, so Frank. Was die Einzelhandelsstruktur anbelangt, seien die Jugendlichen nicht ganz so konform mit den Ergebnissen der Planungswerkstatt gewesen. „Die meisten wünschten sich eine Fastfoodkette gefolgt von Café, Kino und Probenräumen für Bands.“ Klamotten sollte es auch noch geben.
„Für das Alter ist das nicht überraschend“, antwortete Frank den verdutzten Politikern. „Die wollen sich schnell mal in der Mittagspause gemütlich treffen.“ Auch von Schall stimmte zu. „Jugendliche brauchen einen Meeting Point. Ich sehe diese Arbeit als sehr repräsentativ an.“
Er dankte für die tolle Arbeit. Schulleiterin Brigitte Schmid-Breining erklärte ergänzend: „Unabhängig vom Ergebnis und der späteren Umsetzung haben die Schüler ein Jahr lang sehr selbstständig und kreativ gearbeitet, Umfragen fachgerecht ausgewertet. Und auch die Präsentation kann sich blicken lassen“, lobte sie.
Dieses wissenschaftliche Herangehen an ein Thema sei genau das, was die Schüler für die Kollegstufe bräuchten. Bürgermeisterin Annemarie Detsch und zweiter Bürgermeister Peter Heizer nahmen die Projektarbeit für die weitere Abstimmung im Gemeinderat entgegen. Heizer dazu: „Erstmal muss das Gesamtkonzept stehen. Dann sehen wir, was von all den Wünschen in die Gebäude kommen kann.“
Die Schüler sahen die Umsetzung ihrer Gestaltungswünsche dagegen ganz sportlich. „Schätzungsweise 20 Prozent wird davon vielleicht umgesetzt“, meinte ein Schüler. „Das halten wir für realistisch.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Planegg |
| Woche: | 35 - 2010 |
| Autor: | U.S. |
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