| Ausgabe: | wsp+saz Würmtal |
| Woche: | 11 - 2010 |
| Autor: | US |
„Mobil mit dem Rad durch den Alltag“ lautet das Motto des Verkehrsplaners Christian Fahnberg vom Planungsbüro Ingevost, als er den Würmtaler Bürgermeistern Christine Borst, Annemarie Detsch, Ilse Weiß und Christian Göbel die Ergebnisse seiner bisherigen Untersuchungen präsentierte. „Wir können im Würmtal rund 50.000 Einwohner erreichen und zum Umsteigen auf das Rad motivieren. Der Individualverkehr wird damit weniger motorisiert“, warb Fahnberg für das Projekt.
Ihm gehe es nicht um das touristische Radeln, „sondern wie kommt man optimal zur Arbeit, zur Schule, zum Dienstleister.“ Seine Bestandsaufnahme sei nun abgeschlossen und habe gezeigt, dass die Infrastruktur einiges zu wünschen übrig ließe: „Gerade im hektischen Alltag muss das Radfahren selbstverständlich und auch sicherer werden. Das ist unser Ziel.“
Begleitet werden seine Studien vom Arbeitskreis mit Gemeinderäten, ADFC und interessierten Bürgern. „Unisono sind wir der Auffassung, dass das Radfahren in den Köpfen etabliert werden muss“, äußerte Fahnberg. Die Motivation zum Radfahren steigern und Unfallschwerpunkte herausfinden müssten nun vorrangig angegangen werden. „Dazu beginnen wir ab sofort mit einer Würmtal weiten Bürgerbefragen“, kündigte er an.
Planeggs Bürgermeisterin Annemarie Detsch bestätigte: „Lärm und Feinstaub bringen uns viel Ärger. Dabei sind die meisten unserer Autofahrten unter drei Kilometer, also zu vermeiden.“ Was fehle, sei eine vernünftige Infrastruktur.
Auch der Gräfelfinger Bürgermeister Christoph Göbel konstatierte: „900 Kraftfahrzeuge kommen im Würmtal auf 1.000 Einwohner. Wir sind damit alles andere als ein Radltal.“ Die Bewusstmachung dieser Fakten und das Umdenken zum nicht motorisierten Verkehr sei der nächste Schritt. „Und das kann kein kurzfristiger Prozess sein.“
Er erwarte von Fahnberg einen Maßnahmenkatalog angefangen von der flächendeckenden Vernetzung der Radwege bis zur Absenkung der Bordsteine. „Vielfach reicht auch ein Hinweis an uns. Manche Dinge kann der Bauhof in zwei, drei Stunden ändern“, forderte Christine Borst, Bürgermeisterin in Krailling, das direkte Gespräch mit den Gemeinden.
Bisher hat jede der beteiligten Gemeinden 6.000 Euro in das Radprojekt gesteckt. „Die weitere Finanzierung ist natürlich eine wichtige Frage“, meinte Fahnberg. Das Bundesverkehrsministerium fördere seit 2002 den Radverkehr im Alltag. Die Fördermittel seien in erster Linie für Netzplanungen, Wegweisungsplanungen und Konzepte in der Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.
„Die Gelder stehen uns für die weichen Maßnahmen zur Verfügung“, stellte der Verkehrspklaner fest. „Wir können damit Schulungen, Wokshops und Beratungsleistungen finanzieren.“ Für die Umsetzung aller infrastrukturellen Änderungen müssten allerdings die Gemeinden tief in die Tasche greifen. Genaue Angaben ließen sich machen, wenn die Bürgerbefragung beendet sei und der Maßnahmenkatalog stehe. „Und das wird gegen Ende des Jahres sein.“
| Ausgabe: | wsp+saz Würmtal |
| Woche: | 11 - 2010 |
| Autor: | US |
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