Münchner Wochenanzeiger - 

Lokalsport

 
rss icon  
Thursday, 24. May 2012 · 12:25 Uhr  · 
Heiter 21°

Donnerstag

Regen  T: 11° / H: 23°

Freitag

Heiter  T: 11° / H: 22°
 
 
 
 
07.06.2010 - 16:03 Uhr
 

Kunststoff statt Natur

Der SV 1880 bekommt für seine Jugendteams einen modernen Kunstrasenplatz

Münchner Wochenanzeiger : Ein Spatenstich für die Jugend und die Zukunft des Vereins (v.l.): Jung-Fußballer Robert und Max, Udo Rößler (Firma Desso), „80er“-Präsident Hermann Brem, Peter Hilger (Fachbetrieb für Landschaftsbau) und Fußballer Sascha.
 (Foto: tg)
 
Ein Spatenstich für die Jugend und die Zukunft des Vereins (v.l.): Jung-Fußballer Robert und Max, Udo Rößler (Firma Desso), „80er“-Präsident Hermann Brem, Peter Hilger (Fachbetrieb für Landschaftsbau) und Fußballer Sascha. (Foto: tg)

Die Zukunft des Sport-Vereins München von 1880 in Laims Tübinger Straße verbirgt sich in einem Muster-Kästchen: ein Stück grüner Rasen. Streichen Neugierige mit der Hand darüber, staunen sie nicht schlecht: das Grün fühlt sich ungewohnt weich an. Was daher kommt, dass das „Gras” gar kein Gras ist. Es ist, wie der Boden aus dem es zu wachsen scheint, aus Kunststoff. Und – wie Hersteller Desso verlautbart – der „neueste und modernste Kunstrasen, der zurzeit auf dem Markt ist”. „1880” zählt damit zu den Vereinen in Deutschland, die sich quasi als Vorreiter, ein Spielfeld aus Kunstrasen vom Typ „IDNA“ anlegen lassen.

Weil ihre Fußballjugend seit vier Jahren „enormen Zulauf” habe – Vereinstatistiker melden, die Mannschaften hätten sich um 60 Prozent vergrößert – wollen die „80er“, „in die Jugend und so in die Zukunft ihres Vereins investieren”. Ihr Ziel: Die Teams aus Jugendlichen sollen ein neue Spielfeld und auf diese Weise mehr Platz bekommen. Weil der Naturrasen des bisher genutzten Spielfeldes der ständigen Belastung nicht gewachsen war, haben sich die Verantwortlichen des Vereins für den von Wetter und Jahreszeit unabhängig bespielbaren Kunstrasen entschieden.

Am vorigen Dienstag begannen die Arbeiten für den neuen Platz. Hermann Brem, Präsident des Vereins, machte den traditionellen ersten Spatenstich fürs neue Feld, flankiert von jugendlichen Fußballern, im Beisein von Vertretern beteiligter Firmen und Vereinsmitgliedern. Die 250 Fußballkinder und Jugendlichen, die aus dem Westend und aus Laim kommen, dürfen sich freuen. Bis zum Beginn der neuen Saison im September soll der neue Platz fertig sein. Kostenpunkt: 470.000 Euro.

„Erfolgreiche Jugendarbeit“

„Das ist ein großer Moment in der 130-jährigen Vereinsgeschichte“, erklärte Brem. Es sei nicht alltäglich, das ein Verein in Krisenzeiten fast eine halbe Million investiere, um die Jugendarbeit zu verbessern. Er dankte dem Landessportverband und der Stadt München, die das Projekt mit Zuschüssen und Darlehen unterstützen. Die Jugendarbeit liege „1880” am Herzen, hob der Präsident hervor. Er hoffe, dass das Spielfeld, wie geplant, im Herbst eingeweiht werden könne. „Dann werden unsere Jugendmannschaften noch besser werden, als sie jetzt schon sind.“

Dem SV 1880 gehören an der Tübinger Straße das Vereinsgelände mit Sporthallen und die Freiplätze. Dazu zählt das Feld mit dem Naturrasen, das jetzt umgestaltet wird. Die Jugendteams trainieren und tragen dort ihre Punktspiele aus. Seit Jahren registrierte der Verein erhebliche Schäden. Das Feld hielt den Belastungen nicht stand. Eine Generalsanierung des natürlichen Rasens sei wirtschaftlich und sportlich nicht zu vertreten gewesen, so Hort Staimer, Vizepräsident des SV 1880. Um das in die Tat umzusetzen, hätte der Platz ein Jahr gesperrt werden müssen und die Kosten wären immens gewesen, teilte das Präsidium mit. Die Vorteile eines Kunstrasens sind für die „80er“ unschlagbar. Zum einen könne der Platz bereits im September wieder bespielt werden. Zum anderen sei die Nutzungsdauer nahezu unbegrenzt. Auch der Pflegeaufwand werde deutlich reduziert.

„Natürliche Optik“

„Sie haben die richtige Wahl getroffen“, stellte Udo Rößler vom Hersteller Desso fest. „Die Weichheit des Rasens ist sensationell“, begeisterte er sich beim Spatenstich vor Publikum. „Eine natürliche Optik, belastbare und elastische Fasern” zeichneten das Kunstrasenfeld aus. Mehr noch: „Es bilden sich keine Pfützen, weil der Untergrund wasserdurchlässig ist.” Peter Hilger, seit 30 Jahren Spezialist im Sportplatzbau, lobte das ehrenamtliche Engagement des SV 1880 für die Jugend. Auf diese Weise werde der Nachwuchs von der Straße geholt und ihm eine Aufgabe gegeben. Hilger: „Ich freue mich, dass wir an einem Prestigeobjekt für die Stadt München mitarbeiten dürfen.“ Hermann Brem will daran mitwirken, dass junge Talente auch künftig beim „80er“ aufwachsen und groß werden. Immer wieder seien „80er“-Spieler auch für größere Vereine attraktiv. So zum Beispiel Benny Schwarz, Profispieler beim TSV 1860. Weil der Verein für das neue Feld 140.000 Euro selbst aufbringen muss, warb Brem um Spenden. „Eine Spende für den Kunstrasen des SV 1880 ist auch ein Beitrag für eine erfolgreiche Jugendarbeit im Westend“, trug er vor. Der Verein mit mehr als 2.500 Mitgliedern und einem vielfältigen Sportangebot wird am 10. und 11. Juli mit einem „Sportfest der Begegnung“, einem „Sportfest der Toleranz“ sein 130-jähriges Bestehen feiern.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Laim
Woche: 23 - 2010
Autor: TG
Artikelkommentare
Kommentar schreiben
Es wurde noch kein Kommentar hinterlegt.
Verwandte Artikel