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22.06.2010 - 12:14 Uhr
 

Scheitert es jetzt am Geld?

BA uneins über Zuschusshöhe für "I love Colours"

Münchner Wochenanzeiger : Der Entwurf für das Kunstwerk "I love Colours", das die Auffahrtsrampen der Donnersbergerbrücke verschönern könnte. (Foto: pi)
 
Der Entwurf für das Kunstwerk "I love Colours", das die Auffahrtsrampen der Donnersbergerbrücke verschönern könnte. (Foto: pi)

Unter der Donnersbergerbrücke sollte es farbiger werden. Bereits vor zwei Jahren zum 850. Stadtgeburtstag hatte der Neuhauser Künstler Sebastian Pohl angeboten, die tristen Auffahrtsrampen des Brückenbauwerks kostenlos durch eine Wandgestaltung namens "I love Colours" zu verschönern. Damals scheiterte es an der Wandbeleuchtung, die das Kunstwerk erhellen sollte. Das Baureferat lehnte einen entsprechenden Antrag ab. Daraufhin schaltete sich der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg ein, der eine Vielzahl von Briefen an die verschiedensten städtischen Stellen losließ. Nach langem Hin und Her und mit entsprechender Beharrlichkeit konnte das Stadtteilgremium die Beleuchtung schließlich durchsetzen. Inzwischen haben sich allerdings die Lebensumstände des Künstlers geändert und die Sponsoren, die die Gestaltung durch Bereitstellung der Farben und Arbeitsgeräte unterstützen wollten, sind abgesprungen.

Daher hat sich Sebastian Pohl nun mit einem Zuschussantrag an den Bezirksausschuss gewandt. Zwar will er seine Arbeitszeit weiterhin gratis zur Verfügung stellen, für die Farben und die anderen Materialien, wie etwa einem Schneideplotter, benötigt er finanzielle Hilfe. Bereits im Mai beschäftigte sich das Lokalparlament mit dem Anliegen, das dann mit dem Zwischenergebnis erst einmal Angebote für die Farben einzuholen und ihm diese dann zur Verfügung zu stellen, vertagt wurde. In der Juni-Sitzung bewilligte das Gremium nun 3159 Euro, wobei die Fraktion der Grünen sich für 6500 Euro und die FDP für 4000 Euro eingesetzt hatte. Beide Anträge wurden jedoch abgelehnt, so dass schließlich der Vorschlag über 3159 Euro beschlossen wurde, der von den meisten Mitgliedern von SPD und CSU unterstützt wurde.

Die eigene Arbeit bezahlen?

Die Grünen im BA sehen das Projekt nun generell gefährdet. "Es kann nicht sein, dass der Künstler neben seiner Arbeit noch etwas aus seiner eigenen Tasche dazuzahlen muss", empörte sich der Unterausschussvorsitzende Kultur, Roland Zintl. Hier werde auf rund 350 Quadratmetern nachhaltige Kunst geschaffen, die über Jahre wirke. Er äußerte Verständnis, wenn der Künstler nach diesem Votum nun abspringe. In einer Pressemitteilung äußerte sich nach der BA-Sitzung auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Daniela Thiele: „Es fehlen ca. 2.000 Euro, die der Künstler aus eigener Tasche bezahlen soll. Es stellt sich die Frage welches Kunstverständnis hier zum Ausdruck kommt. Offensichtlich ist Street Art als Kunstform nicht gefällig genug, um gefördert zu werden.“ Das Geld wäre vorhanden, konstatieren die Grünen. Laut ihren Angaben stehen dem BA 9 noch ca. 35.000 Euro Jahresbudgetmittel zur Verfügung.

 
Artikelinfo
Ausgabe: Werbe-Spiegel
Neuhausen
Woche: 25 - 2010
Autor: BB
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