| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 10 - 2009 |
| Autor: | SB |
Vor drei Jahren hat Benedikt Kirchner (Thomas Unger) die kleine Lena Stemmer überfahren. Er saß betrunken hinter dem Steuer. Aus Berlin, wohin er geflüchtet war, kehrt er nun zurück in sein kleines oberbayerisches Heimatdorf Baching. Denn Benedikt ist überzeugt, dass er trotz der Tragödie nur hier auf Dauer leben kann. Er will sich seiner Verantwortung stellen. Aber nicht jeder im Dorf heißt ihn willkommen.
Lenas Eltern, die Lehrer Gabi und Bernhard Stemmer (Marisa Burger, Michael Fitz), hat die Trauer um ihr Kind auseinander getrieben. Sie haben sich in der Zwischenzeit getrennt. Gabi kann Benedikts Anblick nicht ertragen, Bernhard Stemmer dagegen sucht demonstrativ seine Nähe. Das überfordert Benedikt. Seine Ex‑Freundin Annette (Bernadette Heerwagen) lebt inzwischen mit Benedikts jüngerem Bruder Robert (Stefan Murr) zusammen. Die beiden führen das elterliche Gasthaus der Brüder und haben ein kleines Kind. Annette merkt, dass sie sich durchaus noch zu ihrem Ex‑Freund hingezogen fühlt. Auch wenn sie ab und zu auf die Bremse tritt, kommen sich Benedikt und Annette immer näher. Robert wiederum braucht dringend Hilfe im Betrieb, doch gerade Benedikt will er auf keinen Fall darum bitten. Laura (Meike Droste), eine alte Jugendfreundin von Benedikt, saß bei dem Unfall mit im Auto. Auch ihr Leben scheint aus den Fugen geraten. Sie lässt Benedikt bei sich wohnen. Mit ihm hofft sie auf einen neuen Anfang...
"Eigentlich wäre das eine Geschichte für die Titelseiten: Ein betrunkener Autofahrer überfährt ein Kleinkind. Zugleich aber wäre das eine Geschichte, die ich nicht erzählen will", sagt Regisseur Matthias Kiefersauer über seinen Film. "Mich interessiert etwas anderes: Was wird aus den Beteiligten, wenn der Medientross weiter gezogen ist? In Baching, dem fiktiven Handlungsort meiner Geschichte, sind seitdem drei Jahre vergangen. Und alle, die an dem tödlichen Autounfall damals beteiligt waren, kämpfen immer noch damit, mit dieser Wunde zu leben. Meine Geschichte ist also eher eine Geschichte für die Seite drei."
Und der Film „Baching“ ist dementsprechend leise geworden. Ein Film, der in Zwischentönen erzählt wird. Ein Film, der auf seine Charaktere setzt und auf die Stimmung, die entsteht, wenn sich diese Charaktere in ihrem kleinen Dorf immer wieder begegnen. "Bayerisch an dieser Geschichte ist aber vor allem die Haltung der Figuren, etwa diese enge Bindung an den Ort seiner Kindheit, die ich in meinem Freundeskreis immer wieder feststelle, oder die Bedeutung von Dorffesten für die Identität der Dorfbewohner" erklärt Kiefersauer. "Wichtig ist mir dabei, ein Bayern Bild unserer Zeit zu zeichnen: Baching ist ein Dorf ohne Mägde und Knechte, dafür aber mit High End-Kaffeemaschinen in den Küchen und Ben Folds CDs in den Regalen. Nach den schönen bayerischen Komödien der letzten Jahre wird es Zeit für ein bayerisches Drama."
"Baching" läuft ab Donnerstag, 12. März, im Kino und ist im Mathäser Filmpalast (Bayerstr. 5) zu sehen. Hier gibt es den Trailer: www.movienetfilm.de/baching/trailer.php.
| Ausgabe: | SamstagsBlatt München |
| Woche: | 10 - 2009 |
| Autor: | SB |
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