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16.06.2010 - 11:52 Uhr
 

"Ein sympathischer Mensch und so natürlich"

Meet & Greet: Leser treffen Winfried Frey

Münchner Wochenanzeiger : Rosi Harbeck freute sich wie eine Schneekönigin über das Treffen mit dem Schauspieler Winfried Frey (l.) im Theater Gut Nederling. Rechts ihr Ehemann Wulf. (Foto: tg)
 
Rosi Harbeck freute sich wie eine Schneekönigin über das Treffen mit dem Schauspieler Winfried Frey (l.) im Theater Gut Nederling. Rechts ihr Ehemann Wulf. (Foto: tg)

„Glück widerfährt dir nicht – Glück findet der, der danach sucht”, heißt es in Ägypten. Ob Rosi Harbeck aus Sendling je davon gehört hat, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass sie eine eifrige Leserin des Wochenblattes ist. Als sie las, das Samstagsblatt verlose Karten für eine Fernseh-Aufzeichnung des Stückes „Brunos Bruder“ mit dem Chiemgauer Volkstheater und der Gewinner könne anschließend den Hauptdarsteller Winfried Frey treffen, suchte sie ihr Glück. Und – das Los fiel tatsächlich auf sie. Das konnte sie noch am Theaterabend im Gut Nederling kaum glauben. Was sie und ihren Ehemann Wulf nicht daran hinderte, voll Vorfreude im Biergarten des Gutes Platz zu nehmen.

Rosi Harbeck ist ein kontaktfreudiger Mensch. Deshalb geriet schon das Warten auf die Vorstellung kurzweilig. Schnell kam das Paar mit seinen Tischnachbarn in ein amüsantes Gespräch. Auf dem Gut Nederling kehren sie gern ein. „Auch wegen des guten Essens“. Die aus Unterfranken stammende Serviererin (61) im Vorruhestand und ihr 67-jähriger Ehemann, ein pensionierter Küchenmeister, „einer der letzten echten Münchner“, wie die Gattin lachend betont, sind viel unterwegs – radelnd und zu Fuß. Biergärten, Cafés oder kulturelle Veranstaltungen sind ihr Ziel. Das Dirndl, das sie trägt und der Zwirbelbart, der ihn schmückt, lassen darauf schließen, dass sie das Bayerische lieben. Was sie tun. Sie sind indes auch gern dabei, wenn Rock’n Roll, Oldies oder Country Musik auf dem Programm stehen.

Eine Premiere für die Harbecks

Der Abend war für sie eine Premiere. „Wir erleben das Volkstheater zum ersten Mal live, nicht nur im Fernsehen.” Wulf Harbeck hatte im Internet herausgefunden, dass Winfried Frey in der von Bernd Helfrich inszenierten Komödie „Brunos Bär“ den Bürgermeister spielt und, dass er ein sehr sympathischer Mann sein soll.

Als „Bürgermeister“ von Klein-Michelbach im Chiemgau hat es Frey auf der Bühne nicht leicht. Der Ort wird vom Tourismus links liegen gelassen. Da sind gute Ideen gefragt. Als in der Nachbargemeinde ein Bär gesichtet worden sein soll, wird der kurzerhand vereinnahmt und zu „Brunos Bruder“ erklärt. Auf diese Weise hat auch Klein-Michelbach eine Attraktion für Touristen. Mit den entsprechenden Turbulenzen. Mit Fächern – zur Not musste das Programmheft herhalten – fächelten sich die Zuschauer kühlende Luft zu. Es war heiß. Die Klimaanlage musste wegen der Fernsehaufzeichnung des Bayerischen Rundfunks ausgeschaltet bleiben. Das trieb zwar dem Publikum im Theater den Schweiß aus allen Poren, schützt indes die Fernesehzuschauer vor lästigen Nebengeräuschen.

„Ich beneide meinen Kollegen nicht“, sagte Winfried Frey nach der Vorstellung beim Treffen mit den Harbecks vorm Theater. Die Rolle als „Fremdenverkehrsbeauftragter“ hatte den Kollegen nämlich gezwungen, sich in ein Bärenkostüm zu zwängen. Doch auch Frey trug auf der Bühne einen korrekten Trachtenanzug. Den hatte er allerdings sofort nach der Vorstellung abgelegt. Jetzt stand er in T-Shirt und kurzer Hose vor Rosi Harbeck und ihrem Mann: „Ich muss erst einmal etwas trinken. Sie verstehen – der Flüssigkeitsverlust“, entschuldigt er sich.

Vielseitig

„Ich spiele nach zwölf Jahren wieder mit dem Chiemgauer Volkstheater“. Früher sei er oft mit den Chiemgauern auf Tournee gewesen: mit Beppo Brehm und Maxl Graf. Ohne Umstände und ganz locker erzählt Frey von seiner Arbeit, von seinen Plänen und von seiner Vorliebe fürs Kochen. „Wenn ich das nicht muss, macht es Spaß. Das erdet mich.“ Die Eheleute sind erstaunt darüber, wie vielseitig der Schauspieler seine Talente einsetzt. Der schreibt selbst Stücke und inszeniert sie. Unter anderem am Stadttheater in Neuburg an der Donau, wo er aufwuchs. In der bayerischen Sprache fühle er sich wohl, erzählt er. Auf der Schauspielschule habe er auch Tanzen und Schuhplattln gelernt. Er versuche vielseitig zu sein. Das sei eine Gratwanderung. Denn: „Ich spiele gern Typen, die „grenzwertig sind.“

Immer wieder finden Frey und das Gewinner-Paar gemeinsame Anknüpfungspunkte. So zeigte sich Winfried Frey höchst interessiert, als Wulf Harbeck erzählte, er sei in Grassau aufgewachsen und sein Vater habe das Wappen des Ortes mit Drachenkopf in Moorlandschaft entworfen. Weil Frey im Sommer für seine Sendung „Freyfahrt“ in Grassau sein wird, um die Musikszene zu erkunden, interessiert ihn das. Er erforscht gerne, was eine Gegend, in der er unterwegs ist, kulturell zu bieten hat. Deshalb bittet der Schauspieler um eine Visitenkarte: „Ich komme auf Sie zu.“

Übereinstimmendes Urteil von Rosi und Wulf Harbeck: „Der Herr Frey ist wirklich ein sehr sympathischer Mensch. Und so natürlich.”

 

 

 
Artikelinfo
Ausgabe: SamstagsBlatt
München
Woche: 24 - 2010
Autor: TG

Gut Nederling

Nederlinger Str. 78
80638 München-Nymphenburg

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Gut Nederling

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