| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 24 - 2010 |
| Autor: | TG |
Der „alte Laimer Himmel“, wie der Fronleichnams-Baldachin in der Laimer Gemeinde St. Ulrich genannt wird, erstrahlt in neuem Glanz. Das haben die für ihre Kunst gerühmten Klosterfrauen der Zisterzienserinnen-Abtei St. Josef in Thyrnau bei Passau vollbracht. Die leben nach den Regeln des heiligen Benedikt und legen großen Wert auf Handarbeit. In Thyrnau werden laut Kloster-Chronik seit 1902, dem Jahr, in dem die Abtei gegründet worden ist, Kaseln, Stolen, Chormäntel, Alben, Tuniken, Ministrantenkleidung, Altartücher, Korporale, Kelchtücher, Lavabotüchlein, Pallen, Baldachine, Prozessionsfähnchen und vieles andere mehr genäht und bestickt.
Ein Jahr lang restaurierten die Zisterzienserinnen den „Himmel”, dessen Stoff sich zu zersetzen drohte. Pünktlich zur Fronleichnamsprozession am Vormittag des vorigen Sonntag war der „Himmel“ fertig geworden. „Er war völlig verschlissen“, weiß Hans Rotter von der Kirchenverwaltung der Pfarrei. Die Stickereien seien aufwendig vom alten „Himmel“ abgenommen und auf neuen Stoff aufgebracht worden, berichtete Pfarrer Willi Huber nach der Prozession. „Jetzt haben wir wieder einen supertollen Himmel“, begeisterte er sich und dankte gleichzeitig allen Spendern, die es möglich gemacht hatten, die über hundert Jahre alte Kostbarkeit zu retten. „Ein herzliches ‘Vergelt’s Gott‘.“
Doch St. Ulrich hat nicht nur einen neuen alten „Himmel“. Auch das Kruzifix am Kirchenvorplatz glänzt wieder. Rost hatte den metallenen Korpus von innen her zerfressen. Er musste ebenfalls restauriert und neu vergoldet werden. Nach dem feierlichen Bittgang wollte die Gemeinde den Baldachin mit seinen kostbaren Stickereien genau in Augenschein nehmen. Hans Rotter, der angeregt hatte, den „Himmel“ erneuern zu lassen, sagte beim Anblick der kunstvoll gestickten christlichen Symbole Lamm, Taube und Pelikan: „Ich bin begeistert.“ Das sei ein einzigartiges „Zeitdokument“. Auch die schwere Fahne mit Maria, der „Patrona Bavariae“, die bei der Prozession durch Laim getragen worden war, ist solch ein „Dokument“. Rotter hatte am unteren Ende des Tuches eine Stickerei entdeckt, die den Hinweis enthält: „Gestiftet vom Katholischen Frauenbund im Kriegsjahr 1916.“
Pfarrer Huber dankte Diakon Georg Riepel, Messner Christian Loss, Hans Rotter, den Erstkommunionkindern, den Ministranten, vielen Helferinnen und Helfern dafür, dass sie während seiner Abwesenheit geholfen hatten, die Fronleichnamsprozession vorzubereiten. Er hatte an einer Pilgerreise auf den Spuren des Apostels Paulus nach Ephesus in der Türkei teilgenommen und war danach zum Abschlusstreffen des Jahres der Priester nach Rom gereist. Er sei „noch erfüllt von den Eindrücken” seiner Pilgerreise: „Ich hatte viele wertvolle Begegnungen mit den Menschen dort.“ Besonders beeindruckt habe ihn ein muslimischer Geistlicher, der ihm einen Tasbih, die Gebetsschnur der Muslime, schenkte. „Ich gab ihm meinen Rosenkranz.“
| Ausgabe: | Werbe-Spiegel Laim |
| Woche: | 24 - 2010 |
| Autor: | TG |
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